Schwerpunkt

2/2016 - Internet und digitale Medien als sexualisierte Räume

Hemmungslos gegen Gleichheit

Wie reaktionäre Gruppen das Feld der sexuellen Bildung zum Austragungsort gegen gesellschaftlichen Fortschritt inszenieren

AutorIn: Stefanie Vasold

Stefanie Vasold untersucht in Ihrem luziden Beitrag zur Sexualerziehung wie nach wie vor die grundlegenden menschlichen Bedürfnisse im Bereich der Sexualität in der Öffentlichkeit gerade aus pädagogischer Sicht nicht angemessen diskutiert werden ...

Abstract

Im September 2015 trat ein neuer Erlass zu Sexualerziehung an Österreichs Schulen in Kraft. Begleitet wurde dessen Erarbeitung von wütender Empörung christlich-fundamentalistischer und anti-feministischer Kreise. Ähnlich konfrontativ verliefen zuletzt auch in Deutschland Debatten zur Modernisierung der schulischen Sexualerziehung. Ein dreiviertel Jahr nach dem In-Kraft-Treten zieht Stefanie Vasold eine erste Bilanz der Debatte und beleuchtet die politischen Hintergründe des sich radikalisierenden Protests, der sich im Kern weniger gegen sexuelle Bildung als mehr gegen die Gleichstellung der Geschlechter, Feminismus und die Beseitigung von Diskriminierung richte.

* Dieser Artikel ist in einer ähnlichen Fassung zu Beginn des Jahres in "Zukunft – Die Diskussionszeitschrift für Politik, Gesellschaft und Kultur", Ausgabe 2/2016 erschienen


1. Einleitung

Dass es nach 20 Jahren einen neu aufgesetzten und überarbeiteten Entwurf zur Sexualerziehung an Österreichs Schulen gibt, ist sehr erfreulich, dass die Sexualpädagogik in Österreichs Schulen reformiert wird, höchst an der Zeit.

Tatsächlich lassen sich die drei Stationen, die der "Grundsatzerlass Sexualerziehung" bis jetzt genommen hat, auch historisch als Ausdruck veränderter Blickwinkel in der Sexualpädagogik nachvollziehen. In den 1970er Jahren, zur Zeit des ersten Erlasses, ging es vor allem um die Frage "Was dürfen Jugendliche wissen?" und war Vermittlung sexuellen Wissens vor allem punktuell, kognitiv und auf Bio-Fakten beschränkt gedacht, bestenfalls im Rahmen eines Aufklärungsgespräches mit den Eltern und wenigen Unterrichtsstunden in wenigen Unterrichtsfächern. Mitte der 1990er Jahre wurde mit der erstmaligen (geringfügigen) Veränderung den sich in den 20 Jahren zuvor verändernden Lebensrealitäten Rechnung getragen. Beeinflusst von Themen der Neuen Frauenbewegung, legalem Schwangerschaftsabbruch, rechtlicher Gleichstellung von Männern und Frauen sowie der Schwulen/Lesbenbewegung, der Antigewalt-Bewegung und dem AIDS-Debakel gerieten Themen wie Geschlechterverhältnisse, Prävention von sexueller Gewalt und AIDS und damit auch Fragen der sexuellen Selbstbestimmung und Vielfalt in den Blick der Sexualpädagogik.

Nach weiteren zwanzig Jahren fand 2015 neuerlich eine, diesmal umfassendere, Neuformulierung des Erlasses statt. Mit gutem Grund. In den letzten 20 Jahren hat sich viel getan: Bedeutende Entwicklungen dieser letzten Dekaden sind die Erfindung und Etablierung des Internets, die weitgehende Gleichstellung von vielfältigen Lebensformen in den meisten europäischen Ländern und die Formulierung sexueller Rechte als Menschenrechte auf internationaler Ebene. Sexuelle Bildung muss auf Basis dieser Entwicklungen weitergedacht und weiterentwickelt werden. (vgl. Kluge 2013: 116ff. und Vlatl 2013: 125ff.) Das zu versuchen, könnte man meinen, liegt im Interesse aller Beteiligten.

2. Grundsatzerlass Sexualerziehung 2015

Anders als die lautstarken Proteste der Kritiker_innen vermuten hätten lassen, spricht der Erlass dieses Problem sehr unaufgeregt und sachlich an:

"Sexualpädagogik soll altersgerecht, an der Lebensrealität von Kindern und jungen Menschen orientiert sein und auf wissenschaftlich gestützten Informationen basieren. Sie soll einen positiven Zugang zur menschlichen Sexualität darstellen und eine positive Grundhaltung sich selbst gegenüber sowie das eigene Wohlbefinden befördern. Sie soll sich am Prinzip der Gleichstellung der Geschlechter sowie der Vielfalt der Lebensformen (z. B. sexuelle Orientierung, Geschlechteridentitäten) orientieren, soll Kompetenzen (z. B. kritisches Denken, Kommunikationsfähigkeiten) vermitteln und an internationalen Menschenrechten ausgerichtet sein." (Grundsatzerlass Sexualpädagogik 2015)

Sexualpädagogik wird im Erlass als Feld der Persönlichkeitsentwicklung definiert, das sich auch auf emotionaler, sensorischer und körperlicher Ebene vollzieht. Sexuelle Bildung die vom Kleinkind-Alter bis ins Erwachsenenalter reicht hat zum Ziel, Kinder und Jugendliche so zu begleiten, dass sie letztlich eine selbstbestimmte und verantwortungsvolle Sexualität für sich und andere leben können.

Bereiche, die damit zusammenhängen, sind emotionale Intelligenz, faires soziales Verhalten, die Gestaltung tragfähiger Beziehungen, Körperkompetenz und Ausdrucks- sowie Auseinandersetzungsfähigkeit. Sexuelle Rechte werden im Erlass als Teil der Menschenrechte gedacht und stützen sich auf nationale wie internationale Dokumente von WHO, UNO und etablierten NGOs (vgl. WHO-Europa/BZgA 2011).

Im Erlass werden neben den Inhalten der Sexualpädagogik auch die pädagogische Haltung und die Rolle der Schulleitung adressiert, wenn es um das Einschreiten gegen benachteiligende, (sexuell) abwertende Äußerungen oder Handlungen geht. Sexuelle Bildung ist dem neuen Erlass zufolge nicht nur eine Frage des Inhalts und der Vermittlung, sondern auch eine Frage der Haltung und des Miteinanders in der Schule, das ein Einschreiten gegen jede Form von sexueller Gewalt bedarf.

Dass die Vermittlung sexuellen Wissens und Kompetenzen im Zusammenspiel mit den Eltern passieren soll, wird schon in den ersten drei Absätzen zweimal angesprochen. Insgesamt ist in der gültigen Fassung achtmal von den Eltern als wichtigen Partner_innen die Rede.

3. Zwangssexualisierung und Co

Noch bevor der Entwurf zum Erlass veröffentlich wurde, und erst recht danach, hagelte es Kritik. Die Ecken, aus denen diese Kritik formuliert wurde, sind weitgehend altbekannt.

Katholischer Elternverein, FPÖ, die ÖVP, Kirche, Cartellverband, Meinungsbildner_innen aus bürgerlichen Medien, christliche Lehrer_innengewerkschaft … – die Reihe lässt sich fortsetzen.

Der erste und bis zum Schluss einer der zentralsten Punkte der Kritik war die Umformulierung der Rolle der Eltern. Während im Erlass von 1970 und 1995 festgehalten war, dass Sexualerziehung primär die Aufgabe der Eltern (und, nebenbei bemerkt, in Abstimmung mit den Religionslehrer_innen zu erfolgen hat) ist, ist im neuen Erlass von der Zusammenarbeit von Schule und Eltern die Rede. Dass diese Zusammenarbeit schon im Entwurf mehrfach erwähnt wurde, konnte die Gemüter nicht beruhigen. Während es Einigkeit gibt, dass die Inhalte, Methoden und Unterlagen in Fächern wie Mathematik, Sprachen, Religion, von der Öffentlichkeit – immer von ausgewählten Expert_innenbeiräten – festgelegt und vorgegeben werden, wird bei Themen der sexuellen Bildung diese Verantwortung des Staates und den dafür vorgesehenen Gremien in Frage gestellt und das Primat des Privaten postuliert.

Die folgende mediale und in sozialen Medien geführte Diskussion war von absichtlichem Missverstehen, Überinterpretieren oder schlicht Desinformation geprägt. Wochenlang war – auch von den Medien weitgehend unhinterfragt übernommen – die Rede von "Zwangs"- und "Frühsexualisierung", von Anleitungen zur Masturbation, gemeinsamem Porno-Schauen, "brandgefährlichen" Plänen und Sex-Übungen im Turnunterricht. Weiterer Aufreger, das Unterrichtsprinzip: Da wurde die Befürchtung laut, es müsse in jedem Fach immer über Sexualität gesprochen werden.[1] Der Erlass sei an der Grenze zum sexuellen Missbrauch anzusiedeln (vgl. Walterskirchen 2015), jedenfalls würde er zu einer Zunahme von sexuellen Missbrauchsfällen führen. Zu wenig Eltern, zu wenig Familie, zu wenig Werte, zu viel Offenheit und Pluralität. Andreas Unterberger ortete gar den Versuch der Homosexuellen-Lobby sich "möglichst jungen und knackigen (sic!) Nachwuchs heran zu züchten" (Unterberger 2015).

Nicht zu blöd war es dann der "unabhängigen" ÖVP-Familienministerin Karmasin, sich vor diesen Karren spannen zu lassen und in den Chor gegen die "Verstaatlichung der Sexualerziehung" einzustimmen. Sie forderte einen Neustart des Erlasses, die Eltern müssten die Möglichkeit eingeräumt bekommen, gegebenenfalls in die Sexualerziehung der Schule "korrigierend eingreifen" zu können (Neuhauser 2015). Das stelle man sich mal bei anderen Unterrichtsfächern vor. Karmasin schlägt damit in die Kerbe jener, die Sexualerziehung weniger als Recht der Kinder, als ein Recht der Eltern sehen.

Macht man sich nach den ernsthaften Elementen der Kritik auf die Suche – und das ist nicht ganz einfach –, dann bleibt neben der Rolle der Eltern und jenen Punkten, die Gleichstellung und Antidiskriminierung zum Thema machen, vor allem das breite Altersspektrum, auf den der neue Erlass Bezug nimmt. Schon im Kindergarten soll altersgerechte Sexualerziehung stattfinden und diese sich bis ins Erwachsenenalter fortsetzen. Dementsprechend war der Titel der Petition, die letztlich 8.100 Personen unterzeichneten, "Nein zu schädigender Frühsexualisierung unserer Kinder".

Initiatorin dieser Petition war eine einigermaßen neue Gruppe, die sich rund um die Sexualerziehungsmaterialien des Vereins Selbstlaut 2012 öffentlich wahrnehmbar zusammengefunden hat (siehe dazu Vasold 2014). Eine Gruppe "loser", "besorgter" Eltern, wie sie sich selbst darstellten. Mittlerweile hat sie sich als "Initiative für wertvolle Sexualerziehung"[2] neu aufgestellt. Der Entwurf zum Erlass wurde auf 26 Seiten "analysiert" (vgl. Initiative für wertvolle Sexualerziehung 2015): mittels "Gender-Ideologie" werde das familienorientierte Gesellschaftsmodell zu einem Modell sexueller Vielfalt umgedeutet und dieses schon den kleinsten Kindern staatlich aufgedrückt. Statt ethisch-moralischer Einteilungen, was gut und böse, was richtig und falsch ist, würde das gleichwertige Benennen verschiedener Lebensformen Beliebigkeit vermitteln.

Die zuständige Ministerin Heinisch-Hosek berichtete von insgesamt 50 Stellungnahmen zum Entwurf, hielt aber im Wesentlichen daran fest und kündigte an, die Rolle der Eltern im Erlass zu verstärken. Mit diesen und einigen anderen kleineren Änderungen veröffentlichte sie den Erlass, der mit September 2015 in Kraft trat.

4. Nicht neu, aber anders

Die Argumente und die Aufregung, wenn es um Fragen der sexuellen Entwicklung von Kindern und Jugendlichen geht, sind nicht neu. Manche Kritik liest sich wie eine Abhandlung aus vergangenen Jahrhunderten. Die Gräben, die sich an Fragen von Sexualität und Gesellschaft aufgetan haben, sind nahezu dieselben geblieben.

Dabei ist Sexualität weniger ein biologisches Konstrukt, worauf so gern von diesen Gruppen verwiesen wird, als ein gesellschaftliches: Jugendsexualverhalten ist immer im Spiegel gesellschaftlicher Entwicklungen zu sehen. Gesellschaftlich wird festgelegt, wer, wann, wie mit wem Sex haben darf oder nicht. Geschlechter-, Sexual- und Wertvorstellungen haben sich über die vergangenen Jahrhunderte immer wieder verändert und die Festlegungen was verboten, geduldet oder erlaubt ist, mit ihnen. Meist waren diese Prozesse von Widerständen, Generationenkonflikten und mehr oder weniger heftigen Diskussionen begleitet (vgl. Neubauer 2013: 364ff). Freilebiges, oder auch nur anderes, Sexualverhalten der Jugend wird dabei seit jeher in Zusammenhang mit Kulturzerfall, Werteverlust und Chaos gebracht.

Ob bei der Gleichstellung unehelicher Kinder, bei der Aufhebung des "Werbeverbotes" für Homosexualität, bei der Einführung der Fristenregelung oder der Umsetzung von Frauen- und Kinderrechten – immer wieder waren es konservative und rechte Parteien Hand in Hand mit der katholischen Kirche, die mit aller Kraft versuchten, die alte Ordnung aufrecht zu erhalten und vermeintlich schädlichen Einfluss auf die Jugend zu verhindern. Zum Beispiel Ende der 1980er Jahre, als der "Sexkoffer" eingeführt werden sollte. "Perversität" und "Animation zum Geschlechtsverkehr" waren auch damals die Kommentare. Oder Mitte der 1990er Jahre, als ein Linzer Gericht Zeitungen des sexualpädagogischen Theaterstückes "Was heißt hier Liebe?" beschlagnahmte. Sogar bei der wahrlich wenig aufregenden Broschüre des Sozialministeriums "Love, Sex & so" 2002 tobte das konservative Land, ortete das Befördern eines "zügellosen Sexuallebens" und sah die "Kernfamilie" in Bedrängnis.

Die Reaktionen überraschen also nicht grundsätzlich und nicht in der Stoßrichtung. Viele Akteur_innen und Argumente sind im Gegenteil alt bekannt und einigermaßen uninteressant. Bemerkenswert ist aber, dass sich neben dem alten konservativ-rechten Reigen, der in den letzten Jahrzehnten einigermaßen massive Bedeutungsverluste hinnehmen musste, neue Akteur_innen etablieren und die Formen, der Ton und die Aggressivität des Protests an Radikalität zunehmen.

So ist die Aufregung rund um den Erlass nicht die einzige in den letzten Jahren. 2012, als der Verein Selbstlaut im Auftrag des Unterrichtsministeriums die Materialiensammlung "ganz schön intim" für Sexualerziehung mit 6-12-Jährigen erstellte, trat die Gruppe, die heute als "Initiative wertvolle Sexualerziehung" auftritt, erstmals zum Thema in Erscheinung und inszenierte einen Sturm der Entrüstung. Kern der Kritik war ähnlich wie beim Sexualkunde-Erlass die gleichberechtigte Nennung von homo- und heterosexuellen Lebensformen, das Sichtbarmachen von Inter- und Transsexualität oder die Nennung verschiedener Möglichkeiten, ein Kind zu bekommen über die "natürliche" Befruchtung hinaus, also z. B. mittels Adoption, als Pflegekind oder über eine Samenspende. Innerhalb kurzer Zeit wurde das Thema von Politik und Medien hochgespielt. Es gab fünf parlamentarische Anfragen von ÖVP, FPÖ und BZÖ, Schlagzeilen auf beinahe allen Titelblättern österreichischer Tageszeitungen, Radio, Diskussionsrunden in mehreren TV-Kanälen, Internet- oder Video-Blogs, sogar mehrere deutsche Medien, wie die "Zeit" oder der "Spiegel" berichteten. Die Diskussion hielt sich mehrere Wochen und erlebte in zahlreichen Foren und Diskussionen nicht zu erwartende Heftigkeit und Emotionalität. Nach und nach kristallisierte sich als zentrale Triebkraft dieses Protestes eben jene Gruppe heraus, die sich als lose, überparteilich, unideologisch, schlicht als "besorgte Eltern" ausgaben und auch als solche von den Medien unhinterfragt übernommen wurden. Eine davon, Gudrun Kugler, sitzt mittlerweile nach einem Vorzugsstimmenwahlkampf ("Christen in die Politik" "Trotz allem ÖVP") im Wiener Landtag (vgl. Kugler 2015 und Schmid 2015). Sie konnte mit klerikal-konservativen Ansagen die zweitmeisten Vorzugsstimmen auf der Liste der ÖVP auf sich vereinen. Kein Wunder, ist sie doch bestens vernetzt und wurde vom Dachverband katholischer Verbände aktiv unterstützt, Teil ihres Netzwerkes sind auch radikale Abtreibungsgegner_innen.

Die gute Organisation und Vernetzung zeigte sich auch am aktuellen Protest. So ließ das Unterrichtsministerium wissen: Vielen der Mails und Briefe, die eingehen, sehe man gleich an, dass sie organisiert seien, mit vielen wortgleichen Textstellen. Es wirke nach einer lauten, aber nicht sehr großen Gruppe, die hier mobilisiert (vgl. Hamann 2015). Als Teil der Elterngruppe scheint Gudrun Kugler mittlerweile nirgends mehr offiziell auf, als Abgeordnete wirkt sie in ihrem Sinn weiter und hat neue Möglichkeiten, in die Offensive zu gehen.

Eine neue Qualität der Debatte ließ sich dann kurz danach rund um die Methodensammlung "Sexualpädagogik der Vielfalt" in Deutschland ausmachen. Erstmals 2008 herausgegeben, blieb das Buch bis zur zweiten Auflage 2012 unbeobachet, dann allerdings brach anlässlich einer Debatte über den Bildungsplan in Baden-Württemberg ein massiver Shit-Storm gegen Elisabeth Tuider, eine der Herausgeber_innen, aus. Höhepunkte der Ekelhaftigkeiten waren Vergewaltigungs- und Morddrohungen: "Noch vor 30 Jahren hätte man so eine Alte in den Knast gesteckt und sie so lange dortbehalten, bis sie verrottet wäre." Tuider sei eine "dumm schwätzende und ausschließlich ihr abartiges Sexualleben im Auge behaltende irre Lesbe" und "sexbesessene Zwangsjackenkandidatin", so beispielweise Akif Pirinçci über die Autorin. Einen anderen Tiefpunkt der Debatte lieferte ein Anwalt, der vorschlug, "dieses Päderastenweib … "im Gangbang-Style anal zu penetrieren". Wieder ein anderer will die "Genderlesbe" – gleich erschießen (vgl. Magda 2014). Getragen war der Protest von rechts-konservativen und christlichen Verbänden, der "Alternative für Deutschland" und zahlreichen Internet-Aktivist_innen mit verschiedensten konservativen Hintergründen.[3] Die Autorin sah sich nach der Veröffentlichung ihrer Privatadresse sogar gezwungen, einige Zeit unterzutauchen, bis sich die Aufregung legte.

Diese Dimensionen der Auseinandersetzung sind neu. Der stetige Bedeutungsverlust traditioneller konservativer Institutionen einerseits und die Etablierung rechtlicher Gleichstellung andererseits geht scheinbar einher mit einer Radikalisierung der Debatte mit neuen Playern, die – gut vernetzt – alte und neue Kanäle für ihren Unmut instrumentalisieren. Genannt sei hier neben der schon erwähnten "Initiative für wertvolle Sexualerziehung" auch die Plattform "Demo für alle – Ehe und Familie vor!", die in Deutschland monatliche Demonstrationen durchführt, Protestschreiben, Petitionen und Kongresse durchführt.[4] Der Protest scheint sich dauerhaft etablieren zu wollen. In Österreich richtete sich die jüngste Aktion gegen Plakate an Wiener Schulen, auf denen Homosexualität bei Lehrer_innen thematisiert wurde (vgl. Verein Ausgesprochen 2015), und auch hier ist ein "Internationaler Kongress für entwicklungssensible Sexualpädagogik" geplant.

5. Was dahintersteht

Wie ist dieser neue, alte Trend zu erklären, was steckt dahinter und wieso gelingt es augenscheinlich einigen Wenigen so gut, zu dem Thema zu mobilisieren, sodass zumindest medial der Eindruck entsteht, als wäre das halbe Land in Aufruhr?

  • Sex ist und bleibt ein heikles Thema. Zuerst einmal für jeden und jede selbst.

Ein Grund für die Wogen, die das Thema schlägt, liegt wohl darin, dass Sexualität augenscheinlich viele Menschen berührt, mit jedem und jeder auch persönlich zu tun hat. Jeder Mensch trägt einen mehr oder weniger bewussten Rucksack mit Erfahrungen, Wünschen, Ängsten, Werten oder Tabus zum Thema Sexualität. Darüber hinaus gibt es viele Erwachsene, die selbst sexuelle Gewalt erfahren haben. Sexualität lässt sich also nicht losgelöst vom Eigenen behandeln und trifft auch deshalb nach wie vor einen Nerv bei den Menschen.

  • Sexualität von Kindern und Jugendlichen bleibt ein Tabu

Auch mehr als 100 Jahre nach Sigmund Freuds Abhandlungen zur Sexualtheorie ist das Thema kindliche Sexualität mit großen Tabus belegt. Die Empörung über "frühkindliche Masturbation" oder Sexualerziehung im Kindergarten ist bemerkenswert. Es liegt auf der Hand, dass körperliche und sexuelle Fragen auch oder gerade bei Kindern im Vorschulalter eine große Rolle spielen. Den eigenen Körper entdecken und erkunden, Ausscheidungen, Windelwechseln, Nacktheit, "Doktorspiele" oder eben kindliche Masturbation sind Themen, mit denen Kindergärten zu tun haben, ob sie wollen oder nicht. Diese Themen mit Entrüstung zurückzuweisen, ist schlicht realitätsverweigernd.

  • Neue Fundi-Akteur_innen mischen die Szene auf

Kleinen, radikalen, antifeministischen Gruppen gelingt es durch geschickte Öffentlichkeitsarbeit und gute Vernetzung mit bestehenden reaktionären, konservativen, rechten und maskulinistischen Gruppen, Verbände und Parteien das Thema hochzuspielen. Medien nehmen das Thema dankbar auf, verkauft sich "Sex" am Titelblatt doch immer noch hervorragend, ebenso wie "unabhängige Eltern", die angeblich um die Integrität ihrer Kinder bangen. Der Ton und die Methoden verschärfen sich durch diese Akteur_innen.

  • Das Internet fördert die Radikalität der Debatte

Die Dynamik der Debatte ist auch von einer Hate-Speech-Methode geprägt, die im Internet hervorragend funktioniert. Die Dimension, in der sich Fragen der Geschlechtergerechtigkeit oder sexuellen Vielfalt in den letzten Jahren entlädt (man erinnere sich an den verbalen Tsunami rund um die Töchter in der Bundeshymne) ist auch der leichten Verbreitung von Meinungen inklusive Falschinformation auf sozialen Plattformen, der schnellen Kommunikation, der oft anonymen und distanzierten Rahmenbedingungen dem Gegenüber mit geschuldet und wird dadurch verschärft.

  • Um Sex geht es eigentlich nicht

Sexualerziehung ist nur der aktuelle Aufhänger für einen Kulturkampf, der auf viel Grundlegenderes abzielt. Die Heftigkeit der Auseinandersetzung ist wohl auch im Zusammenhang eben jener gesellschaftlichen Veränderungen zu sehen, die zu Gleichstellung von Männern und Frauen oder gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften geführt haben und sich in den letzten Jahrzehnten stetig ausgeweitet haben. Genau darauf zielt die Kritik nämlich, wenn man sie im Kern liest. Als einen "Angriff aggressiver Gruppen auch auf eine breite wissenschaftliche, soziale und kulturelle Bewegung" mit dem Ziel, "die gesamte Richtung geschlechtsspezifischer Forschung als unwissenschaftlich zu denunzieren", bewerten die Soziologin Paula-Irene Villa und die Deutsche Fachgesellschaft für Gender-Studies die aktuellen Auseinandersetzungen. "Antigenderismus" diene dabei als Teil eines größeren Diskurses, der poltical correctnes als Feind stilisiert, frauenfeindliche, homo- und transphobe Positionen vertritt und sich dabei antietatistischer, antidemokratischer Affekte bedient (Vgl. Erklärung DGS 2014). Eine vertiefende Auseinandersetzung der Bewegung und ihrer Verbindungen zur christlich-fundamentalen und rechten Kreisen haben Villa und Hark in ihrem jüngsten Sammelband "Anti-Genderismus" begonnen (Vgl. Hark/Villa 2015).

Dementsprechend lässt sich die Aufregung um sexuelle Bildung als Kombination aus verschiedenen Elementen verstehen, die von persönlichen Erfahrungen, Einstellungen, Werten über das Tabu kindliche Sexualität, bis zur medialen Logik und digitalen Verbreitungsmöglichkeit geht. Die Zunahme der Radikalität und Wucht der Debatte muss aber auch im Hinblick auf die neuen Akteur_innen und deren heterogene Netzwerke christlich-fundamentaler, rechter und maskulinistischer Institutionen verstanden werden, mit denen scheinbar eine neue Radikalität und Organisationsform einhergeht. Liest man nur einen Teil der Kommentare, die da formuliert werden, lässt sich schnell ein Eindruck gewinnen, wessen Geistes Kinder hier am Werk sind. Da ist selbst Andreas Unterberger, der sich im Rahmen der Empörung über den Erlass darüber echauffiert, dass doch tatsächlich die Vergewaltigung in der Ehe verboten ist (Vgl. Unterberger 2015), noch einer der harmloseren.

6. Sexuelle Bildung und Missbrauchsprävention

Die Erkenntnis, dass eine differenzierte, altersgemäße, an den Interessen der Kinder und Jugendlichen orientierte Sexualerziehung einer der wesentlichen Grundpfeiler der Vorbeugung von sexueller Gewalt darstellt, hat sich in Fachkreisen mittlerweile weitgehend durchgesetzt. Kinder und Jugendliche, die gut informiert sind und erwachsene Bezugspersonen haben, zu denen sie auch mit peinlichen und schwierigen Themen kommen können, sind besser geschützt vor sexuellen Übergriffen. Das liegt einerseits daran, dass kindliche Neugier zum Thema Sexualität bewusst von Menschen ausgenutzt wird, um sie in Gespräche und Handlungen zu verwickeln, mit denen schließlich ein sexueller Übergriff vorbereitet wird. Andererseits hilft ein Klima der Offenheit und des schamfreien Redens Kindern, die sexuelle Gewalt erleben oder erlebt haben, sich Hilfe zu holen.

Dass diese Offenheit (auch) in der Schule stattfindet, ist logisch und wünschenswert. Einerseits um zu gewährleisten, dass alle Kinder, unabhängig von ihren Elternhäusern und Hintergründen grundlegende Informationen zu Körperlichkeit und Sexualität erhalten, andererseits, weil Sexualität ja ohnehin ein Thema ist, über das die meisten spätestens ab der Pubertät nicht unbedingt mit den eigenen Eltern sprechen wollen. Wichtig sind Pädagog_innen schon jetzt – auch bei jüngeren Kindern – im Hinblick auf sexuelle Aufklärung. Aber natürlich holen sich Kinder und Jugendliche auch aus Büchern, Internet, Filmen oder von Freund_innen und älteren Geschwistern die Informationen, die sie interessieren. Je intimer die Themen werden, desto weniger Rolle spielen die Eltern, das berichten Schüler_innen selbst (vgl. Burgsteller 2015). Gleichzeitig wollen auch umgekehrt bei weitem nicht alle Eltern mit ihren Kindern über Sexualität reden. Tatsächlich vollzieht sich der Ablösungsprozess zu den Eltern, den Jugendliche mit der Pubertät beginnen, ja auch und gerade über das Thema Sexualität. Zudem ist diese Zeit oft besonders konfliktbehaftet, konstatieren auch Wimmer-Puchinger und Kostenwein, die Teil des Expert_innenbeirates zum neuen Erlass waren (vgl. Wimmer-Puchinger/Kostenwein 2015). Welche Rolle die Eltern also insgesamt bei der sexuellen Bildung spielen, ist von Kind zu Kind sehr unterschiedlich. Dass diese Rolle aber oft nicht wahrgenommen wird und Eltern keineswegs nur positiven Einfluss auf Kinder ausüben, belegen zahlreiche Studien zu (sexuellen) Gewalttaten an Kindern innerhalb der Familie. Die Schule als ein zentraler Ort der sexuellen Bildung macht daher jedenfalls Sinn. Klar ist dennoch, dass sexuelle Bildung ein Balanceakt zwischen öffentlicher Verantwortung und individueller Selbstbestimmung sowie unterschiedlichen Einflusssphären und Bereichen bleibt. Bestenfalls ist sexuelle Bildung dementsprechend ein Zusammenspiel von Schule, außerschulischen Einrichtungen, fachlichen Beratungsstellen, Eltern, Online-Angeboten und Peer-Gruppe. Erst Recht ist es dann aber notwendig, Kinder und Jugendliche zu befähigen, sich eine Meinung zu bilden und verantwortungsvoll eigene Entscheidungen zu treffen.

Warum ist es dabei auch sinnvoll, Vielfalt abzubilden? Letztlich geht es schlicht darum, Realitäten anzuerkennen: Heute gibt es kaum eine Schule, in der nicht Kinder mit alleinerziehenden Eltern oder in Patchwork-Zusammenhängen mit diversen, oft transnationalen Verwandtschaftsverhältnissen leben. Kaum eine Schule, in der nicht Kinder mit schwulen oder lesbischen Eltern oder anderen Verwandten zu finden sind, oder die selbst so empfinden. Kaum eine Schule, in der nicht auch Kinder in Wohngemeinschaften oder Heimen des Jugendamtes untergebracht sind, z. B. weil sie sexuelle Gewalt erlebt haben. Und in keiner Schule kann ausgeschlossen werden, dass intersexuelle Kinder sind oder solche, die sich falsch fühlen in ihrem Körper. Vielfalt an Lebensformen ist in jeder Schule und für viele Menschen Alltag.

Viele dieser Kinder erleben aber Abwertung und Ausgrenzung. Oft, ohne dass Erwachsene einschreiten. Diese Formen täglicher Grenzverletzung schwächen Kinder in ihrer Wahrnehmung und in ihrer Widerstandsfähigkeit. Die Selbstmordrate unter schwulen Jugendlichen ist bis heute erschreckend (vgl. z. B. Plödert: 2005) Die Schule soll und muss hier gegensteuern mit einer Haltung die vermittelt, dass alle Kinder und Jugendlichen Platz haben und Wertschätzung erleben, nicht als Abweichung, sondern in der Mitte der Gesellschaft.

Sexualpädagogik vielfältig anzulegen, entspricht also dem Verständnis, unterschiedliche Kinder und Jugendliche in ihren familiären Realitäten, aber auch in ihren persönlichen und altersgerecht unterschiedlichen (sexuellen) Bedürfnissen, Interessen und Ausdrucksformen abzuholen, jedem Kind das Gefühl zu geben, "richtig" zu sein.

Eine sexualfreundliche Erziehungshaltung fördert dementsprechend Kinder und Jugendliche altersadäquat in der Fähigkeit, eigene Bedürfnisse wahrzunehmen und zu artikulieren, sich abzugrenzen oder zuzustimmen. Eine sexualfreundliche Haltung vermittelt ein Klima und eine Sprache der Wertschätzung, in der auch schon junge Kinder über gute und unangenehme Berührungen, gute und schlechte Geheimnisse, über Eigenheiten, Körpergrenzen, über Ausscheidungen, Wünsche und Ängste sprechen können sollen.

Das ist das Gegenteil von sexuellem Missbrauch, vielmehr ist zeitgemäße Sexualerziehung eine der wichtigsten Ressourcen in der Missbrauchsprävention.

7. Mehr davon!

Dass sich die Unterrichtsministerin in der Frage des Erlasses von der Empörung nicht erschüttern ließ, ist ihr hoch anzurechnen. Gleichzeitig zeigen die letzten 45 Jahre, dass es nur mit einem Schreiben des Ministeriums nicht getan ist. Denn bei aller Aufregung zur Sexualerziehung an Österreichs Schulen bleibt festzustellen, dass diese, wenn überhaupt, sehr reduziert stattfindet und wenn, dann nur auf Initiative einzelner engagierter Lehrer_innen. Wenn der Erlass mehr als ein neues Papier ohne praktische Ableitungen sein soll, braucht es auch ein Mehr an Ressourcen. Meint man das Unterrichtsprinzip ernst, wird es einerseits in den pädagogischen Hochschulen und an den Universitäten entsprechende Aus- und Weiterbildung für Pädagog_innen brauchen und andererseits finanzielle Mittel, mit denen die Schulen die angeregten projektbezogenen, interdisziplinären Projekte mit externen Expert_innen auch tatsächlich umsetzen können.

Handlungsbedarf lässt sich nicht nur angesichts der digitalen Entwicklungen der letzten 20 Jahre und ihrem Einfluss auf Jugendsexualität konstatieren. Auch die Tatsache, dass in vielen Schulklassen durch die aktuelle Flüchtlingssituation Kinder sind, die sexuelle Traumatisierung erlebt haben, verlangt nach fundierten, kontinuierlichen und flexiblen Formen der Vermittlung sexuellen Wissens.

Dass der nächste Medienskandal nur eine Frage der Zeit ist, lässt sich hingegen erahnen, wenn man den Aufruf der "besorgten Eltern" liest: "Wir ermutigen Eltern bzw. Erziehungsberechtigte den Aufklärungsunterricht in den Schulen wachsam zu verfolgen und gegebenenfalls Protest einzulegen! Sollten Ihre Kinder unangenehme Erfahrungen im Rahmen der schulischen Aufklärung gemacht haben, kontaktieren Sie uns bitte." Man darf tatsächlich gespannt sein, welches "sexualpädagogische Projekt als erstes den Weg in die Schlagzeilen", so die Initiative an anderer Stelle, finden wird. Wer die Skandalisierung betreiben wird, lässt sich indessen jetzt schon abschätzen.

Dem Vorwurf der "Ideologie" in der Frage der Sexualaufklärung bleibt entgegenzuhalten, dass es sich hier, um eine politische Haltung handelt, die fachlich gesehen dem Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt dient und politisch verstanden das Eintreten für eine Gesellschaft mit gleichen Rechten für alle meint. Umgekehrt richtet sich der Kampf gegen eine moderne Sexualerziehung letztlich gegen die Gleichstellung der Geschlechter und die Beseitigung der Diskriminierung Homo- und Transsexueller. Es trifft also zu, dass in dieser Frage politische Wertehaltungen aufeinandertreffen. Dass es auch in dieser Frage letztlich um eine Auseinandersetzung um die Gleichheit aller Menschen handelt, beirrt aber weniger, als es bestärkt.


Anmerkungen

[1] Für eine Auswahl zum medialen Diskurs siehe: Salomon (2015), Zimmermann (2015), Kathpress (2015), Katholische Presseagentur Österreich (2015), Spaemann (2015), CPÖ (2015), FPÖ OÖ (2015), Plank (2015), FPÖ NÖ (2015).

[2] Online unter: http://www.sexualerziehung.at (letzter Zugriff: 14.06.2016).

[3] Online unter: http://de.wikimannia.org/Elisabeth_Tuider (letzter Zugriff: 14.06.2016).

[4] Online unter: https://demofueralle.wordpress.com (letzter Zugriff: 14.06.2016).


Literatur

bm:bf (2015): Grundsatzerlass Sexualpädagogik, online unter: https://www.bmbf.gv.at/ministerium/rs/2015_11.html (letzter Zugriff: 14.06.2016).

Burgstaller, Karin (2015): Bei "heiklen" Themen spielen Eltern geringe Rolle, Der Standard 25.6.2015, online unter: http://derstandard.at/2000017599622/Bei-heiklen-Aufklaerungsthemen-spielen-Eltern-geringe-Rolle (letzter Zugriff: 14.06.2016).

CPÖ (2015): Staatliche Sexualerziehung. CPÖ Stellungnahme zum Entwurf eines Erlasses, online unter: http://www.cpoe.or.at/Inhalt/de/2015-06-08-1433757594/Presse (letzter Zugriff: 14.06.2016).

FPÖ NÖ (2015): FP-Landbauer: Neuer Erlass zur Sexualerziehung massiver Anschlag auf psychische und körperliche Entwicklung unserer Kinder, online unter: http://www.fpoe-noe.at/news-detail/news/fp-landbauer-neuer-erlass-zur/ (letzter Zugriff: 14.06.2016).

FPÖ OÖ (2015): Initiativantrag der unterzeichneten freiheitlichen Abgeordneten betreffend die Sexualerziehung in den Bildungseinrichtungen, Beilage 1523/2015 zu den Wortprotokollen des Oö. Landtags XXVII. Gesetzgebungsperiode, online unter: http://www2.land-oberoesterreich.gv.at/internetltgbeilagen/Beilage%201523/2015%20-%20Initiativantrag.pdf?id=6186&n=1523&j=2015 (letzter Zugriff: 14.06.2016).

Hamann, Sibylle (2015): Sex, Lügen und ein Video, online unter: http://www.sibyllehamann.com/2015/05/sex-luegen-und-ein-video/ (letzter Zugriff: 14.06.2016).

Hark, Sabine/Villa, Paula-Irene (Hg.) (2015): Anti-Genderismus, Sexualität und Geschlecht als Schauplätze aktueller politischer Auseinandersetzungen, Bielefeld: transcript.

Initiative für wertvolle Sexualerziehung (2015): Erlass zur Sexualpädagogik 2015 eine kritische Analyse, online unter: http://www.sexualerziehung.at/wp-content/uploads/AnalysedesErlasses2015.pdf (letzter Zugriff: 14.06.2016).

Kathpress (2015): Sexualerziehung: Heftige Kirchenkritik für Ministervorschlag, OTS, 17.04.2015, http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150417_OTS0092/sexualerziehung-heftige-kirchenkritik-fuer-ministervorschlag (letzter Zugriff: 14.06.2016).

Katholische Presseagentur Österreich (2015): Johannes Reinprecht, Direktor des IEF, übt scharfe Kritik am Ministerratsvorschlag zur Sexualerziehung, online unter: http://www.ief.at/content/site/aktuelles/article/634.html (letzter Zugriff: 14.06.2016).

Kluge, Norbert (2013): Sexuelle Bildung, Erziehungswissenschaftliche Grundlegung, in: Schmidt, Renate-Berenike/Sielert, Uwe (Hg.): Handbuch Sexualpädagogik und sexuelle Bildung, Weinheim Basel: Beltz Juventa, 116–124 (letzter Zugriff: 14.06.2016).

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sexualerziehung, konservatismus, grundsatzerlass sexualerziehung 2015