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2/2011 - Medienaktivismus

21.06.2011

Medienaktivismus

Im Umfeld des Begriffs „Medienaktivismus“ werden gegenwärtig Diskussionen zur Rolle von Aufstand, Protest oder Revolution rekapituliert und gebündelt. Dabei wird anhand der Entwicklung und aktuellen Funktion von (technischen) Medien untersucht, wie sie als Produktionsbedingungen eine gegenständliche Voraussetzung für gesellschaftliche Widerstandsformen darstellen und mithin von AkteurInnen im Rahmen sozialer Konflikte ins Feld gesetzt werden können.

Die zweite Ausgabe der Medienimpulse im Jahr 2011 geht diesem auch für die Medienpädadagogik wichtigen Wirkungsverhältnis nach.

Blättern Sie rein!

Editorial

Alessandro Barberi / Wolfgang Sützl / Theo Hug: Editorial 2/2011 Medienaktivismus

Editorial 2/2011 Medienaktivismus

Schwerpunkt

Felix Stalder: Von Nischen und Infrastrukturen - Herausforderungen und neue Ansätze politischer Technologien

Neue Technologien aus dem aktivistischen Umfeld bieten radikale Alternativen zu kultureller Nischenbildung und zentralisierten Web 2.0-Infrastrukturen.


Clemens Apprich: ...und natürlich kann geschlachtet werden!

Wie die Geiselnahme einer Kuh als kritische Intervention in biopolitische Zeichensysteme zu verstehen ist, und was das alles mit einer Neuformulierung aktivistischer Mediennutzung zu tun hat.  


Theo Hug: Sondierungen im Spannungsfeld von Medienaktivismus und handlungsorientierter Medienpädagogik

Wie lässt sich das Verhältnis von Medienaktivismus und handlungsorientierter Medienpädagogik beschreiben? Im Beitrag werden ausgewählte Aspekte der Thematik sondiert und kritisch diskutiert.


Justus Junghans: Die Operation Payback - kriminelle Handlung oder ziviler Ungehorsam? - Ein Einordnungsversuch einer neuen Protestform.

Wie lässt sich digitaler Aktionismus einordnen? Kriminelle Handlung oder ziviler Ungehorsam? Ein wissenschaftlicher Einordnungsversuch der Operation Payback in die Theorie Hannah Arendts.


Andreas Oberprantacher: Culture Jammed - The Art of Subverting Violence

Driven by the messianic pleasure of disconcerting hegemonic power, many contemporary activist movements aim at “jamming” cultures of violence – without any visionary pretension of a new truth.

Praxis

Christian Berger: Virtuelle Hämmer und Schraubenzieher

Angebote aus den Tiefen des Internets unterstützen Lernende und Lehrende. Der Beitrag beschreibt einige der heute zur Verfügung stehenden Online-Werkzeuge.


Helmut Hostnig: „FREUFACH“ Radio - Ein Erfahrungsbericht

Erste Erfahrungen des Radioprojektes "Radiopoly" an der Polytechnischen Schule Wien 3 zeigen, dass Lernen mehr sein kann als einfache Wissensvermittlung und komplexes Sprachverständnis auch Spass machen kann.


Anton Tantner: Selbstmanagement in der Kontrollgesellschaft: Weblogs und persönliche Homepages

Marketing heißt das Instrument der sozialen Kontrolle, und auch das Subjekt wird davon erfasst: Eine „Ich-AG“ hat es zu bilden, sozial kompetent und flexibel muss es sein. Wie die persönliche Homepage und das eigene Weblog dabei helfen, untersucht Anton Tantner anhand einer Selbsterkundung.


Martin Wassermair: Jenseits des digitalen Grabens - Mythen und Realitäten der IKT-Aneignung in Afrika

Nach den Erfahrungen im arabischen Raum wächst auch in Subsahara-Afrika die Neigung, den Zugang zu digitalen Medien einzuschränken: Soziale Netzwerke wie Facebook, so die verklärte Vorstellung, könnten einen über Jahrzehnte errichteten totalitären Machtapparat zum Einsturz bringen.


Christian Berger: Nutzungsbedingungen - Wer liest schon das Kleingedruckte?

Einblicke in den Software-Lizenzdschungel und die Bedeutung für den schulischen Alltag

Bildung - Politik

Anu Pöyskö: Keine Bildung ohne Medien - Eine Zwischenbilanz aus österreichischer Perspektive

Seit 2009 bündelt die Initiative "Keine Bildung ohne Medien" ProtagonistInnen der deutschen Medienpädagogik-Szene, unter anderem durch ein gemeinsames "Medienpädagogisches Manifest". Ende März fand in Berlin mit dem "Medienpädagogischen Kongress" die erste, große Zusammenkunft der UnterzeichnerInnen und UnterstützerInnen des Manifestes statt. Über 400 medienpädagogische Fachleute aus Theorie und Praxis waren dem Ruf gefolgt. Noch weitaus mehr wären gerne gekommen, erhielten aber – trotz Aufstockung der Kongressplätze Aufgrund des großen Andrangs – keinen Platz mehr. "Es herrscht gerade so eine Aufbruchstimmung, nicht hier zu sein hieße wirklich etwas zu verpassen", meinte etwa Irene Schumacher, eine erfahrene Praktikerin aus Freiburg.


Stefan Huber / Sonja Einböck: Current Debate on New Media: Implications for Media Education

This article sketches the current debate on new media at the Civilmedia11 and the Symposium "Changing democracy: Journalism, civic participation and ICTs" and draws implications for media education.

Kultur - Kunst

Thomas Ballhausen: Horror auf acht Beinen. Eine Notiz zu Spinnen im Film.

Die filmische Darstellung der Spinne hat eine lange Tradition, die mythologisch unterfüttert ist und in den letzten Jahren einige bemerkenswerte Veränderungen erfahren hat.

Neue Medien

Karl H. Stingeder: MMORPGs als virtuelle Welten – Immersion und Repräsentation - von Tim Rittmann

"World of Warcraft" ist weiterhin in aller Munde, "Second Life" wurde lange Zeit durch einen massiven Medien-Hype gepusht. Was bewegt Spieler von Massively Multiplayer Online Role-Playing Games (MMORPGs)? Und wodurch zeichnen sich virtuelle Welten aus?


Patrick Drexler: Gamecrime und Metacrime: Strafrechtlich relevante Handlungen in Zusammenhang mit virtuellen Welten - Cindy Krebs und Thomas-Gabriel Rüdiger

Cindy Krebs und Thomas-Gabriel Rüdiger nehmen sich in ihrer Abschlussarbeit "Game- und Metacrime: Strafrechtlich relevante Handlungen in Zusammenhang mit virtuellen Welten" einer bislang wenig erforschten Thematik an.


Daniela Weinholtz: A Practical Guide To Using Second Life in Higher Education - von Maggi Savin-Baden

Lehren und Lernen in der virtuellen Umgebung von Second Life - ein komplexes Thema für das es keine Gebrauchsanweisung gibt? Oder vielleicht doch?


Karl H. Stingeder: Vergemeinschaftung in MMORPGs - von Rudolf Thomas Inderst

Haben MMORPGs das Ende des "Einzelkämpfertums" und die Ära der Vergemeinschaftung eingeläutet? Falls ja, mit welchen Folgen für die Spieler, online wie auch in der realen Welt?