Schwerpunkt

3/2018 - Literaturvermittlung/Digitale Literarizität, Literalität und Literaturproduktion

Sich lieben mit immer besseren Waffen

Zur Dialektik von Liebe und Krieg im lyrischen Werk Erich Frieds anhand ausgewählter Gedichte aus den Bänden "Es ist was es ist" (1983) und "und Vietnam und" (1966)

AutorIn: Sophie Emilia Seidler

Die nicht zuletzt an Bertolt Brecht anschließende Lyrik Erich Frieds ist nach wie vor von großer poet(olog)ischer Qualität. Sophie Emilia Seidler legt mit ihrem Beitrag Grundlagen für eine historisch kontextualisierte Lektüre seines Werks, das in dieser Art auch im Unterricht vorgestellt werden sollte ...

I. Einleitung

Der österreichische Exilpoet, engagierte Lyriker, Sprachkünstler, Übersetzer, Essayist, Journalist sowie politische Aktivist Erich Fried (1921–1988)[1] ist vielen allein durch seine bewegende Liebeslyrik, namentlich aufgrund des bei Hochzeiten vielzitierten Es ist was es ist bekannt. Allerdings macht sein tagespolitisches und pazifistisches Œuvre einen viel größeren Teil seines umfangreichen wie vielseitigen Gesamtwerks aus – auffällig hierbei ist jedoch, dass die sprachlichen und rhetorischen Mittel sich in Liebes- und (Anti-)Kriegslyrik kaum unterscheiden, dass Fried ähnliche Techniken anwendet, um die schon topisch diametral entgegengesetzten Bereiche Liebe und Krieg zu behandeln und – noch bemerkenswerter – sie miteinander in Beziehung zu setzen, oft sogar in einem einzigen Text. Liebe und Krieg, das Moment der Verbindung zwischen Menschen und das konträre Prinzip der Entzweiung, scheinen für Fried zwei Seiten einer Medaille zu sein, die häufig voneinander abhängen und aufeinander beruhen.

Damit schreibt Fried einen Topos fort, der seit den Anfängen der überlieferten Literatur des Abendlandes besteht: Erstmals belegt ist die allegorische Verbindung von Liebe und Krieg im 8. Gesang der Odyssee (Verse 261–364),[2] wenn der Sänger Demodokos die berühmte Affäre von Ares und Aphrodite besingt. Die Vereinigung zwischen der Liebesgöttin Aphrodite (lat. Venus) und dem Kriegsgott Ares (lat. Mars) wird in der Odyssee Anlass zum "homerischen" Gelächter,[3] als Aphrodites eifersüchtiger Gatte Hephaistos dem Paar mit einem kunstvollen Netz eine Falle stellt und die Liebenden in flagranti den versammelten Gottheiten des Olymps vorführt. Vielfach wurde die Szene in Literatur und bildender Kunst rezipiert, schon früh aber etablierte sich eine allegorische Interpretation in der Tradition physikalischer Mythenauslegung, der zufolge nicht die anthropomorphen Göttergestalten als solche im Zentrum standen, sondern die Bereiche, die sie verkörpern sollen – die nahezu mystische Verbindung der zwei gegensätzlichen Wirkmächte, die nicht nur das Zusammenleben der Menschen, sondern auch die Entstehung des Kosmos konstituiert haben sollten. In den antiken Homerauslegungen, den Scholien, wird die Affäre von Ares und Aphrodite dahingehend erklärt:

"So deutet Proklos etwa den Ehebruch des Ares und der Aphrodite auf die folgende Weise: Aphrodite ist die Gottheit, die Gegensätze in Harmonie überführt und Schönheit verleiht. Ares –als der Gott, der die Scheidung in Gegensätze bewirkt –benötigt Aphrodite als Partnerin, um die von ihm erzeugten Gegensätze zur Einheit zurückführen zu lassen. […] Ares hingegen ist als Erzeuger der Zweiheit und der Unterscheidung der Aphrodite als der Erzeugerin der Einheit und Vereinigung eigentlich entgegengesetzt – wenngleich er sie zum Ausgleich seiner einseitigen Tätigkeit benötigt –, so daß seine Verbindung mit ihr in diesem Sinn als Ehebruch dargestellt werden kann."[4]

Auch der vorsokratische Philosoph und Naturwissenschaftler Heraklit (ca. 540–480 v. Chr.) sieht im Krieg die Einheit der Gegensätze versinnbildlicht,[5] sein jüngerer Kollege Empedokles (ca. 490–430 v. Chr.) führt die Entstehung jeder Entität auf das Wechselspiel von Liebe und Hass zurück:

"Nach der Vorstellung des Empedokles können wir uns das Weltganze als ein Pulsieren, ein ständiges Hin und Her von Verbindungen und Trennungen vorstellen. Bewirkt wird dieses Hin und Her, der ständige Wandel, durch zwei Kräfte, nämlich Liebe und Hass, wobei die Wirkung der Liebe vom Vielfältigen zum Einheitlichen gerichtet ist, die des Hasses umgekehrt."[6]

II. Es ist was es ist

Erich Fried, der nicht nur die politischen Entwicklungen seiner Zeit und die subtilsten Nuancen propagandistischer Journalistik durchschaute, sondern auch, unter anderem als Übersetzer von Shakespeares Werken sowie altgriechischer Texte (Euripides, Aristophanes),[7] mit der europäischen Literaturgeschichte bestens vertraut war,[8] muss die mythologisch aufgeladene Beziehung der spiegelbildlichen Konzepte Liebe und Krieg bewusst gewesen sein. Eine kleine Anspielung auf Homer findet sich beispielsweise im Abschlussgedicht des Bandes Es ist was es ist. Liebesgedichte Angstgedichte Zorngedichte (1983) – Homeros Eros:[9]

"Der große Sänger
war blind
und die Liebe
bekanntlich auch

Schlechte Beispiele
für die Politiker!"

Zweifach kommunizieren für Fried die Phänomene Liebe und Homer miteinander – einerseits auf der rein sprachlichen Ebene, da Eros, die antike Liebesgottheit, der ins Deutsche transkribierten Form von Homers griechischem Namen eingeschrieben erscheint,[10] andererseits durch die vermutete Blindheit Homers, die Fried amüsant mit dem deutschen Sprichwort "Liebe macht blind" gleichsetzt. Unerwartet ist jedoch die dritte Komponente, die Fried im Nachsatz einführt: Politik. Folgt man Foucaults berühmtem Diktum "Politik ist die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln",[11] so lässt sich aus Frieds kurzem Text die Kombination von Homer, Liebe und Krieg herauslesen. Auch wenn Homer in anderen Gedichten, die Liebe und Krieg verbinden, nicht explizit genannt wird, steht seine Ehebruchsepisode doch im Hintergrund, wenn die Kontrahenten als wechselseitig abhängige Größen dargestellt werden, wie es in den im Folgenden zu analysierenden Gedichten der Fall ist.

Ein auffälliges Nahverhältnis der beiden Bereiche findet sich auch in Frieds Gedicht Durcheinander (1993):

"Sich lieben
in einer Zeit
in der Menschen einander töten
mit immer besseren Waffen
und einander verhungern lassen
Und wissen
daß man wenig dagegen tun kann
und versuchen
nicht stumpf zu werden
Und doch
sich lieben

Sich lieben
und einander verhungern lassen
Sich lieben und wissen
daß man wenig dagegen tun kann
Sich lieben
und versuchen nicht stumpf zu werden
Sich lieben
und mit der Zeit
einander töten
Und doch sich lieben
mit immer besseren Waffen"[12]

Die zweite Strophe tarnt sich auf den ersten Blick als in der Reihenfolge der Verse veränderte Kopie der exakt gleichlangen ersten Strophe. Regelrecht kombinatorisch ordnet Fried die Strukturkonstituenten alternativ an, wie es dem Titel des Gedichts Durcheinander entspricht. Doch das mantrahaft wiederholte "sich lieben" findet sich in der ersten Strophe nicht in derselben Häufigkeit, sondern wird der Beschreibung der Zeitumstände, die Liebe erschweren können, formelhaft hinzugefügt, bis die groteske Aneinanderreihung schließlich in dem Eindruck kumuliert, dass Liebe und Krieg (d. h. Zeiten, in denen Menschen einander töten, einander verhungern lassen, etc., ohne dass ein Individuum etwas dagegen ausrichten könnte) nicht nur nebeneinander existieren, sondern geradezu einander bedingen. Im zweiten Teil des Gedichts werden Töten und Aushungern auf eine privatere Stufe verlagert: Wer liebt, lässt hungern, hat keine Wahl und tötet den/die andere/n schließlich. Fried demonstriert hiermit auch, wie Politik, Krieg und Zeitumstände allmählich in den persönlichen Bereich eindringen können; während Liebe in der ersten Strophe eine Art Gegenpol zur aktuellen Lage darstellt, vielleicht sogar eine Heterotopie, in der man Gewalt und Not entgehen kann, so infiltrieren diese in der zweiten Strophe die individuelle, vermeintlich unpolitische Existenz. Die warnende Konklusion "wer liebt, während Menschen einander töten, tötet auch Menschen, indem er liebt" liegt gefährlich nahe. Dies erinnert an Statements engagierter Literatur, die die Unmöglichkeit unpolitischer Existenz à la "Keine politische Meinung ist auch eine politische Meinung" suggerieren – Carl Sandburgs Diktum (in Brechts Übertragung) "Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin … Dann kommt der Krieg zu euch"[13] scheint im Hintergrund mitzuschwingen, wenn Fried dem Eskapismus in die Liebe absagt und den Krieg in der Liebe prophezeit.

Die Frage nach der moralischen Vereinbarkeit von Liebe und Krieg stellt sich Frieds lyrisches Ich auch in Reden aus dem Band Es ist was es ist:

"Zu den Menschen
vom Frieden sprechen
und dabei an dich denken
Von der Zukunft sprechen
und dabei an dich denken
Vom Recht auf Leben sprechen
und dabei an dich denken
Von der Angst um Mitmenschen
und dabei an dich denken –
ist das Heuchelei
oder ist das endlich die Wahrheit ?"[14]

Während der/die AdressatIn durch den in jeder zweiten Zeile wiederholten Vers "und dabei an dich denken" in Aphrodites Zuständigkeitsbereich fallen würde, bezeichnen die alternierenden Verse Phänomene der Tagespolitik und ethische Probleme: Frieden, Zukunft, Recht auf Leben, Angst um Mitmenschen. Die Frage der Schlussverse, ob "an dich denken" Heuchelei oder Wahrheit sei, erinnert wiederum an die Paten engagierter Literatur im deutschsprachigen Raum – Brecht[15] und Adorno ("Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch."[16]). Ist Eskapismus Heuchelei? Oder bietet Liebe eine (einzige) Möglichkeit, die Zustände zu ertragen? Darf man lieben, wenn man für Frieden kämpfen muss? Fried komprimiert poetologisch Problemstellungen der Nachkriegslyrik,[17] indem er unterschiedliche Positionen in seinen Gedichten gegeneinander ausspielt, austestet, und damit zugleich metapoetisch die Wirkmöglichkeiten der Gattung Gedicht inszeniert. Angesichts großer Katastrophen, wie sie die Kriege und Krisen im 20. Jahrhundert darstellen, Gedichte zu verfassen, müsse ebenso diskutiert und verteidigt werden wie der Anspruch auf Liebe – Lieben und Dichten sind vielleicht keine manifesten Waffen im Kampf für den Frieden, wollen es auch gar nicht sein, sondern stellen Möglichkeiten eines alternativen Umgangs dar. Dass dieser, wenn nicht "die", so doch eine "Wahrheit" (V.11) sein kann, suggeriert die eindrucksvolle Positionierung des Wortes am Gedichtende.

III. Eine Stunde

Erstaunlich analog argumentiert Frieds Persona in einem Text zum Bandende hin: In Eine Stunde stellt sich der Dichter schonungslos den Vorwürfen, die eine kriegsverdrossene Gesellschaft ihm sowie er sich selbst macht:

"Ich habe eine Stunde damit verbracht
ein Gedicht das ich geschrieben habe
zu korrigieren

Eine Stunde
Das heißt: In dieser Zeit
sind 1400 kleine Kinder verhungert
denn alle 2½ Sekunden verhungert
ein Kind unter fünf Jahren
in unserer Welt
Eine Stunde lang wurde auch
das Wettrüsten fortgesetzt
und 62 Millionen achthunderttausend Dollar
wurden in dieser einen Stunde ausgegeben
für den Schutz der verschiedenen Mächte
voreinander
denn die Rüstungsausgaben der Welt
betragen derzeit
550 Milliarden Dollar im Jahr
Auch unser Land trägt dazu
sein Scherflein bei

Die Frage liegt nahe
ob es noch sinnvoll ist
bei dieser Lage der Dinge
Gedichte zu schreiben.
Allerdings geht es
in einigen Gedichten
um Rüstungsausgaben und Krieg
und verhungernde Kinder.
Aber in anderen geht es
um Liebe und Altern und
um Wiesen und Bäume und Berge
und auch um Gedichte und Bilder
Wenn es nicht auch
um all dies andere geht
dann geht es auch keinem mehr wirklich
um Kinder und Frieden"

Ähnliche Rechtfertigungen für Liebe als ein dem Krieg gleichrangiges Lebenskonzept stellt Fried in Die Liebe und wir aus demselben Band vor – und erinnert damit stark an Beantwortungen von Fragen wie "Wozu Literatur / Kunst / Poesie?":

"Was soll uns die Liebe ?
Welche Hilfe
hat uns die Liebe gebracht
gegen die Arbeitslosigkeit
gegen Hitler
gegen den letzten Krieg
oder gestern und heute
gegen die neue Angst
und gegen die Bombe ?

Welche Hilfe
gegen alles
was uns zerstört ?
Gar keine Hilfe:
Die Liebe hat uns verraten
Was soll uns die Liebe ?

Was sollen wir der Liebe ?
Welche Hilfe
haben wir ihr gebracht
gegen die Arbeitslosigkeit
gegen Hitler
gegen den letzten Krieg
oder gestern und heute
gegen die neue Angst
und gegen die Bombe ?

Welche Hilfe
gegen alles
was sie zerstört ?
Gar keine Hilfe:
Wir haben die Liebe verraten"[18]

Fried scheint einen Dialog zu inszenieren: Die ersten beiden Strophen geben die kollektive Meinung einer politisierten Masse wieder, die das abstrakte Prinzip Liebe aufgrund von Fakten und Schlagworten als nutzlos entlarven will. Die folgenden Strophen kehren die Denkfigur jedoch um – im Dreieck Wir-Liebe-Zeitumstände solle die kollektive 1. Pluralform nicht die ganze Verantwortung auf die Liebe schieben und sie verurteilen, wenn sie gegen die Zeitumstände kein Mittel an der Hand habe; das Sprecherich plädiert dagegen für eine Bringschuld des kollektiven "wir" – auch die Liebe hätte man gegen die Zeitumstände schützen müssen. Ohne explizit Stellung zu beziehen, inszeniert Fried ein diskursives Feld verschiedener Möglichkeiten, Leid und Krieg zu begegnen. Wieder setzt er keine eindeutige Antwort, lässt jedoch den wirkungsvollen letzten Vers "Wir haben die Liebe verraten" warnend-apodiktisch im Raum verhallen – was zumindest den Eindruck einer persönlichen Tendenz vermittelt. Dieses Streben nach Objektivität und Neutralität, die Vorsicht beim Aufwerfen schwieriger Fragen, zieht sich leitmotivisch durch Frieds Lyrik – er selbst thematisiert es im dritten Teil des Bandes im Gedicht Kinder und Linke:

"Wer Kindern sagt
Ihr habt rechts zu denken der ist ein Rechter
Wer Kindern sagt
Ihr habt links zu denken
der ist ein Rechter […]

Wer Kindern sagt
was er selbst denkt
und ihnen auch sagt
dass daran etwas falsch sein könnte
der ist vielleicht
ein Linker"[19]

Aus den bisher untersuchten Texten, die mit der Ausnahme von Durcheinander alle aus Es ist was es ist. Liebesgedichte Angstgedichte Zorngedichte stammen, geht hervor, dass Fried eine Verwandtschaft zwischen Poesie und Liebe herstellt, in nuce repräsentiert in dem Wortspiel "Homeros Eros", da beide Bereiche einen Heterotopos zur von Krieg, Not und Hoffnungslosigkeit geprägten Gegenwart konstituieren. Lyrik, auch Liebeslyrik, wird als gleichwertige Kraft neben den Krieg gestellt, auch wenn Fried sich mit expliziten Aussagen zurückhält und nur vage, vorsichtig andeutet. Eine konkrete Position innerhalb des Diskurses weigert sich sein lyrisches Ich als Schüler kritischen Denkens[20] und Ideologieskeptiker zu beziehen – stattdessen obliegt es dem Lesepublikum, die unterschiedlichen Positionen, die er in seiner Lyrik zu Wort kommen lässt, aufzugreifen und einander gegenüberzustellen. "[M]it ihrer alogischen Kombinatorik und ihren semantischen Verschiebungen" wenden sich Frieds Gedichte "an die Reflexion des Lesers und fordern diesen zum Mitdenken auf."[21] Dialektisch führt Fried Argumente und Gegenargumente vor, die auflösende Synthese unterlässt er – wobei er sogar vermittelt, dass eine solche nicht möglich sei, er selbst nicht in der Lage, sie auszudrücken, wenn sie denn existent wäre. Damit unterscheidet sich Fried von zeitgenössischen engagierten SchriftstellerInnen: Er vertritt zwar eine klare politische wie auch poetologische Meinung, schließt sich jedoch keiner Richtung an, sondern wägt die Gegenpositionen ab, um sich aus sich selbst heraus ein eigenes kritisches Urteil zu bilden, das keiner Ideologie, Propaganda oder journalistischen Meinungsmacherei anhängt. "Fried will Menschen mobilisieren, ohne ihnen zu predigen. Seine eigenen Ziele fest vor Augen, geht er den Dialog ein, stellt seine Gedichte zur Diskussion und ist immer bereit, sich auch von den Ansichten seiner Gesprächspartner überzeugen zu lassen."[22] Tilman von Brand paraphrasiert ein Interview mit Erich Fried, das diese Herangehensweise gut zum Ausdruck bringt: "Statt die Fronten der Auseinandersetzung zu verhärten, müsse man in der Lage sein, eine Form von 'Feindesliebe' zu entwickeln, 'also auch Verständnis für die Lebensnotwendigkeit des anderen'."[23] Dabei sei Fried "nicht nur zu partieller Selbstkritik fähig, sondern vermag auch sein gesamtes Werk und mit ihm die eigene Identität ironisch zu hinterfragen."[24] Der von Fried gebrauchte Begriff "Feindesliebe" verbindet hierbei ein weiteres Mal die Sphären von Krieg und Liebe.

Dichtung und Sprache, vor allem einfache, unprätentiöse,[25] erscheinen ihm als adäquates Mittel, um auszusprechen, bewusstzumachen und offenzulegen, was von Parolen und parteiisch gefärbter Medienberichterstattung verdeckt wird. In diesem Sinn ist Fried Medienkritiker – er verweigert sich jeglichem agitatorischen Sprechen und stellt propagandistische Strategien bloß: "Johann Holzner fand für diese Gedichtart den übergreifenden Terminus ‚Gegennachrichten‘, und Ulla Hahn spricht in diesem Zusammenhang vom 'explizit medienkritischen Ansatz'",[26] worin auch eine Ablehnung lyrikspezifischer Mittel der metaphorischen und bildlichen Gestaltung einhergehe. Frieds Zugang zur Sprache ist rhetorisch und sprachanalytisch;[27] er untersucht Wörter auf ihre ursprüngliche und Sprichwörter auf ihre buchstäbliche Bedeutung hin, womit sich teils kindliche, teils komische, teils brutale Assoziationen eröffnen. Kaukoreit sieht Frieds Überzeugung vom Nutzen von Poesie im politischen Alltag in der Exilsituation begründet: Bei "beständiger Heimatlosigkeit" drohe "die Gefahr des Verstummens – es sei denn, es gibt noch ein Mittel der Gegenwehr, und deren bestes besteht für Fried in und mit der Sprache."[28] Die wichtigste Aufgabe des Dichters[29] bestehe für Fried darin

"selbst nicht stumpf zu werden und dadurch andere zu mahnen, nicht stumpf zu werden. Nicht indem der Dichter mit dem erhobenen Zeigefinger sagt: Du! Oder Ihr!, sondern indem er sagt: Ich! Erreicht er dies, denn er selbst ist sein einziges Instrument, die Welt zu erleben und zu erkennen."[30]

Eine Trennung "von engagierter und nicht-engagierter oder auch politischer und unpolitischer Lyrik"[31] lehne Fried ab – stattdessen definiert er engagierte Lyrik als

"jedes Gedicht, das die Anteilnahme des Autors an Zeitereignissen [...] enthält, und darüber hinaus seinen eigenen Willen, sich in irgendeiner Weise politisch zu betätigen zu helfen, zu protestieren [...] Aber die an die Zeitgenossen gerichtete Aufforderung scheint mir immer viel zweifelhafter als der Bericht über sich selbst. Ich glaube, daß jedes Gedicht im Grunde vor allem eine Botschaft an einen selbst ist. Das ist auch der Grund, weshalb ich die Grenze zwischen engagierter und nicht-engagierter Dichtung nicht zu definieren vermag."[32]

Viel konkreter als in seinem 1983 erschienenen Band Es ist was es ist behandelt Fried zeitpolitische Fragen in und Vietnam und [33] an dem er zwischen 1962 und 1966 arbeitet.[34] Obgleich allerdings der Titel einen faktischen Bezug auf die Gegenwart – den Vietnamkrieg – nahelegt, abstrahiert Fried jedoch auch hier stark: Keineswegs handeln die enthaltenen Gedichte nur von Vietnam, nennt er auch zahlreiche Namen und Kriegsschauplätze und bezieht sich auf die Berichterstattung in den Medien; stattdessen legt Fried Wert darauf, den Titel genau zu beachten – die gedoppelte Konjunktion "und" vor und nach Vietnam demonstriere, dass der aktuelle Krieg exemplarisch in einer Reihe von brutalen, traurigen und unmenschlichen Kriegen stehe.[35] Konsequent stellt Fried auch in den Gedichten Querverbindungen zum 2. Weltkrieg, zur aktuellen Lage in Europa[36] und den USA und sogar zu antiken Feldzügen und Gräueltaten wie unter Alexander dem Großen und Nero her. Im Mittelpunkt stehen die unbegreifliche Inhumanität der Kriegsführung[37] sowie die Empörung und Verwunderung über die Indifferenz der Massen und Massenmedien.[38] Wie auch in seinen späteren Liebes-, Angst- und Zorngedichten (1983) übt Fried massive Kritik an automatisierter Sprechweise, geht Slogans und der "Sprachverschluderung durch Kriegspropaganda"[39] auf den Grund und nützt zu diesem Zweck schon ähnliche rhetorische und stilistische Mittel wie 1983.[40]

IV. und Vietnam und

Eine Brücke zwischen den Bänden schlägt die willkürliche Umdeutung von Signifikaten unter gleichbleibenden Signifikanten, die den Gedichten Was alles heißt aus und Vietnam und oder Die Bezeichnungen aus Es ist was es ist gemein ist.

"Was alles heißt

I. Warum warst du nicht wie der Baum Trung Quan?

Sagt ein Mädchen

Das heißt

Ihr Geliebter ist einer von den Verbrannten
Die Blätter des Baumes Trung Quan fangen nicht Feuer
wie Bambusstäbe oder wie Menschenhaut

II. Fauler Hund
heißt eine eiserne Kreuzung
von Fliegerbombe und Dumdumgeschoß

Sicherheitszünder

Heißt ein Bauer, den man vorantreibt

An einem Strick über ein Minenfeld

Tauziehen

Heißt einen Gefangenen
an einem Tau nachschleifen

Beim Durchfahren durch ein Dorf

Das man so verwarnt

Bündel
heißt eine Leiche
in einer geflochtenen Matte
Ernte
heißt eine Reihe von Bündeln
in einem Feld

III. Manches bedeutet so viel
wie die Laune eines
hohen Beamten oder höheren Offiziers

Und manches bedeutet so wenig
wie das Leben einer
Handvoll Bauern Vater Mutter drei Kinder

IV. Befriedung eines Dorfes
heißt nicht nur daß man
verdächtige und denunzierte Bauern enthauptet
Befriedung heißt auch
daß man ihnen die Leber
herausschneidet und in die Luft wirft
Die Leber ist der Sitz des Mutes

V. Schwarze Jacken und Hosen tragen
heißt Bauer sein
nicht Vietcong sein

Getötet werden
heißt nachher
Vietcong gewesen sein"[41]

Fried zeigt, wie vermeintlich harmlosen Ausdrücken im grausamen Vietnamkrieg neue Bedeutungen zugeschrieben werden – von Codewörtern über Euphemismen bis hin zu Marketing-Strategien, um das Töten zu rechtfertigen, präsentiert Fried ein neues Vokabular, das wohl zum Verständnis der Kriegsführung notwendig ist. Zugleich evoziert er subtil ein Gefühl der Absurdität dieser neuen und umgemodelten Ausdrücke, die zum Teil schon seit Jahrhunderten zum Standardrepertoire propagandistischer Selbstdarstellung zählen, so beispielsweise der Euphemismus "Befriedung" für blutige Eroberungen. Eindrucksvoll ist die erste Strophe, die sich für ein europäisches Lesepublikum zunächst hermetisch eröffnet und erst durch Dekodierung des mythologischen Hintergrundes erfassbar wird. Der Text führt die Schrecken des Krieges ein, indem eine unglückliche Liebende vorgestellt wird, die um ihren verbrannten Geliebten trauert. Von der privaten Tragik geht Fried induktiv zu immer allgemeineren Themenkomplexen über, bis er in der fünften Strophe wieder bei einer Tötung anlangt. Alternative Ausdrücke und euphemistische Umschreibungen für den Tod behandelt Fried auch in Die Bezeichnungen:

"Nicht mehr Selbstmord
denn das ist eine Verleumdung
an denen die
dieses Leben ermordet hat.

Auch Freitod nicht.
Ein Freitöter - das ist ein Staatsmann
der tötet und frei ausgeht oder ein Polizist.
Und stand es diesen Toten wirklich frei?

Und auch nicht
wie sie in Abschiedsbotschaften sagten
die einfachen Leute
sie haben den letzten Ausweg gewählt.

Wenn es der letzte war
blieb ihnen da noch die Wahl?
Und hätte es denn
einen vorletzten Ausweg gegeben?

Mit welchen Worten das Namenlose nennen?"

Allgemeiner schreibt Fried hier insofern, als kein Rückschluss auf politische oder private Umstände zu ziehen ist, die zum Suizid führen könnten; spezifischer jedoch, insofern hier nur die verschiedentliche Terminologie eines einzigen Phänomens durchexerziert wird, während in Was alles heißt verschiedene Lebensbereiche in den Blick genommen werden. Die enge Kopplung des privaten Schicksals an Politik und Gesellschaft – beispielsweise in der zweiten Strophe, wenn mordende Staatsmänner als Freitöter bezeichnet werden, im folgenden Abschnitt jedoch von Abschiedsbriefen die Rede ist – bildet ein Verbindungselement zum Vietnamgedicht.

Dass die individuelle Existenz nicht außerhalb einer kriegsgebeutelten Zeit, Krieg jedoch ebenso wenig ohne zwischenmenschliche Beziehungen behandelt werden kann, dass die Phänomene Individuum und Gesellschaft, konkretisiert an den (a-)sozialen Interaktionsformen Liebe und Krieg, einander ergänzen, steht auch im Zentrum eines weiteren seit der Antike geläufigen Topos: Die Gattung der römischen Liebeselegie, durch Ovid, Properz und Tibull in einer Zeit, die vom autoritären augusteischen Regime und offensiver Expansionspolitik geprägt war, prominent vertreten, musste sich laufend gegen Vorwürfe, nicht hinreichend politisch zu sein, verteidigen, was in der Denkbewegung zweier gleichberechtigter Lebensentwürfe resultierte. Die Vertreter der elegischen Dichtung entschieden sich für eine unpolitische, ins Private zurückgezogene Existenz, deren Hauptaufgabe im Schreiben an eine Geliebte bestand (schreibender Eros!) – die von der Gesellschaft vorgesehene Lebensform für junge Männer hingegen bestand im Kriegsdienst (militia), den die Dichter ebenso ablehnten wie das epische Schreiben über heroische Kriegstaten. Charakteristisch für die römische Liebeselegie wird daher die subversive, gegenkulturelle Umdeutung des Kriegsdienstes zum Dienst an der Liebe (militia amoris), die avant la lettre an den zu Zeiten des Vietnamkrieges geprägten Slogan "Make love, not war" erinnert.[42]

Es fällt schwer, nicht an den elegischen Kriegs-Liebesdienst zu denken, wenn Erich Fried in seinem Text Verhinderter Liebesdienst aus und Vietnam und zynisch die Unabwendbarkeit von Bombenabwürfen auf die Zivilbevölkerung diskutiert:

"Man griff nicht wahllos an
man versuchte sogar
vor dem Abwurf von Napalm und Bomben
auf feindverseuchte Gebiete
Helfer zu schicken
um kleine und größere Kinder
herauszuholen
in die Stadt und in Sicherheit

Die größeren Mädchen hätten
in Saigon für sich selbst sorgen können
und so auch das Lebenbleiben
der Kinder sichergestellt

Doch dieser Liebesdienst
mußte eingestellt werden
weil die verhetzten Bauern
die Kindereintreiber erschlugen
und ihren eigenen Kindern
nicht Leben und Sicherheit gönnten

So blieb den Bombenfliegern
zuletzt keine Wahl"

Fried treibt die vermeintliche Humanität der Amerikaner polemisch auf die Spitze, indem er darlegt, wie das Scheitern der Hilfsmaßnahmen – Kinder sollten zusammengetrieben werden, um sie aus dem zu bombardierenden Dorf zu schaffen – auf die Eltern der Kinder geschoben wird, die nicht zulassen, dass "Kindereintreiber" ihre Kinder wegbringen. Das gloriose Vorhaben, ältere Mädchen in der Stadt dann für sich und ihre verwaisten jüngeren Geschwister sorgen zu lassen, werde – so legt es die Argumentation der Bombenflieger nahe – durch die Eltern verhindert; den Plan bezeichnet Fried sowohl im Titel des Gedichts als auch in der dritten Strophe als "Liebesdienst". Vielleicht wäre es zu gewagt, aufgrund der Positionierung des Begriffs unmittelbar nach Erläuterung der Intention assoziativ darauf zu schließen, dass die älteren Mädchen ihr Überleben nicht nur durch diesen "Liebesdienst" gesichert wüssten, sondern sich wohl in Saigon auch durch Liebesdienste wie Prostitution erhalten müssten. Auffällig ist die Wahl des Ausdrucks jedoch in jedem Falle: Die Idee, Kinder vor der Zerstörung eines Dorfes in Sicherheit zu bringen und nur die Eltern durch Bomben und Napalm zu töten, als Liebesdienst zu bezeichnen, führt erschreckend vor Augen, wie abgestumpft die RezipientInnen derartiger Nachrichten bereits durch vorangegangene Gräueltaten sein müssen – es erfordert einen Schritt zurück, eine Distanz, um festzustellen, dass schon das geplante Bombardement eines Dorfes inhuman ist, nicht lediglich die Tatsache, dass auch Kinder unter den Betroffenen sein könnten. Das Gedicht fügt sich in Frieds dichterischen Duktus, insofern es sein stetes Bemühen, gegen die Indifferenz gegenüber Untaten anzukämpfen, lakonisch zum Ausdruck bringt. Zudem entlarvt er durch den sprachlichen Kunstgriff, "wahllos" und "Wahl" rahmend an den ersten und den letzten Vers des Gedichts zu stellen, die apologetische Sprechweise der Befürworter des Angriffs. Das Eindringen des Krieges in das Familienleben sowie die Bezeichnung "Liebesdienst" für eine Schonungsmaßnahme in einem schonungslosen Vorgehen exemplifizieren wieder den wechselseitigen Antagonismus von Liebe und Krieg.

V. Conclusio

Wie sich Fried in den alten Topos der wechselseitigen Abhängigkeit von Krieg und Liebe einschreibt und sich dabei auf poetologische, medienkritische, historische und literarische Exkurse begibt, kann also aus eingehender Lektüre der beiden besprochenen Gedichtbände ebenso abgeleitet werden wie Frieds Einstellung zur Aufgabe von Poesie und zu engagierter Literatur. Der vielseitige Dichter adaptiert literarische Topoi, gängige Klischees aus Medien, Gesellschaft und Propaganda, spürt sprachlichen Wendungen und Sprichwörtern detailgenau nach, um zu seiner persönlichen Ausdrucksweise zu gelangen und sein Publikum aufzurütteln und Räume zu eröffnen, die ein Arrangieren mit der tristen Gegenwart ermöglichen, ohne einem indifferenten Eskapismus anheimzufallen.


Anmerkungen

[1] Zu Frieds Biografie vgl. Kaukoreit, Volker (1991): Des Lebens Bogen, in: Ders.: Vahl, Heidemarie (Hg.): Erich Fried. Materialien und Texte zu Leben und Werk, Darmstadt: Hüsser, 105–116.

[2] Vgl. Homer (1966): Die Odyssee. Ins Deutsche übersetzt von Wolfgang Schadewaldt, Zürich/Stuttgart: Artemis, 100–103.

[3] Vgl. Lamer, Hans/Kroh, Paul/Busch, Ernst/Schöne, Wilhelm (Hg.) (1966): Wörterbuch der Antike mit Berücksichtigung ihres Fortwirkens, Stuttgart: Kröner, 249.

[4] Bernard, Wolfgang (1990): Spätantike Dichtungstheorien. Untersuchungen zu Proklos, Herakleitos und Plutarch, Stuttgart: Teubner, 91.

[5] Vgl. Dalfen, Joachim/Lahmer, Karl/Sommer, Gerhard (2001): Griechische Philosophie. Ursprung und Grundlagen des europäischen Denkens, Wien: OEBV und HPT, 65f.

[6] Ebd. 68.

[7] Vgl. Kaukoreit 1991a: 107–111.

[8] Vgl. Schwendter 2001: 124.

[9] Fried, Erich (1995): Es ist was es ist. Liebesgedichte Angstgedichte Zorngedichte, Berlin: Wagenbach, 106.

[10] Auf Altgriechisch würde das Wortspiel leider nicht funktionieren, da Eros (Ἔρως) mit einem kurzen Epsilon und einem langen Omega geschrieben und ausgesprochen wird, während der E-Laut in Homers Namen (Ὅμηρος) durch ein langes Eta repräsentiert wird, der O-Laut hingegen durch ein kurzes Omikron. In der deutschen Transkription jedoch ist die lautliche Beziehung gut möglich, da die Quantitätsmetathese ausfällt.

[11] Foucault, Michel (2001): In Verteidigung der Gesellschaft. Vorlesungen am Collège de France 1975. Aus dem Französischen von Michaela Ott, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 26.

[12] Fried, Erich (1993): Durcheinander, in: Ders.: Gesammelte Werke. Gedichte 2. Hg. von Volker Kaukoreit und Klaus Wagenbach, Berlin; Wagenbach, 404.

[13] Vgl. Drösser, Christoph: Von Brecht? Unvorstellbar, in: Die Zeit online. 31.01.2012, online unter: http://www.zeit.de/2002/06/200206_stimmts_brecht.xml (letzter Zugriff: 14.09.2018).

[14] Fried 1995: 21.

[15] Vgl. die erste Strophe von "An die Nachgeborenen" (1939), online unter: https://www.lyrikline.org/de/gedichte/die-nachgeborenen-740 (letzter Zugriff: 14.09.2018).

[16] Adorno, Theodor W. (1977): Kulturkritik und Gesellschaft, in: Ders.: Gesammelte Schriften, Band 10.1: Kulturkritik und Gesellschaft I. Prismen, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 30.

[17] Vgl. hierzu auch Hinderer, Walter (2001): Stichworte zur politischen Lyrik, in: Hinderer, Walter/Lunzer, Heinz/Seeber, Ursula (Hg.): "All right, what’s left". Historische und aktuelle kritische Positionen in Andenken an Erich Fried. Texte zum Erich Fried Symposium 2001, Wien: Zirkular, 107–119.

[18] Fried 1995: 19.

[19] Ebd. 99.

[20] Vgl. Hinderer 2001: 110.

[21] Ebd. 109.

[22] Vgl. Von Brand, Tilman (2003): Öffentliche Kontroversen um Erich Fried, Berlin: Wissenschaftlicher Verlag, 64.

[23] Ebd. 259.

[24] Ebd. 258.

[25] Vgl. Hinderer 2001: 110.

[26] Kaukoreit, Volker (1991b): Vom Exil bis zum Protest gegen den Krieg in Vietnam. Frühe Stationen des Lyrikers Erich Fried, Werk und Biographie 1938–1966, Darmstadt: Hüsser, 453f. Vgl. hierzu auch Von Brand 2003: 257.

[27] Vgl. Kaukoreit 1991b: 454.

[28] Ebd. 457.

[29] Vgl. Von Brand 2003: 259.

[30] Fried, Erich (1995): Was soll und kann Literatur verändern? in: Ders.: Die Muse hat Kanten. Aufsätze und Reden zur Literatur. Hrsg. von Volker Kaukoreit, Berlin: Wagenbach, 78.

[31] Vgl. Von Brand 2003: 254.

[32] Fried in einem Interview mit Dick van Stekelenburg. Zitiert nach Gans, Michael/Jost, Roland/Vogel, Harald (2012): Erich Fried lesen. Lesewege – Lesezeichen zum literarischen Werk, Hohengehren: Schneider 108.

[33] Fried, Erich (1974): und Vietnam und. Einundvierzig Gedichte, Berlin: Wagenbach.

[34] Vgl. Kaukoreit 1991b: 452.

[35] Ebd. 452.

[36] Vgl. das Gedicht "Gleichheit Brüderlichkeit" in: Fried 1974: 55f.

[37] Vgl. Schwendter 2001: 120ff.

[38] Vgl. Kaukoreit 1991b: 452.

[39] Schwendter 2001: 122.

[40] Vgl. Kaukoreit 1991b: 454f.

[41] Vgl. Fried 1974: 14f.

[42] Vgl. Holzberg 2001: 22.


Literatur

I. Primärliteratur

Fried, Erich (1974): und Vietnam und. Einundvierzig Gedichte, Berlin: Wagenbach.

Fried, Erich (1993): Gesammelte Werke. Gedichte 2. Hrsg. von Volker Kaukoreit und Klaus Wagenbach, Berlin.

Fried, Erich (1995): Es ist was es ist. Liebesgedichte Angstgedichte Zorngedichte, Berlin: Wagenbach.

Fried, Erich (1995): Was soll und kann Literatur verändern? in: Ders.: Die Muse hat Kanten. Aufsätze und Reden zur Literatur. Hrsg. von Volker Kaukoreit, Berlin: Wagenbach, 69–85.

Homer (1966): Die Odyssee. Ins Deutsche übersetzt von Wolfgang Schadewaldt, Zürich/Stuttgart: Artemis, 100–103.

II. Sekundärliteratur

Adorno, Theodor W. (1977): Kulturkritik und Gesellschaft, in: Ders.: Gesammelte Schriften, Band 10.1: Kulturkritik und Gesellschaft I. Prismen, Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Brecht, Bertolt (1939): An die Nachgeborenen, online unter: https://www.lyrikline.org/de/gedichte/die-nachgeborenen-740 (letzter Zugriff: 14.09.2018).

Bernard, Wolfgang (1990): Spätantike Dichtungstheorien. Untersuchungen zu Proklos, Herakleitos und Plutarch, Stuttgart: Teubner.

Dalfen, Joachim/Lahmer, Karl/Sommer, Gerhard (2001): Griechische Philosophie. Ursprung und Grundlagen des europäischen Denkens, Wien: OEBV und HPT.

Drösser, Christoph: Von Brecht? Unvorstellbar, in: Die Zeit online (31.01.2012), online unter: http://www.zeit.de/2002/06/200206_stimmts_brecht.xml (letzter Zugriff: 14.09.2018).

Foucault, Michel (2001): In Verteidigung der Gesellschaft. Vorlesungen am Collège de France 1975. Aus dem Französischen von Michaela Ott, Frankfurt am Main: Suhrkamp.

Gans, Michael/Jost, Roland/Vogel, Harald (2012): Erich Fried lesen. Lesewege – Lesezeichen zum literarischen Werk, Hohengehren: Schneider.

Hinderer, Walter (2001): Stichworte zur politischen Lyrik, in: Hinderer, Walter/Lunzer, Heinz/Seeber, Ursula (Hg.): "All right, what’s left". Historische und aktuelle kritische Positionen in Andenken an Erich Fried. Texte zum Erich Fried Symposium 2001, Wien: Zirkular, 107–119.

Holzberg, Niklas (2001): Römische Liebeselegie, Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft.

Homer (1966): Die Odyssee. Ins Deutsche übersetzt von Wolfgang Schadewaldt, Zürich/Stuttgart: Artemis

Kaukoreit, Volker (1991a): Des Lebens Bogen, in: Ders.: Vahl, Heidemarie (Hg.): Erich Fried. Materialien und Texte zu Leben und Werk, Darmstadt: Hüsser.

Kaukoreit, Volker (1991b): Vom Exil bis zum Protest gegen den Krieg in Vietnam. Frühe Stationen des Lyrikers Erich Fried, Werk und Biographie 1938–1966, Darmstadt: Hüsser.

Lamer, Hans/Kroh, Paul/Busch, Ernst/Schöne, Wilhelm (Hg.) (1966): Wörterbuch der Antike mit Berücksichtigung ihres Fortwirkens, Stuttgart: Kröner.

Schwendter, Rolf (2001): und Vietnam und, in: Hinderer, Walter/Lunzer, Heinz/Seeber, Ursula (Hg.): "All right, what's left". Historische und aktuelle kritische Positionen in Andenken an Erich Fried. Texte zum Erich Fried Symposium 2001, Wien: Zirkular, 120–124.

Von Brand, Tilman (2003): Öffentliche Kontroversen um Erich Fried, Berlin: Wissenschaftlicher Verlag.

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erich fried, krieg, liebe, lyrik, poesie, poetologie