Praxis

4/2013 - Medialer Habitus

"Schummelzettel" von Lehrenden für Lehrende

Freie Bildungsinhalte nutzen – Urheberrechtsprobleme vermeiden

AutorInnen: Angelika Güttl-Strahlhofer / Lotte Krisper-Ullyett

Die Themen Urheberrecht und freie Bildungsinhalte beschäftigen Lehrende immer wieder. Angelika Güttl-Strahlhofer und Lotte Krisper-Ullyett stellen ein Plakat vor, das diesbezüglich als Schummelzettel für Lehrende dienen kann und über Grundsätzliches informiert.

Die Themen Urheberrecht und freie Bildungsinhalte beschäftigen Lehrende immer wieder. Ein Plakat – ein Schummelzettel für Lehrende – informiert über Grundsätzliches.

Rechtzeitig zum Schulbeginn 2013/14 wurden die ersten Exemplare des Schummelzettels "Freie Bildungsinhalte nutzen – Urheberrechtsprobleme vermeiden" http://www.virtuelle-ph.at/mod/page/view.php?id=32645 verteilt. In den nächsten Wochen wird er in einer dritten verbesserten Version an Schulen österreichweit verschickt werden.

Worum geht es auf diesem Plakat? Lehrende erfahren, dass es unterschiedliche rechtliche Regelungen gibt, wenn Inhalte aus dem Internet innerhalb oder außerhalb des Unterrichts genutzt werden. Dabei stellen Elternabende und Schulvorführungen in den Augen des Urherberrechtes keinen Unterricht dar. Einen privat erworbenen Hollywoodfilm darf man nur vorführen, wenn die Schule eine bestimmte Abgabe (UrhG § 56c) gezahlt hat. Der Schummelzettel führt nicht nur durch den Dschungel des Urheberrechts, sondern direkt zu den Quellen – internationaler wie österreichischer – freier Bildungsressourcen. Der empfohlene Einstieg führt über http://search.creativecommons.org zu Wikimedia Commons, TEDeducation oder KhanAcademy auf Youtube, etc. Und es finden sich auch regionale Schätze wie Bilderpool, Kulturpool, Ö1 macht Schule, digikomp Aufgabenpool usw. (Alle Links sind auf dem Schummelzettel http://www.virtuelle-ph.at/mod/page/view.php?id=32645 zu finden).

Dieser Überblick bricht auch eine Lanze für "freie Bildungsinhalte": Es wird ermutigt, auch selbst Bildungsinhalte, die man (ohnehin) produziert, der Bildungscommunity zum Wiederverwenden und Adaptieren zur Verfügung zu stellen. Es werden Möglichkeiten vorgestellt, wo freie Bildungsinhalte auch verbreitet werden können. Neben internationalen Möglichkeiten wie in der deutschsprachigen ZUM-Gruppe (http://unity.zum.de) und international auf der OER-Commons-Plattform http://www.oercommons.org findet sich auch auf der Plattform des Bundeszentrum Onlinecampus Virtuelle PH (VPH) http://www.virtuelle-ph.at/oer eine Möglichkeit, eigene Fundstücke oder selbst erstelltes Material mit anderen Interessierten zu teilen, unter dem Motto: "Teile deinen Schatz"!

Interessant ist auch, wie dieser Überblick entstanden ist: 40 neugierige PädagogInnen folgten im April 2013 der Einladung des Onlinecampus Virtuelle PH, gemeinsam mehrere Wochen an einem deutschsprachigen MOOC (Massive Open Online Course) zum Thema OER (Open Educational Resources) teilzunehmen, nämlich dem COER13. In einer "offenen Werkstatt", eigens für die österreichische LehrerInnenschaft betreut, hat sich eine kleine Untergruppe der "OER Aficionados" zusammengefunden, um die Thematik – mit Unterstützung des hauseigenen Juristen des bm:ukk – so einfach und dabei so korrekt wie möglich darzustellen.

Derzeit ist die VPH dabei, eine Gruppe zu formieren, die sich österreichweit zum Thema "freie Bildungsinhalte" (im Fachjargon: OER – Open Educational Resources genannt) austauscht und weiterbildet. Interessierte bekunden ihr Interesse im Forum http://www.virtuelle-ph.at/oer oder wenden sich per Mail an info@virtuelle-ph.at.

Tags

open educational resources, urheberrecht, schummelzettel