Praxis

2/2013 - Freizeitpädagogik - Freiwillig, Selbstbestimmt, Selbstorganisiert?

inclusion 2.0

fake or reality?

AutorInnen: Wilfried Swoboda / Martin Mueller

"Beamen" via Skype? Was ist "Fake" und wo ist die Realität? Mit der internationalen Kooperation zwischen einer österreichischen und einer slowakischen Schule wurde ein "virtual space" eingerichtet, wodurch auf beiden Seiten der Grenze die "media literacy" der Beteiligten eine neue Qualität erhielt.

 

Abstract

Das Sonderpädagogische Zentrum Holzhausergasse, Wien, Österreich, ist ein Schulstandort für junge Menschen mit Behinderung. Die Schule hat einen Schwerpunkt in der Berufsvorbereitung und ist durch eine sehr gute Vernetzung Vorreiter bei der Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt. Der Zweite Schwerpunkt umfasst die Schiene der „Kulturellen Bildung“ nach der „UNESCO – Road Map for Arts Education“. Über Kooperationen, der Teilnahme an Kunstprojekten und Wettbewerben wird zu neuen Lernmethoden und –strukturen geforscht.

Das technische Gymnasium „Stredná priemyselná škola“ liegt in Myjava, in der westlichen Slowakei. Das Oberstufengymnasium ist spezialisiert auf Technik, Elektronik, Maschinenbau, Mechatronik und Logistik. Die Schule hat einen ITC-Schwerpunkt und ist in das „Microsoft IT Academy Programm“ sowie die „Cisco Network Academy“ eingebettet.

Das Projekt verknüpfte zwei Aspekte. Einerseits galt es Aktivitäten zur „media literacy“ zu setzen andererseits sollten die Schwerpunkte Diversität, Interkulturalität und sprachliche Annäherung behandelt werden. Es wurde ein „virtueller Projektraum“ („virtual space“) installiert. Dieser Raum sollte einen „fake“, einen „virtuellen Schwindel“, ermöglichen und zugleich Spielraum des Zueinanderfindens sein.

Der „virtual space“ bestand aus einer Skype–Verbindung der beiden Schulen, in den einerseits Gegenstände geteilt und andererseits das Kartenspiel UNO als „Fake“ gespielt wurde. Die Aktionen fanden zwischen November 2012 und Februar 2013 im zweiwöchentlichen Rhythmus statt. An fixierten Terminen trafen sich die beiden Gruppen via Skype in den so genannten „Sessions“ und kommunizierten miteinander


[1] UNESCO-Weltkonferenz „Arts Education – Building Creative Capacities for the 21st Century“ 2006/Lissabon

The general special school „Holzhausergasse“ offers students with learning and mental handicaps on the range of 7–18 years special training on key and life competences. The school’s profile implements a curriculum based on art’s performance, following the UNESCO's „road map of arts education“ (Lisboa 2006). Secondary Technical School „Stredná priemyselná škola“ is located in a small town Myjava in western Slovakia. It provides general and professional education in 5 branches of study:technical lycee, electronics, engineering,mechatronics, logistics.

The project connected two aspects. On the one hand there were activities on „media literacy“, on the other hand the focuses diversity, interculturality and verbal approaches were treated. So a project room („virtual space“) was installed. This room was to make possible a „fake“, a „virtual swindle“ and at the same time to be the playground for getting together.

The „virtual space“ consisted of a skype connection between both schools a) for sharing things and b) for playing a faked match of the card game UNO. The activities took place biweekly, between November 2012 and February 2013. At fixed dates the two groups met via skype in so-called „sessions“ and communicated with each other.


Inclusion 2.0 - fake or reality?

1. Initial

ACES ist eine Initiative der "ERSTE Foundation" koordiniert durch die Institute "Interkulturelle Zentrum" in Wien und "VČELÍ DOM" in Bratislava. Das Netzwerk umfasst 15 Partnerländer. Jährlich veranstaltet ACES einen Projektwettbewerb für Schulpartnerschaften. Eine internationale Jury wählt die besten Projekte aus, die unterstützt werden. Die ausgewählten Schulen werden während der Projektumsetzung begleitet und zu internationalen Netzwerktreffen eingeladen.

Die Ausschreibung des Programms ACES[1] (Academy of Central European Schools) für das Schuljahr 2012/13 umfasste das Thema "media literacy". "Media literacy" beschreibt die Vermittlung von Denkprinzipien sowie fragender und hinterfragender Haltung ("principle of enquiry"). Der Medienunterricht ist primär nicht darauf ausgerichtet, fertige Antworten zu liefern, sondern soll Jugendliche dazu bringen, zum Medientext Fragen stellen zu können. [2]

2. Ausgangssituation

Das technische Gymnasium "Stredná priemyselná škola" liegt in Myjava, in der westlichen Slowakei. Das Oberstufengymnasium ist spezialisiert auf Technik, Elektronik, Maschinenbau, Mechatronik und Logistik. Die Schule hat einen ITC-Schwerpunkt und ist in das "Microsoft IT Academy Programm" sowie die "Cisco Network Academy" eingebettet. Die Fächer Englisch, Deutsch, Französisch und Russisch als Fremdsprachen werden angeboten.

Das Sonderpädagogische Zentrum Holzhausergasse, Wien, Österreich, ist ein Schulstandort für junge Menschen mit Behinderung. Die Schule hat einen Schwerpunkt in der Berufsvorbereitung und ist durch eine sehr gute Vernetzung Vorreiter bei der Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt. Der Zweite Schwerpunkt umfasst die Schiene der "Kulturellen Bildung" nach der "UNESCO - Road Map for Arts Education" [3]. Über Kooperationen, der Teilnahme an Kunstprojekten und Wettbewerben wird zu neuen Lernmethoden und –strukturen geforscht.

Beide Schulen sind offen für innovative pädagogische Zugänge und eröffnen ihren SchülerInnen in internationalen Kooperationen neue Lernfelder. Im Frühjahr 2012 bewarben sich beide Schulen mit dem Projekt "inclusion2.0" und wurden für das ACES-Programm nominiert. Projektsprache war Englisch.

3. Projektbeschreibung

Das Projekt verknüpfte zwei Aspekte. Einerseits galt es Aktivitäten zur "media literacy" zu setzen andererseits sollten die Schwerpunkte Diversität, Interkulturalität und sprachliche Annäherung behandelt werden. Es wurde ein "virtueller Projektraum" ("virtual space")  installiert. Dieser Raum sollte einen "fake", einen "virtuellen Schwindel", ermöglichen und zugleich Spielraum des Zueinanderfindens sein.

3.1. Skype–Sessions

Der "virtual space" bestand aus einer Skype-Verbindung der beiden Schulen, in den einerseits Gegenstände geteilt und andererseits das Kartenspiel UNO als "Fake" gespielt wurde. Die Aktionen fanden zwischen November 2012 und Februar 2013 im zweiwöchentlichen Rhythmus statt. An fixierten Terminen trafen sich die beiden Gruppen via Skype in den so genannten "Sessions" und kommunizierten miteinander. Dabei wurden vorab Objekte festgelegt, die man in beiden Ländern in identer Weise besorgen kann. Bei der ersten "Session" wurde eine Banane via Skype weitergereicht, geschält und gegessen. In jedem Land wurde eine Banane besorgt und die Abläufe auf der einen Seite hinter der Kamera synchron nachgeahmt, um den "fake" beim scheinbaren Weiterreichen über den Bildschirm zu erzeugen. Die "Sessions"" wurden mit einer geeigneten Software aufgezeichnet, so entstand der Eindruck, als ob ein und dieselbe Banane quasi über "das Internet" geteilt wird. Die Jugendlichen sprachen sich ab, welche Lebensmittel oder Gegenstände sie beim nächsten Treffen verwenden konnten. So war bei einer anderen Session bald klar, dass sie zum folgenden Termin eine Coca-Cola-Dose öffnen, weiterreichen und gemeinsam austrinken wollten. Bei der Idee, einen Strohhalm zu verwenden, mussten sie sich aber genau absprechen, wie dieser auszusehen habe, um den "fake" abbilden zu können. Die Jugendlichen einigten sich auf einen Strohhalm der Fast-Food-Kette "McDonalds".

3.2. Sprache

Die Sprache im "virtual space" war englisch, wobei zu beachten gilt, dass aus Erfahrung viele SchülerInnen mit Sonderpädagogischen Förderbedarf große Probleme beim Einsetzen der erlernten Fremdsprache haben. Dies resultiert einerseits aus den Lernschwierigkeiten durch ihre Behinderung und anderseits aus einem Mangel an praktischem Einsatz dieser Sprache, wobei gerade junge Menschen mit Behinderung die praktische Umsetzung zur Festigung von Gelerntem benötigen. Aus diesem Grund sollten dem pädagogischen Konzept nach die SchülerInnen aus dem slowakischen Gymnasium die Kommunikation bei den Sessions anleiten, um einen "Anstoß" zu geben und etwaige sprachliche Schwellenängste und Anfangsschwierigkeiten zu überwinden. Dies brachte einen Mehrwert für den Sprachunterricht der slowakischen Schule, er erhielt neuen Input und eine "reale" Aufgabenstellung. Schon bald verschwanden sprachliche Annäherungsschwierigkeiten, die Interaktion stand im Vordergrund. Unterstützt durch die visuelle Telefonie via Skype entstand eine Mischung aus "angewandtem Englisch" und nonverbaler Kommunikation.

Während im Gymnasium in Myjava der Fremdsprachenunterricht einen neuen hoch motivierenden Aspekt und dadurch innovativen Zugang erlangte, wurde in der Schule in Wien die Choreografie des Austauschens über Skype trainiert. Unter Einsatz von technischen Hilfsmitteln, wie Großprojektion mit Beamer und Leinwand wurden in Reflexionsrunden mithilfe der aufgezeichneten Szenen die Handlungsabläufe eintrainiert. So musste z.B. die Zusammenarbeit von den TeilnehmerInnen vor und hinter der Kamera, vor allem beim UNO-Spielen, zur Darstellung des optimalen "Fakes" passen.

3.3. Kick-Off-Veranstaltung

Das ACES-Programm sieht die Teilnahme an einem Kick–Off zu Beginn der Koordination und einem Finale am Ende vor. Bei der Kick–Off–Veranstaltung im Herbst trafen sich VertreterInnen (mehr als 200 Personen aus 15 Ländern) aller für das Programm qualifizierten Schulen, lernten sich spielerisch über Workshops kennen und wurden in die Idee von ACES eingeführt. Je ein/e Lehrer/in und ein/e Schüler/in nahmen in Vertretung ihres Projekts teil. Bei diesem Treffen entstand die Kommunikationsbasis der Kooperation. Diese umfasste auf der Lehrerebene die organisatorische und pädagogische Abstimmung des Gesamtprojekts, sowie den inhaltlichen und reflektiven Austausch der einzelnen Sessions über die beiden an der Kick–Off–Veranstaltung teilnehmenden Schüler. Diese waren Multiplikatoren für Ideen und Anregungen für die Gesamtgruppe. Weiters konnten beim Kick–Off erste Versuche zur Choreografie des "Fakes" approbiert und technische Abstimmungen getätigt werden.

3.4. Besuche

Den Kernpunkt der Annäherung auf emotionaler Ebene bildeten die beiden gegenseitigen Besuche. Neben dem Kennen lernen des sprachlichen und kulturellen Umfelds standen gemeinsame Aktionen und Workshops am Programm. Ziel dieser Besuche war die Schaffung einer "guten Stimmung" unter den TeilnehmerInnen, die Jugendlichen sollten sich in einem lockeren, von ihnen gestalteten Umfeld bewegen. Die Finanzierung der gegenseitigen Besuche erfolgte über das Projektbudget der ACES–Stiftung.

Der Besuch in Wien hatte einen Workshop zum Inhalt, in dem ein gemeinsamer Film zur sprachlichen Annäherung produziert wurde. Die Lösung eines Konflikts über den Einsatz der Sprache Englisch wurde filmisch dargestellt. Bei diesem Treffen entstand ein emotionales Band, das die darauf folgenden Skype–Sessions aufwertete und hochmotivierte Interaktionen ermöglichte. Den Schlusspunkt und Höhepunkt des Projekts bildete der Gegenbesuch in Myjava. Dabei stellten die Jugendlichen "ihre Welt" vor, zeigten Performances und erarbeiteten die Präsentation für das finale ACES–Treffen.

4. Projektverlauf

 

Datum/Ort

Aktivität

Inhalt

Outcome

03/2012 –

05/2012

Antragstellung

Einigung auf die Themen:

"virtual space"

"social inclusion"

Antrag

09/2012

Lasko/Slowenien

Vorbereitung

ACES Kick–Off Veranstaltung

 

Arbeit zum "virtual space" via Skype. Erste Versuche Dinge auszutauschen. Erarbeitung der "Fake"-Vorgänge für das UNO-Spielen.

Austausch über Softwareeinsatz

Einigung auf einen Terminfahrplan und auf die Tauschobjekte der ersten Session.

Choreografie für die Tauschaktionen und das UNO-Spiel

Vorläufige Termine

Liste der Software

10/2012

Vorbereitung

Erste Versuche im Trockentraining in den Schulen. Technische Versuche von Screenrecording. Kommunikation und Erfahrungsaustausch der Projektleiter sowie Gruppensprecher via Email

Erfahrungsberichte

11/2012

Skype-Session

Erster Austausch, Prüfung des technischen Setups, Testaufzeichnungen

UNO–Spiel, Teilen von:

Banane, Coca-Cola-Dose/Strohhalm

Screenrecords

11/2012

Organisation

Eröffnung eines Youtube-Kanals zum Austausch der Screenrecords

Kommunikation und Erfahrungsaustausch der Projektleiter sowie Gruppensprecher via Email

Youtube-Channel

Erfahrungsberichte

11/2012

Skype–Session

UNO–Spiel, Teilen von:

Gummibärchen, Schokoladeriegel in rotem Geschenkpapier

Screenrecords

12/2012

Wien

Besuch in Wien

Stadtrundgang

Präsentationsabend an der Schule

Filmworkshop zum Thema "Sprache":

Ideenentwicklung, Drehbucherstellung, Dreh

Video "You should use"

Fotodokumentation

Pressebericht

01/2013

Skype–Session

UNO–Spiel, Teilen von:

Manner/Tatranky – Schnitten

Screenrecords

01/2013

Skype–Session

UNO–Spiel, Teilen von:

Apfel, Mars

Screenrecords

02/2013

Skype–Session

UNO–Spiel, Teilen von:

Ferrero, Glas Wasser

Screenrecords

02/2013

Myjava

Besuch in Myjava

Stadtrundgang

Interaktionen (traditioneller und ACES-Tanz) und Vorführungen der SchülerInnen an der Schule

Arbeit zur Endpräsentation des ACES Abschlusstreffens in Senec:

Ideefindung, Abstimmung und Choreografie, Proben, gemeinsames Abschlussfestessen

Beiträge zum ACES-Dance

Performanceidee für Endpräsentation

Fotodokumentation

Pressebericht

02/2013

Myjava

Treffen

Organisation

Treffen der ProjektleiterIn:

Reflexion der Kooperation

Organisation der Präsentation zum ACES-Abschlussevent

Besprechung der Projektabschlussformalitäten

Ablauf zur Abschlusspräsentation

ToDo-Liste zum Endbericht

03/2013

Nachbereitung

Erstellen des Posters zum Abschlussevent. Reflexion der Kooperation

Poster

 

5. Evaluation

Der Erfolg der Kooperation zeigte sich beim Treffen in der Slowakei deutlich. Während der erste Besuch das Erzeugen einer "guten Stimmung" und eine gegenseitige Annäherung brachte, wurde bei diesem Treffen eine emotionale Verbindung zwischen den Jugendlichen geschaffen. Dieses Treffen spiegelte die Grundpfeiler des Projekts wieder und zeigte den Erfolg des Konzepts auf. So wurden für einen Tag die sonst so technischen Inhalte der Schule durch gemeinsames Folk-Tanzen, einer musikalischen Darbietung und einem sportlichen Event geöffnet. Die Jugendlichen gaben ein Stück ihrer Persönlichkeit preis und teilten in der gemeinsamen Ausübung ihrer Passion den Respekt dem Gegenüber mit. Dabei wurde "Schule" zum Ort des Austauschs und der Anerkennung. Ein weiterer Höhepunkt war ein gemeinsames Abendessen, an dem sprachliche, kulturelle und individuelle Entfernungen wie zuvor in den Übungen im "virtual space" verschmolzen.

Die erfolgreiche Kooperation beruhte auf mehreren Faktoren:

Die Arbeit an der Thematik "media literacy" wurde pädagogisch nicht im Sinne einer "Aufklärung" über Gefahren und Risiken im Einsatz moderner Medien aufgefasst. Es wurde auf "den erhobenen Zeigefinger" verzichtet. Ziel der Kooperation war es, die Jugendlichen beim Sammeln von Erfahrung zu begleiten. Moderne Medien können wertvolle Hilfsmittel zur sozialen Interaktion sein, der persönliche Kontakt und die direkte Kommunikation, das "Spüren" der/des Anderen aber stellt eine echte zwischenmenschliche Beziehungsebene dar. Der "virtual space" war nur das Instrument einander näher zu kommen.

Der "virtual space" bedeutete ein Agieren in einem Raum der Schule, die Aktionen darin hatten keinen "Schulcharakter", es fand kein klassischer Unterricht statt. Die Interaktion war durch die Jugendlichen gesteuert, Tempo und Inhalte wurden von den SchülerInnen bestimmt. Der Einsatz der modernen Technik trug zusätzlich sehr zu Motivation bei. Die Regelmäßigkeit des Zusammentreffens und die damit verbundene Kontinuität des Interagierens entwickelten sich zum Grundpfeiler des Projekts.

Die einzelnen "Sessions" im "virtual space" setzten einen hohen Grad von Zusammenarbeit innerhalb der Gruppe an den Schulen und Disziplin in der Choreografie zwischen den Jugendlichen vor dem Bildschirm voraus. Zugleich gab es Platz für ein spielerisches Zueinanderkommen, zum Beispiel konnten Süßigkeiten einander "zugeworfen" werden. Bei genauer Koordination der Personen hinter dem Bildschirm wurden diese auch auf der anderen Seite aufgefangen.

Ein gemeinsames UNO-Spiel bildete immer den Abschluss jeder Session. Davor wurden etwa Süßigkeiten weitergereicht und geteilt. Dieses Grundprinzip des "Teilens" prägte den Charakter des "virtual space". So wurde einmal ein Apfel "durch den Bildschirm" gereicht, eine Jugendliche biss ein Stück ab, gab ihn wieder zurück und so weiter. Dabei wurde auf einer Metaebene das "Teilen" zelebriert, das die Grundlage zur Interaktion darstellte.

Das Prinzip der "guten Stimmung" bei den gegenseitigen Besuchen bedeutete, dass auf der LehrerInnenebene der Boden für eine lockere Kommunikation zwischen den Jugendlichen bereitet wurde. Die Gestaltungswünsche der Jugendlichen hatten Vorrang. Resultat dieses Prinzips war die Schaffung einer Stimmung der "Leichtigkeit", in der die Jugendlichen aufeinander zugehen konnten.

Die Jugendlichen und LehrerInnen der beiden Schulen konnten auf einer gemeinsamen Ebene handeln, hier entstanden neue Beziehungs– und Aktionsebenen. In den "Sessions" und bei den Besuchen hatte das Projekt Vorrang vor dem regulären Stundenplan. Dies wurde durch eine sehr große Offenheit und Flexibilität seitens der Schulleitung beider Schulen ermöglicht.

Das ACES-Programm schuf durch den Kick-Off am Anfang des Schuljahres den idealen Einstieg und erzeugte eine Stimmung der Lebendigkeit und Motivation zum "Miteinander". Hier konnte der Grundcharakter der Kooperation entstehen. Die flexiblen Rahmenbedingungen des Programms ermöglichten, dass das Projekt von den Jugendlichen geprägt und getragen werden konnte.

6. Verbreitung

Das Projekt fand hohen Anklang und Unterstützung bei der Schulbehörde der beiden Schulen. An einem Präsentationsabend beim Treffen in Wien konnte sich der leitende Inspektor persönlich vom laufenden Projekt überzeugen.

Aufgrund der großen Unterstützung seitens des "Interkulturellen Zentrums" in Österreich und des "VČELÍ DOM" in der Slowakei fand das Projekt Eingang in die Medien. Bei einem Workshop im Herbst 2012 konnte das ACES-Programm an der Pädagogische Hochschule Wien angehenden LehrerInnen und Lehrbeauftragten näher gebracht werden. Eine Besonderheit stellte die Anwesenheit durch eine spanische Partnerschule an einer "Session" in Wien dar, diese wurde durch die spanische Kollegin interessiert begleitet.

Die Tatsache, dass das Projekt ein "good practice" zur interkulturellen Zusammenarbeit darstellt, brachte die Nominierung für die Initiative "Interkulturalität und Mehrsprachigkeit – eine Chance!" [4] des Bundesministeriums für Unterricht in Österreich.

7. Ausblick

Während der Kooperation wurden zwischen den Jugendlichen Kontakte und Verbindungen geknüpft, deren Nachhaltigkeit von LehrerInnenseite bei Bedarf unterstützt und gefördert wird. Über die Möglichkeit einer erneuten Schulkooperation können alle Beteiligten hinsichtlich der vorhandenen "guten Stimmung" und der Offenheit der beiden Institutionen gespannt in die Zukunft blicken.

8. Statements

"I learned a lot from the partner school." (Veronika Čičmancová, Lehrerin, Slowakei)

"First time playing saxophone in front of an audience!" (Adam Horváth, Schüler, Slowakei)

"The openness and friendliness of the partner school was phenomenal!" (Tanja Zaussinger, Lehrerin, Österreich)

"The ACES dance in the Slovak costume was cool." (Jakub Gora, Schüler, Österreich)

"The English lessons got a new background." (Kvetoslava Košíková, Lehrerin, Slowakei)

"I want to learn more English!" (Clemens Kalcher, Schüler, Österreich)

"The best thing was the chocolate wafers from Slovakia." (Elias Monitzer, Schüler, Österreich)

"I have coordinated many international projects in the past. This is the first time that it was really students oriented." (Wilfried Swoboda, Lehrer, Österreich)

"We love Vienna!" (Veronika Kiripolská and Nikoleta Horniačková, Schülerinnen, Slowakei)

9. Outcome

Video "You should use":

http://www.youtube.com/watch?v=BYKutllEGAM

Endvideo:

http://www.youtube.com/watch?v=ty0h3C4TuOM

10. Daten

Anzahl der direkt involvierten Personen:

13 SchülerInnen
6 LehrerInnen

Adressen:

Sonderpädagogisches Zentrum
Holzhausergasse 5-7
1020 Wien/AT
Tel: +43 1 216 51 24
Mail: so02holz007k@m56ssr.wien.at
HP: www.holzhausergasse.at
Projektkoordination: Wilfried Swoboda

Stredná priemyselná škola, Secondary School
SNP 413/8
907 01 Myjava/SK
Tel: +42 034 621 23 48
Mail: sps@spsmyj.sk
HP: www.spsmyj.sk
Contact teacher: Kvetoslava Košíková


[1] http://www.aces.ac.at

[2] http://medienabc.wordpress.com/2007/05/13/grundprinzipien-der-media-literacy, Zugriff 9.3.2013)

[3] UNESCO-Weltkonferenz "Arts Education – Building Creative Capacities for the 21st Century" 2006/Lissabon

[4] http://www.schule-mehrsprachig.at

Tags

inklusion, videoarbeit