Praxis

3/2013 - Visuelle Histografien/Comics zwischen Reflexion und Konstruktion von Geschichte(n)

Produktion von Screencasts mit Screencast-O-Matic

AutorIn: Felix Studencki

Wenn Bilder manchmal mehr als 1000 Worte sagen, wie schaut es dann mit Videos aus? Eine Beschreibung der praktischen Nutzung eines Online Tools für Screenrecording (Bildschirmaufnahme) und Webpublikation (Youtube) zur einfachen Erstellung audiovisueller Unterrichtsmaterialien.

Als Pädagogin und Pädagoge ist man immer bemüht die Informationen, welche man an seine Schülerinnen und Schüler übermitteln möchte, bestmöglich zu verpacken. Die Bandbreite an Medien, die zu diesem Zweck eingesetzt werden können, erweitert sich dabei kontinuierlich.

Gerade in der medienpädagogischen Arbeit ist es manchmal hilfreich, Instruktionen nicht nur in Wort und Bild festzuhalten, sondern Erklärungen in Form von kurzen Filmsequenzen zu präsentieren. Der Einsatz von Videos im Unterricht ist bereits relativ weit verbreitet. In Fächern wie Biologie und Physik gehören Videos zu den gängigen Unterrichtsmitteln. Zu manchen Sachverhalten ist es jedoch schwer Filmmaterial zu finden, welches altersadäquat aufbereitet ist.

Videoplattformen im Internet stellen eine Möglichkeit dar, schnell und unkompliziert an kurze Erklärungsvideos zu gelangen. Diese Videos oder auch Tutorials genannt, werden von Privatpersonen oder Firmen ins Netz gestellt und sind kostenlos abrufbar. Sucht man beispielsweise nach einer kurzen Anleitung für das Musikprogramm Audacity, wird man relativ schnell fündig. Die Suche nach geeignetem Material kann sich mitunter schwierig gestalten, da der Großteil der Tutorials in englischer Sprache verfasst ist. Dieser Umstand macht im globalisierten Netz Sinn, stellt jedoch zumeist eine große Hürde für Schülerinnen und Schüler dar. Zudem gibt es Inhalte, wie beispielsweise die Funktionsweise der eigenen Schulhomepage, die nicht im Internet zu finden sind. Abhilfe können hier sogenannte Screenrecording-Programme leisten mit denen sich kurze Erklärungsvideos unkompliziert und kostengünstig selbst erstellen und im Netz veröffentlichen lassen.

Screencasts produzieren

Als Screencast werden kurze Filme bezeichnet, welche den Umgang mit einer Software erläutern. Dabei wird mit Hilfe eines Programms, einer sogenannten Screenrecording-Software, das Geschehen am Bildschirm erfasst und als Videodatei abgespeichert. Optional können zu den Filmsequenzen auch Audiokommentare aufgenommen werden.

Die Auswahl an im Internet verfügbaren Screenrecording-Programmen ist relativ groß und reicht von teuren Profitools bis zum Gratisprogramm. Grundsätzlich lässt sich jedoch festhalten, dass die günstigen oder freien Programme für den Gebrauch in der Schule durchwegs akzeptable Ergebnisse liefern. Neben den preislichen Unterschieden gibt es ebenfalls Unterschiede bei der Installation der Software. Neben der klassischen Installation als Programm am Computer stehen bei manchen Anwendungen auch portable Versionen, welche von einem USB-Stick aus gestartet werden können, zur Verfügung. Als besonders praktisch hat sich für mich die Online-Anwendung Screencast-O-Matic herausgestellt, mit der sich, aktuellen Browser und Java vorausgesetzt, Screencasts einfach über die Webseite http://www.screencast-o-matic.com/ erstellen und veröffentlichen lassen.

Um einen Screencast erstellen zu können, muss im Browser zuvor das Java Plugin aktiviert bzw. installiert werden. Eine Beschreibung für alle gängigsten Browser finden Sie unter diesem Link. Eine aktuelle Version von Java steht hier zur Verfügung Link. Ist dieser Schritt erledigt, steht der Aufnahme eines Screencasts nichts mehr im Weg.

Über die Schaltfläche „Start Recording“ kann die Aufnahme gestartet werden. Ist der Java-Plugin korrekt installiert, erscheint ein Fenster in dem der Zugriff der Webseite auf das Plugin bestätigt werden muss. Falls die Webseite öfter zum Einsatz kommt, kann das Fenster auch permanent deaktiviert werden. Nach kurzer Wartezeit öffnet sich das Aufnahmefenster. Der Aufnahmebereich ist durch einen gestrichelten Rahmen gekennzeichnet. Unter dem Rahmen befindet sich ein Steuerfeld über welches die Einstellungen für die Aufnahme festgelegt werden können. Die Größe des Aufnahmebereichs lässt sich durch Quadrate neben dem Rahmen individuell anpassen, es stehen ebenfalls vordefinierte Auflösungen zur Verfügung. Die gängigsten Bildschirmauflösungen können in der Mitte des Steuerfeldes ausgewählt werden. Neben der Anzeige für die Auflösung befinden sich die Aussteuerungsanzeige des Mikrofons sowie ein Bedienfeld für die Webcam. Falls ein Mikrofon am Computer angeschlossen ist, bewegt sich der Balken der Aussteuerungsanzeige. Wird die Webcam aktiviert, erscheint das aufgenommene Bild in einem zusätzlichen Fenster.

Sind die nötigen Einstellungen getroffen, kann mit Aufnahme, durch klicken des Rec-Knopfs am linken Rand des Steuerfeldes, begonnen werden. Die richtige Auswahl der Auflösung ist dabei nicht immer leicht. Einerseits kann die Funktionsweise von manchen Programmen nicht mit Hilfe eines kleinen Bildschirmausschnitts erklärt werden und andererseits verursachen hohe Auflösungen auch große Datenmengen, welche die Anwendungsgebiete des Tutorials einschränken können.

Wird die Aufnahme gestartet erscheint zunächst ein Countdown, danach wird das Geschehen am Bildschirm festgehalten. Während der Aufnahme ist im Steuerfeld die Aufnahmedauer sowie die Aussteuerungsanzeige des Mikrofons zu sehen. Über die Schalfläche Pause ist es möglich die Aufnahme vorübergehend anzuhalten. Die Aufnahmedauer ist in der freien Version des Programms auf 15 Minuten beschränkt. Ein roter Balken zeigt die verbleibende Aufnahmezeit an. Die Aufnahme kann über die Schaltfläche „Done“ beendet bzw. über die Schaltfläche „Restart“ neugestartet werden.

Wird die Aufnahme beendet erscheint ein neues Fenster, indem der aufgezeichnete Screencast angesehen werden kann. In diesem Fenster kann auch ebenfalls ausgewählt werden, in welcher Form die Aufnahme veröffentlicht wird. Als Möglichkeiten stehen die Veröffentlichung auf der Videoplattform von Screencast-O-Matic sowie Youtube als auch der Export in eine Datei zur Verfügung. Die Veröffentlichung über Youtube funktioniert dabei reibungslos, verlangt aber eine vorherige Registrierung im Videoportal.

Nachdem die Aufnahme vollständig encodiert wurde, steht sie auf der Videoplattform zur Verfügung. Hier zeigt sich eine Einschränkung der freien Version. Im fertigen Screencast ist ein Wasserzeichen mit dem Logo von Screencast-O-Matic ständig sichtbar. Wer diese Einschränkung in Kauf nimmt, hat die Möglichkeit mit der Plattform schnell, kostengünstig und ortsunabhängig Screencasts zu produzieren.

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screencast, tutorial, anleitung, video, produktion