Bildung - Politik

1/2015 - Medienpädagogik und E-Learning

Ideologiekritik des E-Learnings

Welchen Nutzen hat die Einführung von E-Learning?

AutorIn: Katharina Kaiser-Müller

Katharina Kaiser-Müller diskutiert ministerielle Projekte zum E-Learning wie eLSA oder TEVALO. Dabei betont sie, dass das Interesse bei den durchgeführten Maßnahmen eindeutig in der Nutzung des Internets und an dessen vielfältigen Anwendungen liegt.

Abstract

Vor etwa sieben Jahren hat das damalige Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk), das seit 2014 Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF) genannt wird, verschiedene Maßnahmen im Blick auf neuen Medien – insbesondere im Blick auf das E-Learning – gesetzt, um einen Beitrag zur Vorbereitung der Lernenden auf eine Informations- und Wissensgesellschaft zu leisten. E-Learning wurde als Erfolgsfaktor für die Zukunft gesehen und mit der Begründung, es fördere das individuelle und selbst gesteuerte Lernen, gefördert.

Die zentrale Frage ist dabei: Welchen Nutzen hat die Einführung von E-Learning? In diesem Artikel wird dahingehend aufgezeigt, dass E-Learning nicht wegen pädagogischem Bedarf, sondern durch ministeriell gesetzte Maßnahmen eingeführt wurde und dadurch – wenn auch nicht bewusst und schon gar nicht als solches kommuniziert – neoliberale Strukturen durchgesetzt wurden. Die Einführung von E-Learning hat somit für deren Akzeptanz gesorgt.


1. Einleitung

Neue Medien waren seit ihrem Aufkommen "im Trend". Sie geben ein Versprechen auf die Zukunft. Interessant ist allerdings, dass sie nicht nur im Trend liegen, sondern zugleich den Trend machen (vgl. Swertz 2006: 199).

In einer vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (in Folge bm:ukk) initiierten und 2008 veröffentlichten Broschüre für Lehrkörper mit dem Titel "e-learning bringts" ist zu lesen, dass "e-learning in Österreich längst dem Pilotstadium entwachsen ist" (bm:ukk 2008a: 3). Lehrkörper werden aufgefordert, E-Learning mit dem Internet, insbesondere mit dem Web 2.0, als Teil der heutigen Unterrichtsgestaltung anzusehen und diese neuen Lehr- und Lernformen verstärkt im Unterricht einzusetzen. Mit dieser Aussage bekundete das Unterrichtsministerium sein Interesse an der Nutzung von E-Learning im Unterricht und forderte Lehrkräfte auf, ihren Unterricht anders zu gestalten sowie den Einsatz von E-Learning zu forcieren. Demnach wurde und wird E-Learning politisch gefordert und gefördert.

In diesem Beitrag werden die ministeriellen Maßnahmen, die zur Einführung von E-Learning in Österreichs Schulen gesetzt wurden, analysiert. Es wird gezeigt, die geforderte und geförderte Änderung der Unterrichtsmittel vor allem wirtschaftlichen Interessen folgte. Dazu wird die These aufgestellt, dass die Einführung von E-Learning in Österreichs Schulen vor allem marktwirtschaftlichen Zwecken nutzte und darüber hinaus – mittels der Technik – für die Etablierung und Akzeptanz neoliberaler Denkstrukturen in Schulen sorgte.

Der zunächst offensichtliche Tatbestand, dass Unterrichtsmittel nicht aus pädagogischen, sondern aus wirtschaftlichen bzw. neoliberalen Interessen in Schulen etabliert wurden, wirft nicht zuletzt die Frage auf, wie MedienpädagogInnen mit diesen mittlerweile implementierten 'Kontroll- und Steuerungsmechanismen' umgehen. Nehmen wir diese Tatsachen hin, oder wollen wir diese im Unterricht thematisieren? Aus meiner Sicht sollten wir MedienpädagogInnen dies nicht außer Acht lassen, denn nach dem klassischen Bildungsgedanken und Norbert Meder folgend, heißt Medienbildung: 'Sich in ein Verhältnis setzen – zu sich selbst, zu anderen und der Welt' und dies ist weit weg vom blinden (Markt)gehorsam bzw. einer ohnmächtigen Unterwerfung!

Zudem spannend ist, dass bei der aktuellen Recherche zu den ministeriellen Maßnahmen zwei Projekte, die noch vor drei Jahren als 'die Wichtigsten' propagiert wurden, ihre Internetpräsenz 'verloren' haben.

2. E-Learning

Das Unterrichtsministerium proklamierte E-Learning als Erfolgsfaktor, denn es biete die Chance, das individuelle und selbst gesteuerte Lernen zu fördern, da mittels neuer Medien die Lernenden auf die Zukunft vorbereitet werden können. Solch forcierte Strategien finden auch ihre Kritiker. Denn, wenn das Individuum als Unternehmer seiner Selbst (vgl. Bröckling 2007) angesehen werden muss, dann können wir nicht früh genug damit anfangen, selbständig zu agieren und eigenständig zu lernen. Dies soll unseren Kindern in der Schule ermöglicht werden. Denn: Wer zukünftig erfolgreich sein will, hat das (lebenslängliche) Lernen zu lernen und das möglichst selbständig.

Daraus folgt, dass der Einzelne in der Verantwortung stecken, sich eigenständig – durch LLL – das nötige Wissen anzueignen, um in weiterer Folge einen Arbeitsplatz zu bekommen und zu erhalten. Demnach wird die Verantwortung für Bildung, Ausbildung und/oder Weiterbildung auf die Individuen selbst übertragen, die eigenständig und selbstverantwortlich ihre Entscheidungen treffen müssen und damit selbst das Risiko tragen, das "Richtige" zu lernen. Fakt ist, wer weiterkommen will hat selbständig und eigenverantwortlich in den Wettbewerb zu treten.

2.1. E-Learning als Steuerungsinstrument

Für Thomas Nárosy und Verena Riedler – die eine Broschüre "E-Learning in der Schule" für Lehrkräfte zusammengestellt haben – kann E-Learning als Instrument zur Unterrichtsgestaltung angesehen werden. Wie der Unterricht auch didaktisch geplant wird und welcher Bildungstheorie auch gefolgt wird: E-Learning bietet Hilfe zur Inszenierung, es ist Teil des Werkzeugkastens für Lehrende (vgl. Nárosy/Riedler 2002: 230f). Die beiden Autoren wollen deshalb Lehrkräften einen Überblick zum Thema E-Learning im schulischen Kontext geben, zeigen Möglichkeiten auf, wie E-Learning in den Unterricht eingebunden werden kann und geben neben Hinweisen auch Quellen zur weiteren Vertiefung an.

Unter anderem stellen sie drei Lerntheorien vor: Den Behaviorismus, den Kognitivismus und den Konstruktivismus. Diese drei vorgestellten wissenschaftlichen Lerntheorien sind psychologische und keine pädagogischen. Der Unterschied zwischen psychologischen und pädagogischen Lerntheorien liegt darin, dass der Blick auf die Qualität der Beziehung zwischen Mensch und Welt und auf Möglichkeiten einer Verbesserung dieser Beziehung im Interesse beiderseitiger Weiterentwicklung in den psychologischen Lerntheorien nicht berücksichtigt wird und eine pädagogische Lerntheorie eben auf diese Zusammenhänge abzielt (vgl. Göhlich/Wulf/Zirfass 2007: 8).

2.2. E-Learning und der Einzug in die (Hoch)Schule

Christian Kreidl und Ullrich Dittler suchten deshalb bereits 2009 nach Motiven, die zur Einführung von E-Learning an Österreichs Hochschulen geführt haben. Nach einer qualitativen Befragung der Beteiligten haben sie vier Motive konstatiert. Die beiden Hauptmotive, die zur Einführung von E-Learning geführt haben, waren zum einen die Ortsunabhängigkeit beim Lernen (anytime, anywhere) und zum anderen der didaktisch-konstruktivistische Ansatz, dass Lernende in einer geeigneten Umgebung ihr Wissen selbst konstruieren können (vgl. Kreidl/Dittler 2009: 263). Bei dieser Studie werden ebenso eine psychologische Lerntheorie als Motive herangezogen, die durch E-Learning verstärkt zum Einsatz kommen können, da sie das Versprechen – selbständige Wissensaneignung durch eigenständiges Lernen – in sich bergen.

Das dritte Motiv, das mittlerweile zu einer gewissen Ernüchterung führte, war die Hoffnung auf Kosteneinsparung, die mit Einführung von E-Learning hätte stattfinden sollen. Das vierte und nicht unwesentliche Motiv war der Wunsch nach Partizipation an den in Deutschland, Österreich und der Schweiz ausgeschriebenen Förderprogrammen (ebd.). Aus dieser Studie kann herausgelesen werden, dass Förderprogramme – unabhängig davon, ob von Bund oder Land initiiert – entscheidend zur raschen Implementierung von E-Learning beigetragen haben. Die Frage, ob sich E-Learning auch ohne Förderprogramme so rasch an (Hoch)Schulen hätte etablieren können, bleibt offen.

2.3. E-Learning und die Mythen

Der Kanadier Norm Friesen nähert sich dem Thema E-Learning aus einer anderen Perspektive. Friesen zieht exemplarisch drei gängige Mythen, die mit dem Begriff E-Learning in Verbindung gebracht werden (Unabhängigkeit von Zeit und Ort, Leben in einer Wissensgesellschaft sowie das Gesetz der Veränderung durch den technischen Fortschritt) heran, um die "offensichtlichen und weit verbreiteten Wahrheiten" zu entmystifizieren (vgl. Friesen 2008). Die ideologiekritische Methode ermöglicht ihm eine Gegenüberstellung der tatsächlichen sozialen Bedingungen mit den propagierten Wahrheiten, die oft unhinterfragt übernommen und verbreitet werden. Friesen stellt deutlich heraus, dass in der heutigen Konzeption des Wissens der Zweck nicht mehr in einer emanzipatorischen Geisteshaltung liegt, sondern durch die Verwendbarkeit am Markt bestimmt wird (vgl. ebd.). Anhand von unterschiedlichen Studien macht er deutlich, dass gerade mit dem Einsatz von Internet und E-Learning die Einkommensschere[1] – die propagierter Weise verkleinert hätte werden sollen – noch weiter vergrößert wurde (vgl. Friesen 2012). Er bezieht sich bei seiner Argumentationsführung auf die Kritische Theorie der Frankfurter Schule, deren zentrale Aussage nicht zuletzt darin besteht, dass Wissen nie "unschuldig" oder – anders gesagt – "wertfrei" ist. Es kann auch als Ideologie verstanden und muss immer in historischen und/oder politischen Zusammenhängen gesehen werden, gerade dann, wenn es als unpolitisch, neutral und/oder sachlich präsentiert wird.

3. Methode

In diesem Beitrag werden die ministeriellen Maßnahmen aufgegriffen, um die Einführung von E-Learning an Österreichs Schulen ideologiekritisch zu betrachten und um deren Nutzen freizulegen. Wie schon zuvor bei Friesen hervorgehoben, dient die ideologiekritische Methode dazu, die propagierten Wahrheiten, die oft unhinterfragt übernommen und verbreitet werden, den sozialen Bedingungen gegenüber zu stellen. Zudem haben die Denker der Frankfurter Schule deutlich gemacht, dass Wissen und Information – gerade wenn sie als unpolitisch und zweckrational dargestellt werden – nicht zwangsläufig neutral sind. Für sie scheint es mittels der Technik möglich zu sein, für eine Durchsetzung von marktorientierten, neoliberalen Strukturen zu sorgen (vgl. Kaiser-Müller 2012: 25)

Um nun die Frage nach dem Nutzen der Einführung von E-Learning an Österreichs Schulen beantworten zu können, ist es erforderlich die vom Unterrichtsministerium durchgesetzten Maßnahmen aufzufinden und zu interpretieren. Was wurde propagiert und was blieb unerwähnt? Welche Machtverhältnisse kommen mithin im Umfeld von E-Learning zum Vorschein und wodurch werden diesbezügliche Instrumentalisierungen sichtbar? Die ideologiekritische Vorgehensweise dient dazu herauszufiltern, welche Formen von (politischem) Selbstverständnis unhinterfragt und unkritisch hingenommen werden. So kann die Aufdeckung einer freiwilligen Einordnung und aktiven Zustimmung zu eingeschränkten Handlungsbedingungen erst durch eine konkrete Analyse erfolgen.

Zudem soll auf die Veränderungen bei der Auffindung von Argumentationen und Beweisführungen hingewiesen werden, denn innerhalb von drei Jahren scheinen Maßnahmen – die einst als wichtig hervorgehoben wurden – nicht mehr auf. So will auch diesem Verschwinden Aufmerksamkeit geschenkt werden.

4. Ministerielle Maßnahmen

Das Ministerium für Unterricht, Kunst und Kultur (bm:ukk – heute Bildungsministerium: BMBF) hat in den vergangenen Jahren unterschiedliche Projekte zu den Themen Information – Technologie – Kommunikation (IKT) und E-Learning durchgeführt. Dieser Abschnitt widmet sich den auf der Webseite des bm:ukk/BMBF vorgestellten E-Learning-Projekten und deren Begründungen.

Auf der Website des BMBF ist auch eine Plattform für IT-Projekte zu finden. Hier werden IT-Projekte aufgelistet, die an Schulen durchgeführt wurden (BMBF 2014). Lehrkräfte werden aufgefordert, detaillierte Angaben über die durchgeführten Projekte in einer IT-Projektdatenbank einzutragen. Diese Eintragungen dienen einerseits der Projektdokumentation und andererseits der Bekanntgabe der daraus gewonnen Erkenntnisse. Geht es nach dem Bildungsministerium, sollen mit Hilfe dieser Veröffentlichungen auch Synergien zwischen den einzelnen Projekten ermöglicht werden. Derzeit sind über hundert Projekte in der Datenbank eingetragen und können im Detail nachgelesen werden. Im Folgenden werden jene Projekte diskutiert, die auf der Website des Bildungsministeriums – als die wichtigsten – vorgestellt wurden, bzw. werden.

Das Ministerium führt "Die wichtigsten E-Learning/IKT-Projekte des Allgemeinbildenden Schulwesens" (vgl. BMBF 2014) an. Interessant ist, dass je nachdem zu welchem Zeitprunkt die Seite des Ministeriums aufgesucht wird, unterschiedliche Projekte als die wichtigsten angeführt werden. Im Jahre 2012 waren es auch drei Projekte, jedoch nicht die gleichen. TEVALO und eLSA sind die beiden Projekte, die auch schon vor drei Jahren auffindbar waren. Das Projekt E-Learning und IKT: Rechtsfragen wurde 2012 noch nicht angeführt, stattdessen wurde ein Projekt mit dem Namen Web2.0 als wichtig erachtet.

Bei den damals und heute angeführten Projekten – eLSA, TEVALO, E-Learning und IKT: Rechtsfragen sowie dem Web2.0 Projekt – werden die Begründungen in der Projektbeschreibungen in den Blick genommen und die Interessen, die zur Einführung der jeweiligen Projekte geführt haben, herausgearbeitet und insbesondere auf deren Nutzen geachtet.

4.1. eLSA

Das vom bm:bwk begonnene eLSA-Pilotprojekt, das vom bm:ukk und dann vom BMBF weitergeführt wurde, war das erste großflächige E-Learning-Projekt des Bildungsministeriums.

Was ist eLSA? Die Abkürzung eLSA steht für eLearning im Schul-Alltag. Die geplante Laufzeit des eLSA-Pilotprojekts war von 2002 bis 2005, dem ein eLSA-Netzwerk folgen sollte. Ziel dieses Pilotprojekts war die österreichweite Erprobung von IKT/E-Learning und Blended Learning für alle SchülerInnen der Unterstufen.

Im Rahmen von eLSA sollen innovative Ansätze zum Arbeiten mit Lernplattformen und Kennenlernen neuer Unterrichtsmethoden sowie innovative Formen der Unterrichtsorganisation und Beurteilungsformen ausgetauscht und erprobt werden (vgl. BMBF – eLSA 2015b). Alle Beteiligten – von den SchülerInnen über die Lehrkräfte bis hin zur Schulleitung – haben aktiv mitzuarbeiten und den Unterricht dementsprechend umzugestalten. Die Lehrkräfte sind aufgefordert, sich über ihre Unterrichtsgestaltung auszutauschen und ihre Erfahrungen mit anderen KollegInnen zu teilen. Eine eigens eingesetzte Steuerungsgruppe hat die Abläufe zu koordinieren. Zu guter Letzt soll, um das Projekt abzuschließen, eine freiwillige Zertifizierung angestrebt werden. Nach erfolgreichem Ablauf des Pilotprojekts wurde 2005 das eLSA Netzwerk gegründet. Das Ziel dieses Projekts liegt in der flächendeckenden Einführung von eLearning bzw. Blended Learning in der Sekundarstufe I.

In erster Linie stand bei eLSA-Pilotprojekt die österreichweite Erprobung von Lernen mittels technischer Hilfsmittel im Vordergrund, zudem wurde die Vernetzung von Schulen forciert. Mit diesem Pilotprojekt wurde der Grundstein dafür gelegt, Schulen und in weiterer Folge sämtliche Bildungseinrichtungen in Österreich flächendeckend miteinander zu vernetzen. Aus den Erkenntnissen von eLSA sind in der Folge weitere Projekte – wie beispielsweise edumoodle, das weiter unten diskutiert wird – entstanden. Ebenso im eLSA-Pilotprojektzeitraum wurde das Projekt TEVALO als innovatives Projekt der Beurteilungsform ins Leben gerufen.

4.2. TEVALO

Das Projekt TEVALO, eine Abkürzung für Teacher Evaluation Online Projekt, wurde im Jahre 2004 gestartet, um Lehrkräften die Möglichkeit zu geben, sich von ihren SchülerInnen online evaluieren zu lassen. TEVALO, ein Projekt der Pädagogischen Hochschule Burgenland unter der Leitung von Vizerektorin Mag. Inge Strobl-Zuchtriegl, ist ein Online-Evaluierungssystem, das – so die Angaben – von Lehrkräften für Lehrkräfte entwickelt wurde und eine zeitsparende Evaluierung des eigenen Unterrichts ermöglichen soll.

Ungeklärt bleiben die Fragen zur Datenspeicherung und ihrer möglichen Weiterverarbeitung, hierzu wurden keinerlei Informationen gegeben. Es wird nicht ausdrücklich darauf hingewiesen, auf welchem Server Fragen und Antworten gespeichert werden, und ob die gespeicherten Daten für weitere vergleichende Auswertungen dienlich sein können. Unerwähnt bleibt ebenfalls, dass eine Evaluierung immer ein Kontrollinstrument ist und eben auch für Vergleiche herangezogen werden kann.[2]

4.3. E-Learning und IKT: Rechtsfragen

Das Bildungsministerium setzt auch juristisch den Akzent auf Recht in virtuellen Lernumgebungen. So hat ein ministerielles AutorInnenkollektiv (Hummer/Oberlerchner/Olensky/Rick/Schöggl 2008) sich intensiv mit Fragen des Datenschutzes, des Urheberrechts, der Kommunikationsregeln im Internet und E-Learning-Plattformen auseinandergesetzt. So ist zu lesen, dass seit 2003 eine Broschüre zum Urheberrecht auf liegt, welche die 30 am häufigsten gestellten Fragen samt Antworten und einer kleinen Check-Liste für PädagogInnen inkludiert (Haller 2003). Darüber hinaus wird propagiert, dass das Bildungsministerium in den letzten Jahren mit dem Projekt edumoddle und mit der intensiven Diskussion des Web 2.0 versucht hat, den Bereich E-Learning abzudecken. Interessant ist allemal, dass diese Information, bzw. dieses Projekt 2012 noch nicht – als wichtig – eingestuft wurde und dann 2015, also drei Jahre später, als solches auffindbar ist.

4.4 edumoodle

Beim edumoodle-Projekt (BMBF 2015a) mit seinem Slogan "Wer will der kann!" wird eine zentralisierte Serveradministration forciert. Mit der Nutzung einer Lernplattform wie edumoodle sollen Ressourcen an den eigenen Schulen freigesetzt werden. Durch solche Maßnahmen soll es Lehrkräften und deren SchülerInnen möglich sein, Inhalte über das Internet – auf einer eigens geschaffenen Lernplattform – abzurufen, sich mit anderen auszutauschen und gegebenenfalls miteinander zu vernetzen. Aus dieser Begründung ist bspw. herauszulesen, dass E-Learning mittlerweile in Verbindung mit dem Internet gesehen wird und es daher keiner besonderen Erwähnung mehr bedarf.

Auf der edumoodle Webseite (vgl. EDUMOODLE 2015) wird ‚Know How‘ zum Weiterlesen angeboten. Es werden Verweise zu Handbüchern, Praxisbüchern, Tutorials, einem Selbstlernkurs, sowie Videos angeboten. Folgt man dem Links zu den Videos, so kann die Seite nicht mehr angezeigt werden. Klickt man auf den Link des Online Moodle-Kurspool unter dem Namen „E-Learning für alle“ landet man (vgl. EDUCATION GROUP 2015) auf einer Seite der Education Group[3]. Doch wer steht hinter der Education Group GmbH?

Die Education Group GmbH ist die Zusammenführung von zwei Bildungseinrichtungen, dem BildungsMedienZentrum (BIMEZ) des Landes Oberösterreich und dem Education Highway Innovationszentrum für Schule und Neue Technologie GmbH (EDUHI). Wie in der Beilage 275 des oberösterreichischen Landtags im Oktober 2010 – mit dem Titel: „Einbringung des BildungsMedienZentrums in die EDUCATION HIGHWAY Innovationszentrum für Schule und Neue Technologie GmbH“ – nachzulesen ist, wurde die Zusammenführung der beiden oberösterreichischen Bildungseinrichtungen im politischen Lenkungsausschusses am 15. November 2010 unter dem Vorsitz des oberösterreichischen Landeshauptmannes Dr. Josef Pühringer beschlossen (vgl. Pühringer 2010: 2).

Um die Zusammenführung beider Bildungseinrichtungen in die Education Group GmbH zu realisieren, werden die beteiligten Gesellschafter der EDUHI ihr Stammkapital zu einem symbolischen Kaufpreis von 1 Euro abtreten und das Land OÖ seinerseits auf die Rückzahlung der Förderungsmittel in der Höhe von 220.000 Euro verzichten. Das Vermögen des BIMEZ, welches sich Ende 2010 auf ca. 1,267 Mio. Euro beziffert, wird auf EDUHI übertragen und die beschäftigten Landesbediensteten werden – entsprechend dem Zuweisungsgesetz – gegen Refundierung des Personalaufwands auf Dauer der EDUHI überlassen. Im Zuge dieser Umstellung wird EDUHI – Education Highway Innovationszentrum für Schule und Neue Technologie GmbH – in Education Group GmbH umgeändert und im Eigentum der OÖ Landesholding GmbH geführt (vgl. Pühringer 2010: 3f). Des Weiteren ist geplant, dass eine OÖ Innovationsholding GmbH gegründet wird, welche zu hundert Prozent Tochtergesellschaft der bestehenden OÖ Landesholding GmbH sein wird, in welche die Education Group GmbH übertragen werden soll (vgl. Pühringer 2010: 4).

In der Argumentationsführung wird deutlich, dass Sparen und Zukunftsorientierung im Vordergrund stehen und neben der Nutzung der Webtechnologie auf Neues und Innovatives gesetzt werden soll. Ein Argument, das für die Zusammenführung spricht, besteht darin, dass 'Doppelgleisigkeiten' beseitigt und freiwerdende Synergien genutzt werden sollten. Das Einsparungspotenzial im Personal- und Sachaufwand wurde für Land und Gemeinden pro Jahr auf rund 2,46 Millionen Euro geschätzt (vgl. Pühringer 2010: 2).

Am Beispiel der Umstrukturierung kann aufgezeigt werden, wie Bildungseinrichtungen – mit dem Argument der Kostenersparnis – privatisiert werden können, damit Finanzen nicht mehr direkt dem Land Oberösterreich, sprich dem Staat Österreich, zuordenbar sind.

Bei dem edumoodle-Projekt steht das Argument der Kostenersparnis eindeutig im Vordergrund. Indem die Daten auf einem Server zentral zusammengetragen und gewartet werden, geht man davon aus, dass Server- und Personalkosten eingespart werden können. Das eine zentrale Wartung auch eine leichtere Kontrolle der Inhalte ermöglicht, bleibt – wie bei den anderen vorgestellten Projekten – indes unerwähnt. Am Beispiel von edumoodle kann darüber hinaus aufgezeigt werden, wie Bildungseinrichtungen ausgelagert und d. h. privatisiert werden. Bemerkenswert ist angesichts des edumoodle-Projekts, wie die Auslagerung und Privatisierung von Bildungseinrichtungen vor sich gehen kann, und wie sie mit angeblichen Personal- und Sachmittelersparnissen legitimiert wurde. Hier will nochmals ausdrücklich festgehalten werden, dass die Informationen der Zusammenlegung, bzw. Privatisierung – angestoßen von einem Landeshauptmann – online nicht mehr aufzufinden sind. Der Nutzen im Verschwinden dieses Dokuments liegt möglicherweise darin, dass die Privatisierung dieser Bildungseinrichtung nicht mehr so einfach nachvollzogen werden kann. Der propagierte Nutzen des edumoodle-Projektes liegt in der stärkeren Online-Vernetzung von Schulen. Nutzen kann solch eine Forcierung der Internettechnologie in Schulen auch den Marktanbietern für Serverdienste und Internetzugängen, in Österreich profitiert die Firma Telekom eindeutig von solchen Projekten.

4.5. Web 2.0

Abschließen soll ein Projekt vorgestellt werden, das derzeit nicht mehr als eines – der wichtigsten IT-Projekte angeführt wird, obwohl es noch 2012 als solches aufgelistet war. Es ist in mehrerer Hinsicht von Bedeutung, wenn die Maßnahmen eines Ministeriums einer ideologiekritischen Analyse unterzogen werden wollen. Hier drängt sich die Frage förmlich auf aus welchem Grund gerade dieses Projekt nicht mehr in der Liste auffindbar ist, obwohl es der damaligen Unterrichtsministerin Schmid sehr am Herzen lag.

„'Ich darf Ihnen versichern und sagen, dass das Projekt Web2.0 Klasse ein ganz, ganz großes Anliegen meines Ressorts ist. Das Mitmach-Internet bringt neue Technologie an die Schule; dieses Mitmach-Internet führt vor allem aber auch zu einem ganz neuen Verständnis von Lernen; es wird darum gehen, dass die Schüler und Schülerinnen der neun Hauptschulen sich eigenständig auf den Weg machen; sie machen sich auf den Weg, österreichische Nationalparks zu erkunden, sie tragen Informationen zusammen; bauen sich damit Bilder auf. Die Lehrer und Lehrerinnen kommen durch dieses Projekt in eine ganz andere und neue Rolle; sie sind in erster Linie Partner der Schüler und Schülerinnen beim Erwerb von Wissen. Das ist für mich als Ministerin für Unterricht und Kultur eine ganz große Motivation, dieses Projekt ganz besonders zu unterstützen, weil mir gerade an der Partnerschaft zwischen Lehre und Lernenden ganz, ganz viel liegt und in dem Sinne hoffe ich und glaube ich daran, dass dieses Projekt Schule machen wird und mein großer persönlicher Dank geht an Telekom Austria; sie machen dieses Projekt möglich; danke schön.' (BM Schmied 18.6.07)“ (eLsa – Web2.0 2015, Hervorhebungen im Original).

Aus der Projektbeschreibung von Web 2.0 ist herauszulesen, dass der Einsatz von Webtechnologie forciert wird. „In einem Pilotprojekt möchte das bm:ukk und Telekom Austria heraufinden wie Wikis und Blogs für den Unterricht tauglich sind.“ (vgl. ebd., Hervorhebungen im Original) Die Nutzung des Internets mit seinen unterschiedlichen kooperativen Anwendungen steht im Mittelpunkt. Online, zeit- und ortsabhängig – über die Grenzen einer Schule hinaus – soll kooperatives Lernen erprobt werden. Das Projekt soll der Untersuchung dienen, inwieweit Lernen mit den Web 2.0-Tools – insbesondere mit Wiki – schulübergreifend funktionieren kann. Die zwei angeführten Links die weitere Informationen bereitstellen sollten, verweisen lediglich auf die Startseite von A1-Telekom.

Im Zuge der Recherche wurden Seiten von Schulen aufgefunden, die sich an diesem Pilotprojekt beteiligt haben. Ein Gymnasium in Melk sowie eine NMS in Illmitz haben an diesem Projekt teilgenommen und auf ihren Schulseiten berichtet. Ebenso konnte in der Tiroler IT-Landschaft von einem "Spagat zwischen traditonellem Unterricht und Interneterziehung" gelesen werden.

Nach längerer Recherche konnte zudem auf der Telekom Presse Seite ein Eintrag zu diesem Projekt gefunden werden. (Telekom Presse 2015) Unter der Überschrift "Web 2.0 ist cooler als Schule" resümiert Ingrid Paus-Hasebrink von der Universität Salzburg folgendermaßen: "Die Schüler hatten große Freude daran, im Team an einer gemeinsamen Aufgabe zu arbeiten. Der Einsatz von Web 2.0 führte so zu einer höheren Lernmotivation und letztendlich zu einem größeren Lernerfolg" (vgl. ebd.).

Das Web 2.0-Projekt forciert das kollaborative Lernen mittels Einsatz von Webtechnologie. Als Argumentation für den Einsatz von Web 2.0-Tools, im speziellen für Wiki, werden die Steigerung der Lernmotivation und Medienkompetenzerweiterungen angeführt. Anhand der Web 2.0-Projektbeschreibung kann aufgezeigt werden, wie es von wirtschaftlicher Seite möglich ist, mittels Legitimation durch die Wissenschaft die Einführung und Nutzung von Webtechnologien an Schulen zu forcieren. Hier ist hervorzuheben, das es im Rahmen des Web 2.0-Projekts dem Netzwerkanbieter Telekom gelungen ist, ein Projekt zur Nutzung von Webtechnologien an Schulen zu initiieren und es gleichzeitig durch wissenschaftliche Studien zu legitimieren. Dabei ist zu betonten, dass die Telekom mit dem Ausbau von Internetanbindungen eindeutig wirtschaftliche Vorteile erzielen konnte.

4.6. Zusammenfassung der Maßnahmen

Neben den klassischen Begründungen der Orts- und Zeitunabhängigkeit sowie der Zeit- und Kostenersparnis wurden bei den Projektbeschreibungen auch die Vorteile des selbst gesteuerten, individuellen und kollaborativen Lernen angeführt. Anhand der Projektanalysen wurde deutlich, dass Schulen durch die Implementierung von E-Learning technisch aufgerüstet und Lehrkräfte mit neuen Unterrichtswerkzeugen konfrontiert wurden. Angesichts des edumoodle-Projekts konnte zudem darauf verweisen werden, wie die Auslagerung und Privatisierung von Bildungseinrichtungen vor sich gehen kann, und mit Personal- und Sachmittelersparnissen legitimiert wurde. Im Blick auf das Web 2.0-Projekt konnte darüber hinaus aufgezeigt werden, wie es einem Netzwerkanbieter (Telekom), der mit dem Ausbau von Internetanbindungen eindeutig wirtschaftliche Vorteile erzielt, gelang, ein Projekt zur Nutzung von Webtechnologien an Schulen zu initiieren und es gleichzeitig durch wissenschaftliche Studien zu legitimieren.

Anhand der Analyse dieser Projekte sind auch weitere Interessen, die nicht in diesem Sinne kommuniziert wurden, auffällig:

  • In keinem der Projekte wurde angeführt, welche monatlichen Kosten anfallen oder gar welche Anschaffungskosten nötig sind, um solche Vernetzungen zu ermöglichen.
  • Weiters bleiben die Kontrollmechanismen, die durch eine weitgehende Vernetzung und zentrale Steuerung möglich sind, bei all den Projekten unerwähnt.
  • Ebenso verhält es sich mit der Tatsache, dass die Wirtschaft aufgrund der Forcierung neuer Technologien in Schulen erhebliche Umsätze erzielen kann.

Es ist festzuhalten, dass die eingehende Analyse der ministeriellen Projekte zur Implementierung von Webtechnologie im Unterricht ein bedenkliches Ergebnis zeigt: Denn durch die Art und Weise, in der die Wirtschaft bildungspolitisch durchaus wichtige Projekte zum Einsatz von IKT im Unterricht mitgestaltet und beeinflusst, wird nicht nur neoliberales Gedankengut in Schulen etabliert, sondern auch die Unabhängigkeit von Wissenschaft und Forschung bedroht. Die relative Autonomie von Bildung und Unterricht wurde mithin – aus ideologiekritischer Perspektive – selbst im Rahmen der ministeriellen Projekte neoliberal durchsetzt und dem Zwang der Marktkonformität unterworfen.

5. Fazit und Ausblick

Aus den vorgestellten Projekten kann zusammengefasst werden, dass das Interesse bei den durchgeführten Maßnahmen eindeutig in der Nutzung des Internets und an dessen vielfältigen Anwendungen liegt. Neben den klassischen Begründungen der Orts- und Zeitunabhängigkeit werden auch Individualisierung und Kooperation mit anderen in den Vordergrund gerückt. Die zentrale Sammlung der Daten und der Ausbau der Onlinevernetzung wird – wie bereits erwähnt – mit Kostenersparnissen begründet.

So kann die Frage, welchen Nutzen die Einführung von E-Learning hatte, dahingehend beantwortet werden, dass E-Learning genutzt wurde, um neoliberale Strukturen durchzusetzen und mithin für deren Akzeptanz zu sorgen.

Mit der Beantwortung dieser Ausgangsfrage ist jedoch keineswegs geklärt, wie eine freiwillige Einordnung und aktive Zustimmung zu einer derartigen Einschränkung pädagogischer Handlungsbedingungen möglich ist. Die präzise Beantwortung dieser Frage würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, kann aber als Desiderat der Forschung bezeichnet werden.

Weitere Forschungen können aber dort ansetzen, wo im Rahmen dieses Artikels bereits die am häufigsten angeführten Argumente für die Nutzung von E-Learning hervorgehoben werden konnten. Deshalb sollen hier im Sinne eines Ausblicks abschließend die wichtigsten dieser Argumente zusammengefasst werden.

Lernen für die Zukunft: Der Verweis auf künftige Verbesserungen des Bildungssystems ist eines der beliebtesten Argumente des Bildungsministeriums. Selten aber wird erfasst, dass gerade dieser Glaube an die Zukunft neoliberale Machtstrukturen in der Gegenwart legitimieren kann. Im Sinne einer neuen Religion kann der Neoliberalismus dahingehend genutzt werden, um das Individuum marktkonform zu mobilisieren.

Orts- und Zeitunabhängigkeit: Mittels der neuen Kommunikationstechnologien ist es grundsätzlich möglich, den Alltag zu durchsetzen, damit das Individuum allerorts und jederzeit – also rund um die Uhr – verfügbar ist. Diese permanente Verfügbarkeit wird des Öfteren mit den Begriffen Mobilität und Flexibilität umschrieben bzw. gefordert. Auch dies markiert einen Problembereich, der weitere Forschungen nötig machen würde.

Selbstgesteuertes Lernen: Bildungsprozesse werden seit jeher durch unterschiedliche Lehr- und Lerntechniken beeinflusst. Durch den flächendeckenden Einsatz von IKT wird deutlich, wie es zur Vereinheitlichung von Wahrnehmung kommt und wie mittels selbstgesteuertem Lernen erneut die Motivationspotenziale des Individuums abgerufen werden, um neoliberalen Denkstrukturen zu folgen. Durch die Selbststeuerung wird das Individuum im Sinne des Neoliberalismus mit Bewegungsmöglichkeiten in einem vorprogrammierten System ausgestattet. Auch hier wäre eine nähere Analyse wünschenswert.

Abschließend ist zu erwähnen, dass es gleichgültig ist, ob von lebenslangem Lernen oder von Privatisierung der Bildung gesprochen wird. Beide Ideologien verweisen auf ein marktwirtschaftlich dominiertes Regelsystem. Wenn davon ausgegangen wird, dass die Privatisierung der Bildung auch die Behandlung der Bildung als Ware bedingt, dann können die SchülerInnen als Kunden oder Konsumenten von Bildung angesehen werden, was wiederum die Vergleichbarkeit der Ware Bildung mittels Standardisierung und Qualifizierung erfordert. Und so können die Bildungskonsumenten selbst als Ware betrachtet werden, deren Humankapital im stetigen Wettbewerb mit anderen steht und stehen soll. Dies bedingt die Aufforderung zu lebenslangem Lernen, um den Marktpreis und die Konkurrenzfähigkeit zu erhalten. Gerade dadurch wird es aber möglich, dass der Einzelne an seine Freiheit glaubt und doch über neoliberale Denksysteme durchsteuert wird. Diese indirekte Lenkung kann durch den Einsatz von E-Learning herbeigeführt werden. Gerade dadurch zeichnet sich die problematische Überlappung von Ideologie und Technologie im Feld der konkreten Unterrichtspraxis aus, weshalb einem unreflektierten Einsatz aus pädagogischer Perspektive mit Nachdruck zu widersprechen ist.


Fußnoten

[1] Das sich diese Einkommensschere in den letzten Jahren noch wesentlich vergrößert hat und die Tendenz weiterhin steigend ist, kann in einem Bericht der britischen Wohlfahrtsorganisation Oxfam, der im Februar 2015 veröffentlicht wurde, nachgelesen werden. ORF Online (2015): Kluft wird immer größer, online unter: http://orf.at/stories/2261749/2261748/.

[2] Wer kritische Gedanken zu einem forcierten Projekt zur zentralisierten Serveradministration an Österreichs Schulen lesen will, folgt einem in der Ausgabe 3/2014 der MEDIENIMPULSE erschienenen Artikel. Das Wiener Medienkollektiv diskutiert das am Anfang des Schuljahres 2014/2015 im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Frauen (BMBF) eingeführte Schulnotenverwaltungssystem 'SOKRATES Bund'. (vgl. Kaiser-Müller/Ruge/Swertz 2015: Wäre es Dir lieber, ich würde zu Recht verurteilt?, online unter: http://www.medienimpulse.at/articles/view/718.

[3] Im Herbst 2012 wurde unter dem Motto: "E-Learning für alle" ein Online-Moodle-Kurspool für die Volksschule und die Sekundarstufe I und II angeboten. Folgte man dem Link, landet man auf eduhi.at, dem oberösterreichischen Bildungsserver. Wollte man sich eines der angebotenen Moodle-Videos ansehen, wurde man auf die bildungs.tv-Seite verlinkt. Diese Verweise haben sich verändert. Fakt ist, dass sowohl eduhi.at als auch bildungs.tv ins Eigentum von Education Group GmbH gegangen sind. Die nachfolgenden Ausführung sind online nicht mehr abrufbar, doch besteht die Möglichkeit Einsicht in dieses PDF zu bekommen, welches von der Autorin bei Zeiten gesichert wurde.


Literatur

BMBF (2009): online unter: https://www.bmbf.gv.at/schulen/efit21/individualisierung_17143.pdf?4du4y2 (letzer Zugriff: 03.03.2015)

BMBF – IT in der Bildung (2014): Die wichtigsten eLearning/IKT-Projekte des Allgemeinbildenden Schulwesens, online unter: https://www.bmbf.gv.at/schulen/it/ikt_projekte/index.html (letzter Zugriff: 06.02.2015).

BMBF – edumoodle (2015a): online unter: http://www.edumoodle.at/moodle/ (letzter Zugriff: 06.02.2015).

BMBF – eLSA (2015b): online unter: https://www.bmbf.gv.at/schulen/it/ikt_projekte/elsa.html (letzter Zugriff: 06.02.2015).

bm:ukk (2008a): e-learning bringts, online unter: http://www.nmsvernetzung.at/file.php/1/elearning_bringts_jan09.pdf (letzter Zugriff: 06.02.2015).

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