Praxis

2/2016 - Internet und digitale Medien als sexualisierte Räume

Geocaching

Jäger des wertlosen Schatzes

AutorIn: Christoph Kaindel

Christoph Kaindel gibt in seinem Artikel zum Geocaching den digitalen Jäger eines wertlosen Schatzes und schickt die LeserInnen der MEDIENIMPULSE auf eine erfahrungsreiche Reise zwischen Digitalität und Natur. Es geht mithin um Medienpädagogik als Erlebnispädagogik ...

Abstract

Geocaching ist leicht erklärt: Jemand versteckt einen Behälter, in dem sich zumindest ein Logbuch befindet, an einem frei zugänglichen Ort und veröffentlicht die Koordinaten im Internet; andere machen sich auf die Suche und tragen sich nach dem Fund im Logbuch ein. Diese virtuelle Schatzsuche mit GPS-Unterstützung gibt es seit 15 Jahren, und nahezu ebenso lange gibt es Konzepte zum Einsatz in pädagogischen Kontexten. Aber erst mit der Verbreitung GPS-fähiger Smartphones ist Geocaching nun ohne Einstiegshürden und ohne besondere Vorbereitung durchführbar.


1. Einleitung

Meinen ersten Schatz habe ich etwa 100 Meter vor meiner Haustüre gehoben. Es war eine Plastikdose unter einer Fußgängerbrücke, die ich zuvor hunderte Male überquert hatte, ohne zu ahnen, was sich darunter verbarg. Sicher, kein besonderes Geheimnis, nur eine kleine wasserdichte Dose mit ein paar aneinander gehefteten Zetteln darin – aber sie zu finden, war ein Erfolgserlebnis. Sofort sah ich die Welt um mich mit ganz anderen Augen; ich hatte mit einem Mal die Gewissheit, dass sich unter der sichtbaren Oberfläche viele Geheimnisse verbergen. An jedem Baum, hinter jeder Leitschiene, in jedem Loch einer Ziegelmauer könnte ein Cache liegen. Diese Verstecke erschließen sich jedoch nur den Eingeweihten; es ist daher konsequent, dass jene, die von Geocaching keine Ahnung haben, in Anlehnung an die magielosen Menschen in den Harry Potter-Romanen als "Muggels" bezeichnet werden. Es macht den Reiz des Geocaching aus, Rätsel zu lösen, an interessante Orte geführt zu werden, verborgene, oft fantasievoll ausgestaltete "Dosen" zu finden, sie von Muggels unbemerkt zu heben und sich im Logbuch einzutragen. Wohl erfüllen Geocaches, wie Graffiti oder in Bäume eingeschnitzte Initialen, damit auch das Bedürfnis, jene Orte, an denen man sich aufgehalten hat, zu markieren.

2. Regeln des Geocaching

Geocaching ist ein Spiel mit klaren Regeln. Die Beschädigung von Bäumen oder Bauwerken ist verpönt. Caches dürfen nur an öffentlich zugänglichen Plätzen versteckt werden, man sollte, um sie zu bergen, keinen Privatgrund überqueren müssen. Meist werden natürliche Verstecke wie hohle Baumstümpfe oder Hohlräume unter Felsbrocken zum Verstecken von Caches genutzt. Caches dürfen nicht vergraben werden, große "Schatzkisten" können teilweise im Boden versenkt sein. Ist zum Heben des Caches besondere Ausrüstung nötig – manche Caches sind in Felswänden oder unter Wasser verborgen – wird in der Online-Beschreibung darauf hingewiesen. In Naturschutzgebieten und Nationalparks darf Geocaching nicht oder nur mit Einschränkungen betrieben, also Caches nur entlang der Wege und nicht im Bereich geschützter Brutplätze angelegt werden. Die meisten Caches liegen ohnehin an recht gut erreichbaren Plätzen. Schließlich müssen sie von ihren "Ownern" auch gewartet werden, wenn der Behälter undicht geworden oder das Logbuch vollgeschrieben ist.

3. Arten von Caches

Viele Caches liegen verborgen in dicht bebautem Gebiet. Auch direkt gegenüber des Stephansdoms gibt es einen Mikrocache, am besten abends zu heben, da das Gebiet untertags extrem "vermuggelt" ist … Dieser ist wie die meisten anderen Caches ein "Tradi", ein traditioneller Cache, der einfach über die GPS-Koordinaten zu finden ist. Oft finden sich genauere Hinweise zum Fundort im "Listing", der Online-Beschreibung des Caches. Um die Koordinaten eines "Mystery-Caches" zu erfahren, muss davor ein Rätsel gelöst werden; das können mathematische Rätsel, trigonometrische Aufgaben oder auch Wissensfragen zur Umgebung des Fundorts sein. "Multi-Caches" schließlich sind wie eine Schnitzeljagd aufgebaut: Sie bestehen aus mehreren Dosen, wobei jede einen Hinweis auf die nächste enthält.

Cachebehälter müssen nur wenige Voraussetzungen erfüllen; vor allem sollten sie wasserdicht und haltbar sein. Meist werden für Caches der Größen "small" bis "medium" Plastik-Frischhaltedosen genutzt, "Mikrocaches" sind oft Filmdosen, die so in Zeiten der Digitalfotografie einen neuen Verwendungszweck erhalten. Grundsätzlich ist der Fantasie keine Grenze gesetzt. Viele Cache-Verstecke sind liebevoll handgemacht; online können Verstecke in Form von Steinen oder Pflanzen erworben werden, wie auch Logbücher und Aufkleber. Ein Geocache ist meist als solcher gekennzeichnet, damit er, sollte er zufällig gefunden werden, nicht für einen gefährlichen Gegenstand gehalten wird. Zumindest ein Logbuch, bei Mikrocaches nur ein Papierstreifen, sollte im Cache vorhanden sein. Größere Caches enthalten Tauschgegenstände und manchmal "Trackables", deren Weg von Cache zu Cache nachverfolgt werden kann. Nach dem physischen Loggen wird der Fund auch online eingetragen – etwa auf der größten Plattform Geocaching.com oder der offenen Alternative Opencaching.de – und ein Kommentar hinterlassen. Die Logs können Hinweise auf den Fundort enthalten, sollen aber nicht "spoilern". Zumindest ein freundliches "TFTC" (Thanks for the Cache) gehört zum guten Ton, um dem Owner/der Ownerin Dankbarkeit für ihren Aufwand auszusprechen. Denn diese Owner nehmen oft große Mühe auf sich, um ein spannendes Cache-Erlebnis zu bieten. Sie führen mit ihren Caches an spektakuläre Aussichtsplätze, historisch bedeutsame Stätten und verlassene Orte ("Lost Places"). In ausführlichen Beschreibungen, die es sich lohnt zu lesen, werden die Besonderheiten dieser ausgewählten Plätze dargestellt. So ist Geocaching auch immer mit einer kleinen Lernerfahrung verbunden. Dazu kommt die Gestaltung der Cache-Behälter, die oft einfallsreich und aufwändig ist.

Geocaches sind mittlerweile in jedem Land der Welt zu finden. In Österreich liegen etwa 40.000, davon 9.500 in Niederösterreich und etwa 2.400 in Wien. Obwohl viele Menschen gelegentlich Geocaching betreiben, ist der "harte Kern" recht klein. In der Masterarbeit "Die Kraft der Plastikdose. Soziale Funktionen des Geocaching" von Andrzej Jurczak wird die Wiener Kerngruppe auf ca. 100 Personen geschätzt, in ganz Österreich auf 300-400. Um zu diesem "harten Kern" zu gehören, ist es notwendig sich durch Auslegen einfallsreicher Caches und den Besuch von Events einen Namen zu machen. Generell sind die Geocacher eine sehr freundliche und hilfsbereite Community.

4. Den ersten Cache finden

Der Einstieg ins Geocaching ist sehr einfach. Ausführlichere Informationen gibt es auf der Plattform Geocaching.at.

  • Für gelegentliches Cachen genügt ein aktuelles Smartphone mit Geocaching-Client, wie etwa die Open Source App c:geo für Android. Für ausgedehntere Touren sollte man sich ein GPS-Gerät zulegen, da der Smartphone-Akku recht schnell schlapp macht. Einen wasserfesten Stift und eine Taschenlampe sollte man auf jeder Tour dabei haben.
  • Weiters benötigt man ein kostenloses Benutzerkonto in einer Geocaching-Datenbank, etwa Geocaching.com oder Opencaching.de.
  • Als ersten Cache sucht man sich am besten einen einfachen Tradi in der Nähe aus. Das Listing und die aktuellsten Log-Einträge sollte man aufmerksam lesen, um Hinweise über den Fundort und den Zustand der Dose zu erhalten.
  • Die Koordinaten trägt man in das GPS-Gerät ein, oder markiert den Cache direkt in der App – und dann kann es losgehen.
  • Ist die Dose gefunden, sollte sie vorsichtig und unbemerkt geborgen werden. Der Eintrag ins Logbuch ist Pflicht, hat man einen gleich- oder höherwertigen Gegenstand dabei, kann man ihn gegen einen aus dem Cache austauschen. Dann wird die Dose wieder exakt am gleichen Ort versteckt.
  • Danach trägt man sich online ebenfalls ins Logbuch ein, Owner eines einfallsreichen Caches freuen sich über einen netten Kommentar.

Das war es auch schon. Später kann man sich an Rätsel- und Multicaches versuchen. Mit der Zeit entwickelt man einen immer besseren Blick für mögliche Cache-Verstecke. Bevor man selbst einen Cache versteckt, sollte man, heisst es, mindestens hundert gefunden haben.

5. Geocaching im pädagogischen Einsatz

Wie beschrieben bedarf es für einen kleinen Cache-Ausflug heute keiner besonderen Ausrüstung mehr. Ein oder zwei einfache Tradis können auf jedem Gruppenausflug eingebaut werden, Mystery-Caches sollten vorher gelöst werden. In der erwähnten Masterarbeit zählt Jurczak die Motive der von ihm befragten GeocacherInnen auf, aus denen sich auch der pädagogische Nutzen, an der Schnittstelle zwischen Medienpädagogik und Erlebnispädagogik, ableiten lässt (Zusammenfassung auf S. 131-133):

  • Geocaching lässt sich leicht mit anderen Verpflichtungen verbinden. Durch die große Zahl an vorhandenen Caches kann bei fast jedem Ausflug der eine oder andere Cache eingeschoben werden.
  • Geocaching bietet ein Gemeinschaftserlebnis sowie Anerkennung in dieser Gemeinschaft – sowohl der Community an sich als auch der Gruppe, mit der man gerade unterwegs ist.
  • Geocaching fordert Zusammenarbeit und gemeinsame Problemlösung, vor allem bei Rätsel- und Multicaches.
  • Es bietet einen Ansporn und eine Anregung, etwas zu unternehmen – jeder Spaziergang wird durch Geocaching zu einer Schatzsuche.
  • Durch Geocaching lässt man sich auf verschiedene Bewegungsarten ein – man ist gezwungen zu klettern oder durch Röhren zu kriechen, um das Ziel zu erreichen.
  • Geocaching fordert und fördert die Orientierung und das bewusste Wahrnehmen der eigenen Umgebung.
  • Geocaching bietet die Gelegenheit, sich Herausforderungen zu stellen, an deren Ende ein klares Erfolgserlebnis steht. Man erfährt Vorfreude und Spannung und wird motiviert, durchzuhalten.
  • Geocaches bieten Aufgaben mit einer hohen Erlebnisdichte; Man erhält Anleitungen und Wegbeschreibungen für Abenteuer. Man kann und muss sich Herausforderungen stellen. Geocaching reizt dazu, ein gewisses Risiko einzugehen; andererseits begibt man sich dank der Regeln (fast) nie wirklich in Gefahr.
  • Die Benützung technischer Geräte wird zur Problemlösung eingesetzt und dadurch zum Erlebnis. Das alltägliche Smartphone erhält eine neue Funktion als Orientierungsmittel in der Natur.
  • Man erwirbt technisches Wissen über die Funktion des GPS-Gerätes, über Koordinatensysteme und Peilungen.
  • Viele Caches führen zu historisch interessanten Plätzen oder Aussichtspunkten oder stellen Persönlichkeiten vor. So lernt man auf spielerische Weise die Umgebung und Geschichte des Fundortes kennen.

Schließlich bietet sich auch das gemeinsame Entwickeln eines Caches, inklusive Suche des Ortes und des Themas, Entwicklung eines Rätsels, Gestaltung eines Versteckes und Verfassen der Beschreibung als umfangreiches Gruppenprojekt an. Unter dem Titel "Geocaching mit Bildungsinhalten" ist eine ausführliche Projektbeschreibung auf dem Medienpädagogik Praxis Blog zu finden.

Arten von Caches

Viele Caches liegen verborgen in dicht bebautem Gebiet. Auch direkt gegenüber des Stephansdoms gibt es einen Mikrocache, am besten abends zu heben, da das Gebiet untertags extrem „vermuggelt“ ist … Dieser ist wie die meisten anderen Caches ein „Tradi“, ein traditioneller Cache, der einfach über die GPS-Koordinaten zu finden ist. Oft finden sich genauere Hinweise zum Fundort im „Listing“, der Online-Beschreibung des Caches. Um die Koordinaten eines „Mystery-Caches“ zu erfahren, muss davor ein Rätsel gelöst werden; das können mathematische Rätsel, trigonometrische Aufgaben oder auch Wissensfragen zur Umgebung des Fundorts sein. „Multi-Caches“ schließlich sind wie eine Schnitzeljagd aufgebaut: Sie bestehen aus mehreren Dosen, wobei jede einen Hinweis auf die nächste enthält.

Cachebehälter müssen nur wenige Voraussetzungen erfüllen; vor allem sollten sie wasserdicht und haltbar sein. Meist werden für Caches der Größen „small“ bis „medium“ Plastik-Frischhaltedosen genutzt, „Mikrocaches“ sind oft Filmdosen, die so in Zeiten der Digitalfotografie einen neuen Verwendungszweck erhalten. Grundsätzlich ist der Fantasie keine Grenze gesetzt. Viele Cache-Verstecke sind liebevoll handgemacht; online können Verstecke in Form von Steinen oder Pflanzen erworben werden, wie auch Logbücher und Aufkleber. Ein Geocache ist meist als solcher gekennzeichnet, damit er, sollte er zufällig gefunden werden, nicht für einen gefährlichen Gegenstand gehalten wird. Zumindest ein Logbuch, bei Mikrocaches nur ein Papierstreifen, sollte im Cache vorhanden sein. Größere Caches enthalten Tauschgegenstände und manchmal „Trackables“, deren Weg von Cache zu Cache nachverfolgt werden kann. Nach dem physischen Loggen wird der Fund auch online eingetragen – etwa auf der größten Plattform Geocaching.com oder der offenen Alternative Opencaching.de – und ein Kommentar hinterlassen. Die Logs können Hinweise auf den Fundort enthalten, sollen aber nicht „spoilern“. Zumindest ein freundliches „TFTC“ (Thanks for the Cache) gehört zum guten Ton, um dem Owner/der Ownerin Dankbarkeit für ihren Aufwand auszusprechen. Denn diese Owner nehmen oft große Mühe auf sich, um ein spannendes Cache-Erlebnis zu bieten. Sie führen mit ihren Caches an spektakuläre Aussichtsplätze, historisch bedeutsame Stätten und verlassene Orte („Lost Places“). In ausführlichen Beschreibungen, die es sich lohnt zu lesen, werden die Besonderheiten dieser ausgewählten Plätze dargestellt. So ist Geocaching auch immer mit einer kleinen Lernerfahrung verbunden. Dazu kommt die Gestaltung der Cache-Behälter, die oft einfallsreich und aufwändig ist.

Geocaches sind mittlerweile in jedem Land der Welt zu finden. In Österreich liegen etwa 40.000, davon 9.500 in Niederösterreich und etwa 2.400 in Wien. Obwohl viele Menschen gelegentlich Geocaching betreiben, ist der „harte Kern“ recht klein. In der Masterarbeit „Die Kraft der Plastikdose. Soziale Funktionen des Geocaching“ von Andrzej Jurczak wird die Wiener Kerngruppe auf ca. 100 Personen geschätzt, in ganz Österreich auf 300-400. Um zu diesem „harten Kern“ zu gehören, ist es notwendig sich durch Auslegen einfallsreicher Caches und den Besuch von Events einen Namen zu machen. Generell sind die Geocacher eine sehr freundliche und hilfsbereite Community.

 

Den ersten Cache finden

Der Einstieg ins Geocaching ist sehr einfach. Ausführlichere Informationen gibt es auf der Plattform Geocaching.at.

  • Für gelegentliches Cachen genügt ein aktuelles Smartphone mit Geocaching-Client, wie etwa die Open Source App c:geo für Android. Für ausgedehntere Touren sollte man sich ein GPS-Gerät zulegen, da der Smartphone-Akku recht schnell schlapp macht. Einen wasserfesten Stift und eine Taschenlampe sollte man auf jeder Tour dabei haben.

  • Weiters benötigt man ein kostenloses Benutzerkonto in einer Geocaching-Datenbank, etwa Geocaching.com oder Opencaching.de.

  • Als ersten Cache sucht man sich am besten einen einfachen Tradi in der Nähe aus. Das Listing und die aktuellsten Log-Einträge sollte man aufmerksam lesen, um Hinweise über den Fundort und den Zustand der Dose zu erhalten.

  • Die Koordinaten trägt man in das GPS-Gerät ein, oder markiert den Cache direkt in der App – und dann kann es losgehen.

  • Ist die Dose gefunden, sollte sie vorsichtig und unbemerkt geborgen werden. Der Eintrag ins Logbuch ist Pflicht, hat man einen gleich- oder höherwertigen Gegenstand dabei, kann man ihn gegen einen aus dem Cache austauschen. Dann wird die Dose wieder exakt am gleichen Ort versteckt.

  • Danach trägt man sich online ebenfalls ins Logbuch ein, Owner eines einfallsreichen Caches freuen sich über einen netten Kommentar.

  • Das war es auch schon. Später kann man sich an Rätsel- und Multicaches versuchen. Mit der Zeit entwickelt man einen immer besseren Blick für mögliche Cache-Verstecke. Bevor man selbst einen Cache versteckt, sollte man, heisst es, mindestens hundert gefunden haben.

Geocaching im pädagogischen Einsatz

Wie beschrieben bedarf es für einen kleinen Cache-Ausflug heute keiner besonderen Ausrüstung mehr. Ein oder zwei einfache Tradis können auf jedem Gruppenausflug eingebaut werden, Mystery-Caches sollten vorher gelöst werden. In der erwähnten Masterarbeit zählt Jurczak die Motive der von ihm befragten GeocacherInnen auf, aus denen sich auch der pädagogische Nutzen, an der Schnittstelle zwischen Medienpädagogik und Erlebnispädagogik, ableiten lässt (Zusammenfassung auf S.131-133):

  • Geocaching lässt sich leicht mit anderen Verpflichtungen verbinden. Durch die große Zahl an vorhandenen Caches kann bei fast jedem Ausflug der eine oder andere Cache eingeschoben werden.

  • Geocaching bietet ein Gemeinschaftserlebnis sowie Anerkennung in dieser Gemeinschaft – sowohl der Community an sich als auch der Gruppe, mit der man gerade unterwegs ist.

  • Geocaching fordert Zusammenarbeit und gemeinsame Problemlösung, vor allem bei Rätsel- und Multicaches.

  • Es bietet einen Ansporn und eine Anregung, etwas zu unternehmen – jeder Spaziergang wird durch Geocaching zu einer Schatzsuche.

  • Durch Geocaching lässt man sich auf verschiedene Bewegungsarten ein – man ist gezwungen zu klettern oder durch Röhren zu kriechen, um das Ziel zu erreichen.

  • Geocaching fordert und fördert die Orientierung und das bewusste Wahrnehmen der eigenen Umgebung.

  • Geocaching bietet die Gelegenheit, sich Herausforderungen zu stellen, an deren Ende ein klares Erfolgserlebnis steht. Man erfährt Vorfreude und Spannung und wird motiviert, durchzuhalten.

  • Geocaches bieten Aufgaben mit einer hohen Erlebnisdichte; Man erhält Anleitungen und Wegbeschreibungen für Abenteuer. Man kann und muss sich Herausforderungen stellen. Geocaching reizt dazu, ein gewisses Risiko einzugehen; andererseits begibt man sich dank der Regeln (fast) nie wirklich in Gefahr.

  • Die Benützung technischer Geräte wird zur Problemlösung eingesetzt und dadurch zum Erlebnis. Das alltägliche Smartphone erhält eine neue Funktion als Orientierungsmittel in der Natur.

  • Man erwirbt technisches Wissen über die Funktion des GPS-Gerätes, über Koordinatensysteme und Peilungen.

  • Viele Caches führen zu historisch interessanten Plätzen oder Aussichtspunkten oder stellen Persönlichkeiten vor. So lernt man auf spielerische Weise die Umgebung und Geschichte des Fundortes kennen.

 

Schließlich bietet sich auch das gemeinsame Entwickeln eines Caches, inklusive Suche des Ortes und des Themas, Entwicklung eines Rätsels, Gestaltung eines Versteckes und Verfassen der Beschreibung als umfangreiches Gruppenprojekt an. Unter dem Titel „Geocaching mit Bildungsinhalten“ ist eine ausführliche Projektbeschreibung auf dem Medienpädagogik Praxis Blog zu finden.

 

Tags

schatzsuche, wald, erlebnisraum