Editorial

4/2013 - Medialer Habitus

Editorial 4/2013: Medialer Habitus

AutorInnen: Alessandro Barberi / Christian Swertz

Editorial 4/2013

Die breite soziale Verwendung und Nutzung von Medien in unserer Wissens- und Informationsgesellschaft hat seit der dritten industriellen Revolution auch zu tiefgreifenden Änderungen in den Verhaltensweisen und Erfahrungsräumen der Menschen geführt. Angelehnt an die Bildungssoziologie Pierre Bourdieus, der mit dem Begriff des (individuellen und kollektiven) Habitus derartige gesellschaftliche Transformationen praxeologisch und d. h. immer auch handlungstheoretisch zu fassen suchte, diskutieren MedienpädagogInnen seit geraumer Zeit den Wandel von Mediennutzung und Medienkompetenz rund um den Begriff des "Medialen Habitus".

Denn Zeitungen, Filme, Bilder, Fernsehen oder Fotografie spielen eine eminente Rolle in der Konstitution von gesellschaftlicher Wahrnehmung und erfordern auch spezifische Praxisformen. Dabei überkreuzen sich die traditionellen Bestände der Sozial- und Medienwissenschaften schon auf begrifflicher Ebene und werfen so eine ganze Reihe relevanter medienpädagogischer Fragen in Theorie und Praxis auf, denen die Ausgabe 4/2013 der MEDIENIMPULSE mit dem Schwerpunkt "Medialer Habitus" gewidmet ist. Dabei standen der Redaktion und den AutorInnen u. a. folgende Fragen vor Augen:

  • Wie haben sich die Verhaltensweisen und d. h. Habitusformen der Menschen durch Medien unterschiedlichster Art (vor allem in der Schule) geändert und ändern sich noch?
  • Welche Auswirkungen haben diese Änderungen auf die konkrete Unterrichtspraxis von Lernenden und Lehrenden? Welche Rolle spielt also der "mediale Habitus" in den sozialen Feldern des Unterrichts?
  • Wie lassen sich Medienkompetenz und Mediennutzung anhand des Konzepts des "medialen Habitus" erläutern bzw. neuartig diskutieren?
  • Inwiefern ist der individuelle und kollektive Habitus selbst als Medium von gesellschaftlichen Voraussetzungen zu fassen? Und:
  • Wie wirken sich soziale Unterschiede und Ungleichheiten auf die Konstitution des "medialen Habitus" aus?

Derartige Fragen stellten die Herausgeber zur Diskussion und können mit dieser Schwerpunktausgabe der MEDIENIMPULSE mit einigen äußerst elaborierten Antworten aufwarten. Denn die eingereichten Beiträge, die hinsichtlich des "medialen Habitus" durchwegs von SpezialistInnen verfasst wurden, grenzen das Forschungsgebiet sehr gut ein und eröffnen gleichzeitig eine Perspektive auf kommende medienpädagogische Diskussionen.

Dies beginnt schon damit, dass Ralf Biermann davon ausgeht, dass die Grundbegriffe "Medienkompetenz" und "Medienbildung" als elementare Prozesse und Ziele von medienpädagogischen Projekten zu verstehen sind. Im Rekurs auf Bourdieus Habitus-Konzept betont Biermann deshalb vor allem die Genese und Veränderbarkeit "habitueller Muster", die dem "medialen Habitus" eingeprägt sind. "Medienkompetenz" kann daher als "Dispositionsgefüge" im Sinne von Bourdieus "kulturellem Kapital" und "Medienbildung" als "Veränderung von Selbst- und Weltverhältnissen" konzipiert werden. Der (mediale) Habitus sorgt so über Erfahrungen für eine strukturelle Koppelung von subjektiven Denk-, Wahrnehmungs- und Handlungsschemata und "objektiven" sozialen Strukturen. Biermann hebt dabei hervor, dass Bourdieus Habitus-Konzept eher ein System von Grenzen und Limitierungen anspricht, wohingegen es bei Bildungsprozessen gerade um die Aufhebung dieser Grenzen geht. Zusammenfassend betont Biermann, dass die Diskussionen zum (medialen) Habitus vor allem hinsichtlich der Frage nach "Digitaler Ungleichheit" für die Medienpädagogik von großer Wichtigkeit sind.

Diesem Problemfeld der sozialen und digitalen Unterschiede widmet sich auch Sven Kommer, der in seinem Beitrag danach fragt, inwieweit das Habitus-Konzept als Erklärungsmuster für die empirisch beobachtbare Zementierung sozialer Ungleichheit im Schulsystem greift. Der Artikel geht dabei von dem empirischen Befund aus, dass die individuelle Ausprägung der Medienkompetenz auf das Engste mit den Ressourcen des Elternhauses verbunden ist und sich dabei die elterlichen Formen der Medienerziehung unübersehbar mit den aktuellen medialen Handlungspraxen verbinden. Ganz in diesem Sinne arbeitet Kommer auch heraus, dass die aus dem Kontext der Cultural Studies stammenden Thesen zur Nivellierung kultureller Milieu-Unterschiede wenig empirisch fundiert sind. Dabei wird auch eingehend der "Clash of Habitus" diskutiert, der zwischen Lehrenden und Lernenden stattfindet und das Augenmerk ein Mal mehr auf die Tatsache lenkt, das unser Bildungssystem auf dieser pädagogisch relevanten Ebene durch soziale Ungleichheiten gekennzeichnet ist.

Auch Henrike Friedrichs erläutert anhand von transkribierten Interviews die Operabilität und Nützlichkeit von Bourdieus Habitus-Konzept, indem sie es auf die Dispositionen der Lehrenden anwendet. Dabei betont sie, dass Medienerziehung in deutschen Kindertagesstätten nicht systematisch verankert ist und ein Grund dafür im (medialen) Habitus von ErzieherInnen zu verorten ist. Daher unterzieht Friedrichs eben diesen Habitus einer qualitativen Studie und fragt danach, wie die Habitus von angehenden ErzieherInnen für die pädagogische Arbeit in Kindertagesstätten gestaltet sind. Die Autorin betont dabei, dass der Medienerziehung in Kindertagesstätten zwar ein bedeutender Stellenwert zukommt, die empirischen Daten aber den Schluss zulassen, dass Medienerziehung, bezogen auf elektronische Medien, nach wie vor einen Randbereich darstellt. Deshalb plädiert Friedrichs dafür, den angehenden ErzieherInnen medienpädagogische Rollenbilder zu Verfügung zu stellen. Dafür müssten auch ausreichend finanzielle Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, um die Einrichtungen flächendeckend medienpädagogisch zu schulen und Medienerziehung in die Kitas zu tragen, anstatt nur einzelne kleinere Initiativen umzusetzen.

Auch Katharina Grubesic untersucht im Rahmen einer empirischen Untersuchung anhand einer Videoanalyse den medialen Habitus von Lehrenden. Dabei betont sie, dass die heutige Medienlandschaft bereits von Volksschulkindern neben dem Lesen, Schreiben und Rechnen weitere Basiskompetenzen fordert. Grubesic geht dabei davon aus, dass sich das Konzept des "medialen Habitus" für die Analyse von schulischen Aushandlungsprozessen eignet. Sie fragt dabei nach den unterschiedlichen mediendidaktischen Designs von offenem und Frontalunterricht und der damit verbundenen Mediennutzung der SchülerInnen. Insgesamt betont Grubesic, dass die hier vorgestellte Videoanalyse eines deutlich gemacht hat: schon die Klassenraumeinrichtung hat große Bedeutung hinsichtlich der Partizipationsfähigkeit der SchülerInnen und bestimmt auch stark die Mediennutzung. Sie fordert daher, dem Klassenraum als Medium höhere Aufmerksamkeit zu schenken und angemessene Unterrichtsformen zu entwickeln, die den Lernenden einen vielfältigen Umgang mit Medien erlauben und ihren unterschiedlichen medienspezifischen Vorlieben entgegenkommen.

Andrea Schaffar und Claudia Friesinger widmen sich dann eingehend dem Begriff "Digital Natives" und untersuchen die Legitimität dieser Bezeichnung im Umfeld der Debatten zum "medialen Habitus" anhand der Dispositionen von Lernenden. Sie berichten dabei vom Projekt "Medienbiografien", das nach dem medialen Habitus junger Erwachsener fragt und dabei biografische Weichenstellungen in unterschiedlichen Lebensläufen empirisch unter die Lupe nahm. Ausgehend vom Begriff der "Medienkompetenz" analysieren die AutorInnen den Umstand, dass Kompetenz(en) in medialen Diskursen als essenzielle Befähigung erachtet wird/werden, um Umgangsformen für den technologischen Wandel zu finden. Dabei betonen die AutorInnen, dass faktenvermittelnder Frontalunterricht bei der Vermittlung medialer Kompetenzen keineswegs zielführend ist. Es muss vielmehr darum gehen, die Zugänge der SchülerInnen zu erkennen und begleitend entsprechende Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Schaffer und Friesinger empfehlen daher medienpädagogisch vor allem offenen Projektunterricht anhand von zwei Prinzipien: "Learning by Doing" und "Trial and Error".

An der Schnittstelle von Habitus und Bildungsprozessen setzt dann Norbert Meder an, wenn er der Frage nachgeht, wie genau sich der Habitus im Leib eines Menschen "inkorporiert" und wie er sich "vererbt". Denn die Pädagogik begreift mit Termini wie "Haltung", "Prägung", "Gewohnheit" oder "Persönlichkeit" wissenschaftliche Problembereiche, die auch das Habitus-Konzept umschreibt. Dabei versteht Meder – an Bourdieu angelehnt – den Habitus als einen relationalen Komplex von Vektoren in einem "Kräftefeld" von Bildungs- und Sozialisationsprozessen und analysiert sehr eigenständig und fokussiert wie sich dieses "Dispositiv" in fünf unterschiedlichen frühkindlichen Phasen herausbildet. So wird deutlich, dass es das diffuse Zusammentreffen von Wirklichkeit und Spiel bzw. spielerischer Aneignung ist, das für die Entstehung des Habitus entscheidend ist. Insgesamt hält Meder fest, dass Soziabilität auch in den Debatten zum "medialen Habitus" die anthropologisch entscheidende Größe ist. Der Habitus, als Körper gewordene soziale Disposition, ist dann die lebbare kulturelle Welt, die im Dispositiv repräsentiert ist.

Alessandro Barberi trägt dann – den Schwerpunktteil abschließend – im Zuge eines Close Readings der Schriften Bourdieus das Argument vor, dass sich Bourdieus praxeologische und d. i. handlungsorientierte Kultursoziologie als eine Medientheorie avant la lettre lesen lässt. Beziehen sich die Debatten zum "medialen Habitus" durchwegs auf Bourdieu, so wurde nur selten betont, dass schon Bourdieus Bildungssoziologie medientheoretisch ausformuliert wurde. Deshalb betont Barberi, dass Sprache, Sprechen und Diskurse bei Bourdieu als "instrumentelle Kommunikationsmittel" begriffen und bezeichnet sind, die sich – ähnlich wie bei Dieter Baacke – vor allem mit dem Begriff der (Medien-)Kompetenz verbinden lassen. Darüber hinaus begreift Bourdieu aber auch Akteure, Felder und Habitusformen in informations-, kommunikations- bzw. medienwissenschaftlichen Termini, weshalb auch diese Grundbegriffe der Bourdieuschen Argumentation medientheoretisch "aufgeladen" und daher medienpädagogisch relevant sind. Der Habitus ist mithin schon bei Bourdieu "medial", weshalb eine eingehende Diskussion seiner Schriften die Diskussionen zum "medialen Habitus" erneut in Theorie und Praxis bereichern kann.

Aber auch in den anderen Ressorts der MEDIENIMPULSE finden sich Beiträge, die das Thema des "medialen Habitus" aufnehmen und erweitern. So reiht etwa Christian Nosko im "Ressort Praxis" seine Betrachtungen zur Medienbiografie in die diesbezüglichen Debatten ein und betont, dass die Auseinandersetzung mit der eigenen (medialen) Biografie ein wichtiges pädagogisches Tool darstellt. Nosko präsentiert dabei die Plattform "Medienbiografie" und betont, dass die selbstreflexive Auseinandersetzung mit der eigenen Medienbiografie fixer Bestandteil in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von LehrerInnen sein sollte. Auch Ursula Mulley und Barbara Zuliani arbeiten in ihrem Beitrag Aspekte des "medialen Habitus" heraus, und betonen dahingehend, wie wichtig Medienbildung nicht zuletzt angesichts der "Digitalen Agenda" der Europäischen Kommission ist, da mehrere Studien belegen, dass Kinder bereits vor dem Schuleintritt mit neuen Technologien und dem Internet Erfahrungen sammeln. Die AutorInnen konstatieren deshalb, dass durch den rasanten Medienwandel auch der mediale Habitus sich transformiert. Kinder lernen dabei zwar in der Schule, aber nicht für die Schule: "Non scholae, sed vitae discimus!"

Des Weiteren berichten Felix Studencki und Hannes Heller eingehend von ihrem Mashup-Videoprojekt, das im Juni 2013 in einer Neuen Mittelschule im 21. Bezirk durchgeführt wurde und in dessen Rahmen SchülerInnen auf ihren Smartphones über einen gemeinsamen Cloudspeicher Fotos, Videos und Audioaufnahmen hochladen und kollektiv nutzen sollten. Dabei war es bemerkenswert, dass die SchülerInnen eigenständig mit vielen Text-Inserts gearbeitet hatten. Auch führte das Projekt zu neuen Einsichten in Bezug auf die (medialen) Lebenswelten der SchülerInnen. Und auch Christian Schreger hat von einem wunderbaren praktischen Projekt zu berichten: Denn im Rahmen von "Abi gezint! (Gesund sein!)" hatten sich die SchülerInnen der M2 (VS Ortnergasse) dafür entschieden, sich mit der jüdischen Kultur auseinanderzusetzen. Ende 2010 stand dann das Konzept, mit dem eine intensive Auseinandersetzung mit Liedern, Tänzen, Instrumentalkunde, Geschichte, Kochen und Sprache der jüdischen Tradition begann. Dabei kam es in der Folge – und über Interviews mit den eigenen Großeltern – zu einem interkulturellen Austausch ganz besonderer Art. Denn gerade die Konfrontation mit verschiedenen Kulturen führte durch die Zuneigung für die Omas und Opas zur Betonung des Gemeinsamen.

Angelika Güttl-Strahlhofer und Lotte Krisper-Ullyett berichten darüber hinaus von einem besonders nützlichen pädagogischen "Schummelzettel". Denn rechtzeitig zum Schulbeginn 2013/2014 wurden die ersten Exemplare eines Plakats verteilt, dass unter dem Titel "Freie Bildungsinhalte nutzen – Urheberrechtsprobleme vermeiden" eingehend zu den Themen Freie Bildungsinhalte (Open Educational Ressources) und Urheberrecht informiert. Der kurze Beitrag ist mit einigen sehr hilfreichen Links versehen, die zu diesem Plakat führen und die Unterrichtspraxis bereichern können. Helmut Hostnig diskutiert dann die Umsetzungsmöglichkeiten und Gestaltung(en) von Witzen im Umfeld von schulischen Radioproduktionen. Anhand eines konkreten Beispiels zeigt Hostnig, dass ein Witz als fiktionale Textsorte vielerlei textkritische Auseinandersetzungen (im Unterricht) möglich macht und so im schulischen Rahmen auch Interaktion(en) zwischen Kindern/Jugendlichen und Erwachsenen ermöglicht, wenn man ihn szenisch nachstellt und im Rahmen einer "witzigen" Medienpädagogik verwendet und einsetzt. In diesem ganz praktischen Sinne betont auch Christoph Kaindel, dass Zeichnen und Malen wichtige Bestandteile des menschlichen Ausdrucks sind. Auch hier hat die digitale Welt Einzug gehalten. Kaindels Beitrag schildert seine Erfahrungen und stellt zwei passende Open-Source-Programme vor.

Im Ressort Forschung untersucht darüber hinaus ein AutorenInnenkollektiv – bestehend aus Christian Swertz, Katharina Sontag, Christian Berger, Gerhard Scheidl, Wolf Hilzensauer und Daniela Fürst – die Vielzahl von Audioproduktionsmethoden in pädagogischen Handlungsfeldern Österreichs anhand einer empirischen Studie. Dabei halten die AutorInnen fest, das vielfältige Kanäle auch vielfältig genutzt werden, um ein vielfältiges Publikum zu erreichen. Audioproduktionen werden dabei vor allem zur Vermittlung verschiedener Inhalte und zur Vermittlung von Wissen über das Medium genutzt. Insgesamt belegen die Ergebnisse der Studie, dass Audioproduktionen in der professionellen Unterrichtspraxis vermutlich eine unterschätzte mediendidaktische Methode darstellen, die indes für alle Schulstufen und Schulformen geeignet ist.

In seinem Essay im Rahmen des Ressorts Bildung/Politik informiert Karl H. Stingeder die LeserInnen der MEDIENIMPULSE dann von Googles Augmented-Reality-Game Ingress und beschreibt dabei ganz im Sinne unseres Schwerpunkts das Spannungsfeld zwischen "ludologisch-sozialem Habitus" und "gamifiziertem Datamining". Dabei diskutiert Stingeder anhand der Überwachungsproblematik auch politische Aspekte des Gamings und wirft erneut das Problem des "gläsernen Menschen" auf. Eva Horvatic nimmt sich dann im Ressort Kultur/Kunst der Sachcomicpublikationen des TibiaPress Verlags an, der nun schon seit geraumer Zeit Wissensformen aus Physik, Soziologie, Kulturwissenschaften und Ökonomie im Comicformat präsentiert. Die Sachcomics behandeln Themen wie "Aufklärung", "Ethik" oder "Evolution", handeln von "Keynes", dem "Marxismus" oder allgemein von "Ökonomie" oder auch von Autoren wie "Shakespeare" oder "Slavoj Žižek" und sind so auch für MedienpädagogInnen von großem Interesse, da sie sehr nützlich in die Unterrichtspraxis eingeflochten werden können.

Auch das Ressort Neue Medien hat diesmal wieder Einiges für unsere LeserInnen zu bieten. So arbeitet unser langjähriger Rezensent Karl H. Stingeder anhand der jüngsten Publikation von Celia Pearce Communities of Play heraus, wie sich Onlinespiele-Communities verhalten, wenn ihr Spiel – in diesem Fall Uru – Ages Beyond Myst – eingestellt wird. Darüber hinaus präsentiert Stingeder auch die jüngste Publikation von William Sims Bainbridge, der das Universum von World of Warcraft einer eingehenden Analyse unterzogen hat. Dabei wird deutlich, dass auch die digitalen bzw. virtuellen Spielwelten am Ende aus sozialen Interaktionen bestehen. Paul Winkler rezensiert in der Folge die soeben publizierte Promotionsschrift von Maja Bächler und arbeitet dabei heraus, wie sich – nicht zuletzt – im Umfeld von 9/11 die Darstellung der Folter im Hollywood-Film transformierte und mit unterschiedlichen Feindbildern und -konstruktionen in Zusammenhang steht. Und – last but not least – rezensiert Katharina Kickinger dann noch zwei Texte von Julien Gracqs, die in seinem Nachlass gefunden wurden, 2011 in Frankreich erschienen sind und nunmehr auch auf Deutsch vorliegen.

Und für all jene, welche die von den MEDIENIMPULSEN mitorganisierte Tagung "Filmbildung im Wandel" im Filmarchiv Austria nicht besuchen konnten, hat unsere mehr als verdiente Redaktionsassistentin Katharina Kaiser Müller eine Zusammenfassung der Vorträge verfasst, mit der man nun zumindest skriptural und virtuell dabei sein kann …

Wirklich dabei sein können Sie aber noch zwischen dem 24. und 25. Jänner 2014 beim Barcamp "Medienbildung Jetzt!" das dem Thema "Mediale Identitäten" gewidmet ist. Christian Berger kündigt das Barcamp an und lädt sie im Namen der Redaktion herzlich zur Teilnahme ein.

Insgesamt freut sich die Redaktion der MEDIENIMPULSE mit der Schwerpunktausgabe "Medialer Habitus" einen großen Bogen schlagen zu können, der das Thema umkreist und gleichzeitig praktisch und empirisch konkretisiert. Wie immer freuen wir uns über Ihre Zugriffe und laden Sie herzlich ein, in der digitalen Welt der MEDIENIMPULSE zu stöbern. Wissen Sie schon mehr über Ihren eigenen "medialen Habitus"? Und haben Sie schon unsere Calls für die nächsten Ausgaben gesehen?

Alessandro Barberi & Christian Swertz

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