Schwerpunkt

4/2014 - Steuerung, Kontrolle, Disziplin/Medienpädagogische Perspektiven auf Medien und/der Überwachung

Semiokapitalismus und imperiale Kontrollgesellschaft

Zur Digitalisierung der Produktion am Beginn des 21. Jahrhunderts

AutorIn: Wolfgang Neurath

Wolfgang Neurath analysiert angesichts des kybernetischen Semiokapitalismus und des durch ihn entstandenen "Kognitariats" in welcher Art und Weise digitale Produktions- und Wertschöpfungsprozesse am Beginn des 21. Jahrhunderts zur Kontrolle eingesetzt werden ...

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Paul Virilio wurde in einem Interview, das John Armitage geführt hat, gebeten, "seine" Konzeption von Macht zu erläutern. Virilio antwortet, "dass es sich um eine eher schwierige Frage handelt, da jeder Antwortversuch langwierig und irritierend wäre. Im traditionellen chinesischen Denken existiert eine außergewöhnliche Ikonografie von Macht: Wenn ein Repräsentant des Kaisers auf einen lokalen Herrscher trifft, sind seine ersten Worte: 'Zittere und gehorche!' Für mich ist dies noch immer die beste Definition von Macht.
Angst! Es geht darum Macht einzuflößen; jemanden zu ängstigen.
Zuallererst ist Macht mit Angst verbunden, und dem folgt die Fügsamkeit oder Unterwerfung."

John Armitage (Hg.) (2001): Virilio Live: Selected Interviews, London: Sage 2001, 26

"David Rohde, ein Reporter der New York Times, der im Jahr 2008 entführt und sieben Monate lang in Waziristan festgehalten wurde, war wohl der erste westliche Journalist, der die Auswirkungen dieser ständigen tödlichen Überwachungen" (durch Drohnen, W. N.) "auf die ihr unterworfene Bevölkerung beschrieb. Er spricht von der 'Hölle auf Erden' und fügt hinzu: >Die Drohnen machten mir furchtbar Angst. Vom Boden aus lässt sich unmöglich feststellen, wen oder was sie gerade verfolgen, wenn sie über deinem Kopf kreisen.
Das ferne Brummen des Motors klingt wie die andauernde Mahnung an deinen bevorstehendenTod.<"

Chamayou, Grégoire (2014): Ferngesteuerte Gewalt. Eine Theorie der Drohne, Wien: Passagen (franz. 2013), 55.

"Wo es Macht gibt, gibt es Widerstand."

Foucault, Michel (1992): Der Wille zum Wissen. Sexualität und Wahrheit 1, Frankfurt/M.: Suhrkamp, 6. Auflage, 116.

I. Mediale Kopräsenzen der Gesellschaftsgeschichte

Alle Bilder der Gesellschaftsgeschichte kämpfen um unsere Aufmerksamkeit; wobei die medialen Darstellungen der Souveränitäts-, der Disziplinar- und der Kontrollgesellschaft entstammen können. Medien strukturieren unsere Wunschökonomie und der mediale Flux wird durch Aufmerksamkeitsblöcke nach Stärke und Ausmaß des Gradienten differenziert. "Soziale Medien" notieren und teilen die Abfolgen der Aufmerksamkeiten mit und gleichzeitig wird die Wirkung, der "Impact" auf das Soziale registriert. Wir entdecken eine radikal neue Situation, die sich ästhetisch und konzeptionell als rasender Stillstand oder als "alle Namen der Geschichte" präsentiert. Der medialen Gleichzeitigkeit der  Gesellschaftsgeschichte – Baudrillard würde wohl diese strategische Situation als "Hyperrealität" bezeichnen – entspricht jeweils ein dominantes ökonomisches Dispositiv.

Jeder Gesellschaftsform eignet mithin auch eine bestimmte organisationelle Ökonomie, die Souveränität ist mit der Abschöpfung verwoben, die Disziplin mit der industriellen Organisation von Arbeit und die Kontrolle mit einer globalisierten Ökonomie (Deleuze), die als weltweit sich formierende kapitalistische Wissensgesellschaft adressiert werden kann. Das soll nicht bedeuten, dass der Kapitalismus nicht schon in früheren Zeiten international organisiert gewesen ist. Unter einem globalen Semiokapitalismus wird ein Wissenssystem verstanden, das sich als System in Echtzeit weltweit realisiert. Der Übergang von der Disziplinar- zur Kontrollgesellschaft kann so beschrieben werden: "Die Kontrolle ist kurzfristig und auf schnellen Umsatz gerichtet, aber auch kontinuierlich und unbegrenzt, während die Disziplin von langer Dauer, unendlich und diskontinuierlich war. Der Mensch ist nicht mehr der eingeschlossene, sondern der verschuldete Mensch. Allerdings hat der Kapitalismus als Konstante beibehalten, daß drei Viertel der Menschheit in äußerstem Elend leben: zu arm zur Verschuldung und zu zahlreich zur Einsperrung. Die Kontrolle wird also nicht nur mit der Auflösung der Grenzen konfrontiert sein, sondern auch mit dem Explodieren von Slums und Ghettos" (Deleuze 1993, 260).

Durch das Entstehen eines digitalen Wissens- und Produktionsprozesses in einer globalen Ökonomie wird das Proletariat in vielen Gesellschaften durch ein Kognitariat ersetzt; die neue Arbeiterklasse, die in einem permanenten, fragmentierten und informatisierten Produktionsprozess eingeschrieben ist, produziert eher immaterielle Güter wie Codes und alle möglichen Formen von Digitalisaten (Franco Bifo Berardi hat dies in seinen letzten Studien detailliert untersucht, vgl. Berardi 2009a/2009b/2011). Mittlerweile produziert jeder, der sich im globalen Netz aufhält, nicht nur als Akteur im Produktionsprozess, sondern durch das Plug-in selbst permanent Inputs in das System. Dieses neue Produktionsmodell verlangt nach Flexibilität und Adaptionsfähigkeit und hat die Arbeiter in untereinander austauschbare Maschinen verwandelt, die mit dem "Web" wie mit einem Nervensystem verbunden sind, sodass das semiotisch Fraktale rekombiniert werden kann. Und der digitale Flux produziert und reproduziert nicht nur das Nervensystem der digitalen Wissensökonomie, sondern produziert gleichzeitig die Subjektivitäten bzw. die Habitusformen des Kognitariats (Vgl. Barberi 2013/2014).

Bereits 1992 weist Félix Guattari entschieden auf diesen zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrgenommenen Zusammenhang hin: "Muss man die semiotischen Produktionen der Massenmedien, der Informatik, der Telematik, die Robotik aus der psychologischen Subjektivität heraushalten? Ich denke nicht. Ebenso wie die sozialen Maschinen, die man in die allgemeine Rubrik der Gemeinschaftseinrichtungen einordnen kann, wirken die technologischen Informations- und Kommunikationsmaschinen mitten in der menschlichen Subjektivität, nicht nur in ihrer Erinnerung, ihrem Verstand, sondern auch in ihrer Sensibilität, ihren Affekten und ihren unbewussten Fantasien" (Guattari 2014, 10f).

Diese Wirkungen können wir heute sehr genau beobachten und beschreiben, da die Maschinisierung und die permanente Überproduktion von Zeichen eben auch beständig auf den sozialen wie medialen Habitus einwirken, und dadurch eigentlich direkte – durchaus physiologische – Transformationen und  damit buchstäblich verbundene Veränderungen von Sprache, Mediennutzung und der allgemeinen Psychosphäre des Kognitariats bewirken. Franco Berardi definiert deshalb den Semiokapitalismus als vollständige Integration symbolverarbeitender Arbeit in den Wertschöpfungsprozess, die durch den Einsatz digitaler Maschinen ermöglicht wird. Der Semiokapitalismus nimmt die Besonderheiten der symbolischen Produktion auf, auch deren spezifische Dynamiken, und gleichzeitig finden sich die Sprachen auf all ihren Ebenen mit den ökonomischen Gesetzen von Konkurrenz und Überproduktion konfrontiert.

Es scheint sich aktuell eine Wissensökonomie zu etablieren, die über globale Netzwerke die nationalen Ordnungen und Organisationsformen auflöst, um (scheinbar) einen flachen Raum der Gleichzeitigkeit entstehen zu lassen. Die Transaktionen werden konzentriert und von jedem Ort aus adressierbar. Die Transaktionskosten tendieren anscheinend gegen null. Diese >Illusio< arbeitet mit einer spezifischen Zurichtung der Gesellschaft, der jegliche über die Entwicklungslogik von Technologie und Märkten hinausgehende Perspektive genommen scheint. Damit folgen Gesellschaften keiner Geschichtserzählung mehr, die weder als lineare Abfolge noch als zyklische Erneuerung oder als Zeitsprung organisiert ist, sondern organisieren sich territorial bzw. neotribal. Der Tribalismus wurde als dominante Gesellschaftsform der Postmoderne wieder aktuell und als soziale Kategorie neu thematisiert (Maffesoli 1988). Postmoderne urbane Stämme werden von Maffesoli als ein soziales Netzwerk heterogener Personen definiert, die vor allem durch Emotionen und situative Missionen verbunden sind. "Aus ethnologischer Sicht war der Stamm im strengen Sinne eine Form, gemeinsam gegen die vielgestaltigen Arten des Missgeschicks zu kämpfen, (…). Der Ort, den man gebändigt hatte, war somit eine Garantie des Überlebens und zugleich der Solidarität. Steht doch in diesen Steindschungeln, den postmodernen Megapolen, nicht auch Derartiges zur Debatte! (…) Manchmal verlässt der Stamm sein Territorium und schweift einige Zeit in irgendeinem anderen Stadtviertel umher, auf irgendeiner >Höhe<, die ihn anzieht, ohne ihm vertraut zu sein. Trotzdem bleibt der, an den er durch seinen Habitus, mit seinen Sitten und Gebräuchen, gebunden ist, der Heimatboden, die Quelle seines gemeinschaftlichen Rhythmus" (Maffesoli 2014, 75 f). Maffesoli hat ein zentrales Merkmal der sozialen Kategorie "Stamm" erfasst, nämlich die Besonderheit, dass Stämme soziale Verbände sind, die sich durch Geburt, Heirat oder durch andere soziale Tatsachen verbunden fühlen und eben ein spezifisches Territorium kontrollieren, um sich dessen Ressourcen anzueignen, die sie gemeinschaftlich ausbeuten. Insofern werden auch Territorien inkorporiert und (in)habituiert und müssen dementsprechend verteidigt werden.

Gilles Deleuze hat die Formationen der Gesellschaftsgeschichte noch in ihrer Abfolge analysiert und das Verschwinden der Disziplinargesellschaft diagnostiziert. Wir sehen jedoch heute, dass diese archäologischen Formationen nicht als Schichten oder als sedimentierte Zeiten zu lesen sind. Dahingehend hat Anton Tanter formuliert: " …, dass in jeder historischen Gesellschaft Charakteristika der Kontrollgesellschaft gefunden werden können, die heute zur vollen Entfaltung gelangen, ganz gleich ob es sich um den ersten Einsatz von Schrift für die Verwaltung der altorientalischen Stadtstaaten oder die Vornahme von Volkszählungen in der römischen Antike handelt" (Herwig/Tantner 2014, 17). Ganz in diesem Sinne finden sich die Machtdispositive jeder dieser weiter oben beschriebenen Gesellschaftsformation in den konkreten historischen oder zeitgenössischen Situationen, die sozusagen alle mit-anwesend sein können, allerdings natürlich nur am jeweiligen technologischen Niveau des historischen Sediments. Könnte man nicht davon sprechen, dass spezifische technologische Dispositive in den Raum eingeschrieben sind, und eine Epoché der scheinbaren Aufhebung der Gesellschaftsgeschichte einläuten? Konzept wie Metapher des Netzwerks werden nicht nur als regulative Idee, sondern auch als universale Erzählung in Zirkulation gebracht, wobei dies keineswegs eine "Entdeckung" des 21. Jahrhunderts ist: "Hingegen wäre die aktuelle Epoche eher die Epoche des Raumes. Wir sind in der Epoche des Simultanen, wir sind in der Epoche der Juxtaposition, in der Epoche des Nahen und des Fernen, des Nebeneinander, des Auseinander. Wir sind, glaube ich, in einem Moment, wo sich die Welt weniger als ein großes sich durch die Zeit entwickelndes Leben erfährt, sondern eher als ein Netz, das seine Punkte verknüpft und sein Gewirr durchkreuzt" (Foucault 1992b, S. 34).

II Imperiale Netzwerke der Macht

Historiker, Philosophen und Poeten haben Netzwerke nicht nur als Untergangsmaschinen für Imperien besungen, nicht nur Rhizome und Kriegsmaschinen, die Imperien decodieren und ins Chaos stürzen, sondern auch Netzwerke als Maschinen der Imperiumsbildung identifiziert, die, Zyklus um Zyklus, immer wieder Strukturen und Morphologien herstellen, um den Gradienten zwischen Zentrum/Core und Peripherie zu erneuern. Netzwerke als Medien der Macht, Netzwerke als Infrastrukturen der Macht und Netzwerke als Produzenten von Machtkonzentration, Netzwerke als Produktionssysteme imperialer Städte oder Stadtsysteme. Daran erinnert auch folgendes Zitat von Gilles Deleuze und Félix Guattari: "Die Stadt ist das Korrelat der Straße. Die Stadt existiert nur im Hinblick auf Verkehr und Kreisläufe; sie ist ein bedeutender Punkt in den Kreisläufen, von denen sie geschaffen wird oder die sie schafft. Sie wird durch Ein- und Ausgänge bestimmt, es muss etwas in sie hineingehen und aus ihr herauskommen. […] Es handelt sich um ein Phänomen der Trans-Konsistenz, um ein Netz" (Deleuze/Guattari 2010, 599).

Imperiale Städte und Stadtsysteme werden von der Peripherie genährt; gleichzeitig attrahieren sie Fluchtlinien und geben den Flüchtigen eine Orientierung und ein vorläufiges Ziel; sie sind Attraktor wie fokales Ziel: Gerade Lebenslinien benötigen Punkte, die Linien bündeln und ordnen. Insgesamt entsteht so ein dynamisches System, das sich durch eine weitreichende, meist indirekte Koordination zweier Bewegungsströme auszeichnet; einerseits die Anziehung von allem und jedem, das sozial nach oben, ideell nach Realisierung und ökonomisch nach Erfolg drängt und gleichzeitig eine Bewegung, die als administrative, vielleicht auch ökonomische und militärische Kontrolle gelesen werden kann. Diese Bewegungen fungieren dabei weniger in Form territorialer Vereinheitlichung durch Verwaltungsintegration, sondern eher als Netzwerk von Bindungen bzw. Pakten. In beiden Fällen setzt dies die fortwährende Aufrechterhaltung eines Gradienten in beiden Richtungen voraus.

Imperium ist nicht nur die historisch dominanteste Regierungsform, sondern in gewisser Weise auch die erfolgreichste, um verschiedenartige Gesellschaften bzw. Sozietäten zu ordnen und in große Systeme einzubinden; durch lose Kopplung werden unterschiedliche politische Körper in eine Gestalt gebracht, die einerseits durch staatliche Übercodierungen und anderseits durch kriegerische Decodierung am Leben erhalten wird. Das Zentrum kontrolliert und schöpft ab und attrahiert und fasziniert gleichzeitig (Tilly 1997).

Besondere Aufmerksamkeit hat gerade auch im Zusammenhang mit imperialen Netzwerkbildungen die Entdeckung des Power Law, des Potenzgesetzes (beruhend auf mathematischer Potenz), erregt; wie so oft wurde diese Regel bzw. dieses Gesetz schon einmal genau deskribiert. George Kingsley Zipf hat bereits 1949 eine breit angelegte Monografie dazu vorgelegt (Zipf 1949). Zipf konstatierte in ganz verschiedenen Domänen, dass sich der Rang eines Elements in einer geordneten Reihe von Elementen umgekehrt proportional zu seiner Größe verhält. Im Zusammenhang mit Netzwerken besagt das Power Law, dass Netzwerke durch sukzessives Wachstum entstehen und die Verteilung der Knotenwahlen weder gleich noch normal verteilt sei: "Die breite Anwendbarkeit des Power-Law-Modells auf alle möglichen Arten von Netzwerken (soziale, biologische, kulturelle, etc.) insinuiert, dass es sich um universelle Struktureigenschaften emergenter, selbstorganisierender Netzwerke handelt. Die Welt ließe sich damit am besten als komplexes Netzwerk beschreiben, das folgendem Erzeugungs- und Bestandsgesetz folgt: Netzwerke erhalten sich durch ein Wachstum, das als Addition neuer Knoten beschreibbar ist; die neuen Vertices oder Netzwerkknoten verbinden sich präferenziell mit bereits gut- oder bestverbundenen. Dies produziert ein dynamisches Organisationsmodell, das Wachstum und Selektion verbindet. Das Prinzip, dass die Reichen immer reicher werden, nimmt sich in dieser Perspektive als eine natürliche Systemeigenschaft aus." (Müller/Neurath 2012, 12.)

Damit behauptet man eine universelle Dynamik gefunden zu haben, die auf alle Wachstums- bzw. Entwicklungsprozesse von Netzwerken anwendbar sein soll, ohne die mitunter sehr verschiedenen Mechanismen der Netzwerkbildung und die Beziehungsformen berücksichtigen zu müssen. Das wird bereits deutlich, wenn man sich auf soziale Netzwerke konzentriert, die aus reziproken persönlichen Kontakten aufgebaut sind, wie etwa Freundschaftsnetzwerke.

Werden – empirisch beobachtbare – Power Laws universalisiert, kann man mit Foucault auch von einem Dispositivwechsel sprechen, da sich dadurch der Modus der Normalisierung ändert: Vordem herrschte die Macht der Norm, die – operierend mit einer Binarisierung von Tauglichem und Untauglichem – eine möglichst große Anzahl von Individuen an ein Modell oder Ideal anzupassen und auszurichten versuchte. Bei Foucault heißt es: "(…) Nicht das Normale und das Anormale sind grundlegend für die Normalisierung, sondern die Norm." Wenn wir Power Laws nicht als Gesetzmäßigkeiten in Natur und Gesellschaft (für die es – seit Zipf – genau genommen keine verbindliche Erklärung gibt), sondern als Norm lesen, verändert sich sofort Kontext und Art der Analyse. Diese Art von Norm idealisiert die Ausnahme; die Voraussetzung für diese strategische Operation ist eine epistemologische Verschiebung, die den Gegenstandsbereich der Normierung, der Produktion von Modellen und Vorbildern neu ordnet und die Anwendung des Algorithmus Power Law grundlegend erweitert: Die Ökonomie der Ausnahme gilt nicht mehr nur für einen abgrenzbaren gesellschaftlichen Bereich mit spezifischer Rationalität, sondern sie unterwirft immer weitere Bereiche menschlicher Aktivität einer Ökonomie der Konkurrenz und lässt Selektionsprozesse, nach der Devise 'Up-or-out' immer wieder über eine immer kleiner werdende Population laufen. Mit "Up-or-out" vernimmt sich die Natur selbst und sie findet zu einer Sprache, die imperial ist (im Sinne globaler Gültigkeit) und gleichzeitig aus der Zukunft zur Welt spricht.

In allen Bereichen, in denen Macht, Prestige und Leistung gemessen und verglichen werden, finden wir dieses feldbezogene Modell mit globaler, weil naturgemäßer Gültigkeit. Dieses Gesetz hat sich also zunächst als Naturalismus formiert und damit wird auch die Differenz zwischen Kulturen oder die Differenz zwischen symbolischen Ordnungen verschiedener Geltungs- oder Weltbereiche auf eine einheitliche Ordnung zurückgeführt, die als anthropologische Konstante dem Menschen gegeben ist. Jede Kultur oder jede symbolische Ordnung, die eine Abweichung behaupten würde, wäre als eine Verletzung der Verpflichtung dieses Gesetzes zu erachten.

Exzellenz wird dadurch als Produkt einer globalen Regel und eines weltweit gültigen Messsystems (ein Bewertungssystem, eine Währung) gesehen: Militärisch-technische Leistungsfähigkeit, wirtschaftlicher Output und Leadership, die Anzahl der Konzernzentralen, technologische Entwicklung, Wissenschaft und Forschung, Sport und Entertainment, Nobelpreise, Universitätsrankings, olympische Medaillenspiegel und Oscarverleihungen sind immer wieder Testläufe, in denen sich die imperiale Soft-Power zu bewähren hat. Gelegentliche Rückschläge in diesen Bereichen werden als Beginn des Niedergangs gewertet. Dieses Ermittlungsverfahren detektiert das räumliche Zentrum und diejenige Ordnung, die zeitlich immerfort als Zukunft für alle Akteure des Feldes oder alle Akteure im Netzwerke gelten soll. Nur vom Attraktor oder Zentrum aus wäre damit eine globale Diffusion vorstellbar, sodass in einem mehrstufigen Prozess dieses Modell als überall Realisiertes allgemein wird, wobei an der Peripherie immer nur Schwundformen und eigenartige Hybride produziert werden würden, sodass die Güte und Reinheit des Modells nur an der Spitze durch Selbststeigerung universalisiert und in der Tiefe des Abfalls und Abriebs Besonderheiten entstehen, die nicht nur zur Optimierung nichts beizutragen haben, sondern durch das Ausmaß ihrer Abständigkeit, die Güte und den Wert des Modells beglaubigen können und müssen. Die meisten Diffusionsmodelle inkludieren diese Operationen einer Macht, die wenig erklärt und vieles naturalisiert.

Eine andere Lesart imperialer Netzwerkmacht bietet Reinhardt Bernbeck auf, der verschiedene Domänen der Netzwerk-Macht benennt. Bernbeck zeigt, dass netzwerkorientierte Machtmodelle keinen globalen, glatten Raum beherrschen, sondern das Empire (Hardt/Negri 2013), also unilaterale Attraktoren und Dominatoren einem Metamachtmodell folgt, das verschiedene Formen von gesellschaftlicher Macht aneinander bindet. Aber lassen wir Bernbeck dieses Metamodell einer technologisch-militärischen, d. h. globalen Macht, selbst vorstellen:

"On a geopolitical plane, they are similar in the network structures of their peripheries, with a set of hierarchized nodes that are islands of 'imperial home' in a local sea of foreign culture. Highly developed technologies serve to articulate these nodes. Related to these geographic structures is an imperial power practice and disposition which I have characterized as >requirementality.< This comprises effective communication, time sovereignty, a cascading mode of realizing imperial demands, and a high level of contingency in decisions, concomitant with unpredictability on the network's insides, and all the more so in the interstices. Network empires do not recognize any imperial subjects in the network zones' interstices; at the same time, they develop ideologies of unbounded spatial reach. Compared to the more territorially oriented empires such as the Roman, Chinese or British, these empires produce a paradoxical situation for the conquered. A complete lack of recognition of the subjected as subjects results in often extreme imperial brutality, and opens simultaneously an ideal Ground for anti-imperial resistance" (Bernbeck 2010, S. 161).

Aber selbst der biopolitische Körper (Vgl. dazu auch die Schwerpunktausgabe der MEDIENIMPULSE zum Thema Biomacht, Biopolitik, Biomedien unter http://www.medienimpulse.at/ausgaben/ausgabe-2-2012) steht unter einer gänzlich neuen Art und Weise von "polizeylicher" Behandlung bzw. "Wohlfahrt", da im Internet der Dinge die Handlungen des Bios einer massiven Aufzeichnungstechnik ausgesetzt sind, die kommerzielle Auswertungen erlaubt und es schafft, neue Formen der Kontrollen zu etablieren: Heizung, Kühlschrank, Kreditkarte, Fernseher, Waage, Medikamente, Kamera, jede Art von digitalem Gadget, elektrische Zahnbürste, Waschmaschine, – in der Welt des Internets der Dinge erzeugen alle Akteursnetzwerke ungeheure Datenmengen, die in Lagerungspunkten/Netzwerknoten außerhalb des betroffenen Netzwerks prozessiert werden. Dieses sogenannte Internet der Dinge wird derzeit als heißeste Ressource des Internets gehandelt, da sich Datenflüsse scheinbar jederzeit in Kapital verwandeln lassen; in gewisser Weise wird im Sinne Marxens jedes W (als Ware), welches mit einem Akteur gekoppelt und algorithmisiert wird zu G' (also zu Geld/Strich). Die digitalen Akteursnetzwerke werden zu tragbaren Wireless Body Area Networks (WBANs), alle möglichen Akteursnetzwerke werden mit Sensoren ausgestattet und stellen sich mehrere Fragen: Wer saugt die Daten ab? Wer besitzt die Algorithmen? Wo werden die verschiedenen Wissensfraktale gehandelt bzw. wo können sie eingefordert werden? Jüngste Enthüllungen des Journalisten Glenn Greenwald beziffern die Anzahl der Amerikaner, die gegenwärtig vom Staat überwacht werden, auf sagenhafte 1,2 Millionen. Ist diese Form der digitalen Herrschaft erst einmal eingerichtet, wird sich diese Zahl leicht ausweiten lassen; schließlich weiss ein System, das einen daran erinnert, den Nachtisch zu kaufen, auch, wer und wo man ist, was man gemacht hat und mit wem. (Die Beispiele entstammen alle Halperin 2014).

III Kriegsmaschinen

Eine andere imperiale Maschine kann als Koppelung und Heterogenese von Staatsapparat und Kriegsmaschine verstanden werden. Laut Gilles Deleuze entdeckt Nietzsche in der Genealogie der Moral bei der Untersuchung der Abfolge von Herrschaftsformationen zwei streng korrelativ situierte Formationen, die den primitiv segmentierten Herrschaftsformationen folgen: im Zentrum die bürokratische Maschine des Despoten und an den Rändern eine Maschine des Nomadenkrieges. Eine Synthese oder vollständige Aneignung der beiden Maschinen durch die jeweils andere sei nicht möglich, wie Deleuze und Guattari in den Tausend Plateaus behaupten: " Die Kriegsmaschine gehört in jeder Hinsicht zu einer anderen Spezies, sie hat ein anderes Wesen und einen anderen Ursprung als der Staatsapparat" (Deleuze /Guattari 2010, 483);  oder: "Die Exterritorialität der Kriegsmaschine im Verhältnis zum Staatsapparat zeigt sich überall, ist aber gedanklich schwer zu fassen" (Deleuze /Guattari 2010 S. 485).

In dieser geopolitischen Gesellschaftserzählung, die Jahrhunderte umspannt, werden die beiden territorialen Gesellschaftstypen aneinander gebunden und gleichzeitig werden komplett divergente Fluchtlinien imponiert. Territorien werden somit vollständig unterschiedlich besetzt und auch die Machtdispositive sind oppositionell gelagert – das Nomadische binarisiert (Freund/Feind), das Städtische organisiert Distanzen, schafft Hierarchien und bildet stabile Netzwerke. Die Stadt, der Staatsapparat, versucht alle Ströme und Bewegungen zu kontrollieren; ja Bewegungen tauchen erst als Linien und Beziehungen im gekerbten Raum auf, als Ökonomie von Translationen, sozusagen als realisierte Beziehungen in einem Transaktionsraum. Dem Nomaden eignet eine Kriegsmaschine, deren Tempo und Dynamik er teilt. Die Kriegsmaschine erfindet mobile Blöcke und löst die Verkettungen des Staatsapparates auf. Stößt die Kriegsmaschine auf die Stadt, dann will sie jene weder besetzen noch besitzen, sondern sie taucht vielmehr plötzlich auf und behandelt quasi das geordnete, codierte, gekerbte Territorium des Staates wie einen glatten Raum, den man so frei durchqueren kann, wie man das Meer besegelt.

Die nomadische Kriegsmaschine will also keinesfalls per se den Krieg, durch die ihr eigene Dynamik und Innovationskraft kann sie sich in etwa auch in ästhetischen oder ökonomischen Fluchtlinien verwirklichen. So zeichnet sich der gekerbte Raum durch Demarkationslinien, Grenzen, Eigentumsordnungen, Straßen und Äcker, Tore oder auch durch Wälle und markierte Grenzen aus. Der glatte Raum erneuert sich durch Sand, Meer und Steppe, Geschwindigkeiten, plötzliches Auftauchen von Menschen und Tieren, die sich im Raum verteilen oder durch plötzliche Entleerungen. Imperiale Prozesse könnte man demnach als Koppelung oder Maschinisierung dieser zwei Formationen oder Prozesstypen verstehen, die streng korrelativ sich immer nur in einem instabilen Gleichgewicht befinden können: Der staatlich organisierte militärisch-industrielle Komplex oder die Reterritorialisierung der Kriegsmaschine in eine Heeresorganisation, die mitunter das Zentrum bedroht, kann als Dauerthema in der Militär- und Kriegsgeschichte bezeichnet werden. Wir erleben jedoch eine neue Situation, in der die Kriegsmaschine sich ihrer Einhegung entzieht und zunehmend Staaten unterwirft, sodass derzeit die Vermutung naheliegt, dass die kapitalistische Kriegsmaschine sich mit einer Bande kriegerischer globaler Konzerne verbindet, um eine unfreundliche Übernahme der Nationalstaaten zu betreiben.

IV. Reterritorialisierung und Überwachung 2.0

Damit sind die Reterritorialisierungslinien scheinbar vorgezeichnet, die zwischen Krieger- und Kundensubjektivität changieren. Alles dreht sich um Reichweite, technisch hergestellte Ökologien und darum, weiterhin die Rechenleistung zu steigern. Womit allerdings immer wieder zu rechnen sein wird, dass die Subjektivierungslinien sich an vollständig divergenten Attraktoren ausrichten und sich die Frage stellt, ob der Globus ein glatter Raum ist oder sich die Grenzziehungen und Kerbungen immer häufiger und tiefer in das Territorium zu brennen haben. Un dies auch noch in Form archäischer politischer Geographien?

Heute ist es der Cyberspace, der als "fünfte Dimension" den globalen Raum wieder in einen glatten Raum zurückverwandelt. Das Territorium ist potenziell der Globus und neue Formen der Kriegsführung erobern die Fantasie, die Subjektivierungsformen und die Formen von Überwachung und Kontrolle. Im glatten Raum passiert alles gleichzeitig und es wird jede Bewegung registriert, es handelt sich vorerst um eine Revolution des Blicks. Grégoire Chamayou untersucht die Neuerungen der Überwachung, die durch die Fähigkeit zum ferngesteuerten Tod eingetreten sind, und findet folgende sechs große Prinzipien (Chamayou 2014, 49–55):

  1. Der Blick wird beständig und die Überwachung dauert permanent an. "Durch den Effekt einer sozialen Vervielfältigung der Pupille" (49) und der Neuorganisation der Überwachungsarbeit verstetigt sich der beobachtende Blick.
  2. Alles sehen, jederzeit: Großraumüberwachung durch synoptische Bilderstellung
  3. Prinzip der totalen Archivierung oder der Aufzeichnung aller Leben. "Das totale Archiv würde im Voraus, vorbeugend, die retrospektive Rückverfolgbarkeit aller zurückgelegten Wege und aller Geschichten gewährleisten" (50).
  4. Synästhetische Datenzusammenführung – mehrere Datenschichten werden zu verdichteten Informationsströmen zusammengeführt, um bessere Mustererkennungen zu produzieren – Wege, Netzwerke, Erzählungen.
  5. Prinzip der Schematisierung von Lebensmustern. Die Fähigkeit neuartige Karten zu erstellen, wie in der Humangeographie entwickelt, um dreidimensionale Lebensläufe zu zeigen. "Entgegen dem, was man meinen könnte, ist das Hauptziel dieser Systeme ständiger Überwachung weniger, bereits bekannte Personen zu beschatten, als vielmehr das Erscheinen verdächtiger Elemente zu bemerken, die sich durch abnorme Verhaltensweisen zu erkennen geben." (53)
  6. Prinzip der Anomalie. Sie muss der Erkennung und der präventiven Vorwegnahme unterworfen werden.

Der automatisierten Erkennung folgt die automatisierte Tötung. Und wir werden dann immer schon Beweise, sei es durch Folter, sei es durch den Beobachtungsautomaten oder sei es durch eine Erzählung, die zu uns kommt, erhalten, um das maschinelle Töten immer wieder rechtfertigen zu können.

An der Todespolitik werdet ihr erkennen, welche Einstellung eine Kultur zur Freundschaft, zur Freundlichkeit dem anderen gegenüber und zur Gastfreundschaft unterhält. Wer den respektvollen Umgang gänzlich verliert, verliert jegliche Distanz, indem er alles sehen, erkennen und erahnen will und diese Kultur wird gerade ein Denken verlieren, dass diese Distanz benötigt, um eine Ambiguität zu schaffen, die jedes Denken benötigt, dass uns daran erinnert, dass es eine Tradition gibt, die diese Landschaft bewohnt und die uns immer wieder dazu auffordert, uns vom Unverstand des Bildes, der Weisheit und des Tons verzaubern zu lassen. Daran erinnert Michel Foucault, wenn er davon spricht, dass ein Denken sich daran beweisen muss, dass man fortwährend ein anderer wird und im Entwerfen einer widerständigen und eigensinnigen Widerstandslinie immer wieder von Neuem beginnen muss.

V. Fazit

Was passiert, wenn die Gesellschaftsgeschichte immer wieder alle Gesellschaftsformen durchlaufen muss? Unsere Kultur ist nicht nur durch eine komplette Neuorganisation der kapitalistischen Produktion gekennzeichnet, sondern durch eine vollständig neue Erfahrung eines Krieges, der nicht mehr aufhören wird, da die fragilen Koppelungen zwischen Staatsapparat und Kriegsmaschine sich ihrerseits entkoppeln. Davon nicht unberührt bleibt die Art- und Weise der Subjektivierung, die durch die diversen Maschinisierungen geformt und fragil vernetzt wird, nicht nur in ihrer Erinnerungsfähigkeit und ihrer Verstandestätigkeit, sondern auch in ihrer Sensibilität, ihrer Berührbarkeit durch Affekte und in ihren unbewussten Fantasien. Vielleicht ist die Medialisierung und Mediatisierung des Habitus global, aber nicht die jeweiligen Retteritorialisierungen, die uns ganz brutal daran erinnern, dass nur eine Welt existiert, gezeugt aus einer Vielzahl von Lebenswelten.


Literatur

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semiokapitalismus, kognitariat, imperium, empire, disziplin, kontrolle, überwachung