Praxis

4/2012 - Soziale und Mediale Räume

Mickey Mouse läßt grüßen: Olympus LS-5.

Ein weiterer Audio (Handheld/Field) Recorder.

AutorIn: Christian Berger

Sieht aus wie Mickey Mouse, macht aber brauchbare Aufnahmen...

Abstract

Dieser Beitrag ist ein Testbericht des Audiorecorders Olympus LS-5.

This article is a test report of the Olympus LS-5 recorder.


Nachdem in der letzten Ausgabe der ZOOM H1 Audiorecorder vorgestellt wurde , möchte ich diesmal den Olympus LS-5 beschreiben.

Was einem nach dem Entfernen der unverhältnismäßig groß dimensionierten Verpackung und dem Zusammenstellen des vergleichsweise geringen Zubehörs zuerst auffällt: der Recorder erinnert durch den Ploppschutz seiner nach außen gerichteten Mikros an Mickey Mouse:

 


Foto:chb

Bereits beim Anheben fällt die robuste Bauweise durch das Gewicht auf. 165 Gramm wiegt das mit einer soliden Metallhülle ausgestattete Aufnahmegerät. Die Verarbeitung legt nahe, dass dieses Gerät auch noch einwandfrei funktioniert, wenn es einem aus der Hand gefallen ist - was allerdings nicht ausführlich getestet wurde. Das Grundset enthält als Zubehör neben dem Ploppschutz nur einen Tragriemen und ein USB-Verbindungskabel. Dafür gibt es zwei dicke Handbücher in mehreren Sprachen und eine CD mit Olympus Audiosoftware (nur für Windows). Im Zeitalter des Internets wäre dies alles leicht einzusparen, es ließe sich Papier und andere Rohstoffe schonen und die Anleitung könnte jederzeit aktualisiert werden. Dagegen fehlen Netzteil oder Stativ in der ab 179 € erhältlichen Grundausstattung; diese sind aber auch nicht unbedingt erforderlich. Somit eignet sich dieses Gerät vom Preis her also auch als Anschaffung für eine Schule.

Das nächste Qualitätskriterium für eine Nutzung im Unterricht ist die Handhabung des Geräts. Die Bedienelemente sind klar und einfach. Nach dem Einschalten seitlich am Gerät startet die Aufnahme durch zweimaliges Drücken des Recordknopfes. Der daneben liegende Stopknopf beendet die Aufnahme. Beides läßt sich einfach bedienen. Von Vorteil ist der extra Bedienknopf für 'Erase'; damit lassen sich rasch und einfach die letzten irttümlich oder versuchsweise gemachten Aufnahmen löschen. Dazwischen liegt ein Steuerkreuz, wie es von verschiedenen Gamepads her bekannt ist, dass die Steuerung des Abspielens sowie Menüeinstellungen ermöglicht. Die weiteren zusätzlichen Druckknöpfe an der Frontseite stammen bis auf die Menüfunktion wohl aus der Tradition des Diktiergeräteherstellers (Wiederholen von Abschnitten und Marker, die nur systemintern gelesen werden können).

Manuelle oder die gut funktionierende automatische Aussteuerung sowie die Aufnahmeformate (wav, mp3, wma) und die Mikrofoncharakteristik lassen sich nur über die Menüführung vorab einstellen. Das Menü ist jedoch sehr logisch und einfach über das Steuerkreuz zu bedienen. Die Aufnahmequalität für Sprache ist dank der Qualität der Mikros und einem guten analog-digital Wandler sehr gut. Auch die unvermeidlichen Griffgeräusche bei Aufnahmen aus der Hand treten kaum auf. Da zeigt sich die Erfahrung, die Olympus aus der Produktion von Diktiergeräten hat; Musikaufnahmen konnte ich bislang allerdings nicht testen.

Der eingebaute Lautsprecher reicht gerade einmal um zu hören, ob die Aufnahme funktioniert hat - für eine bessere Kontrolle ist daher ein Kopfhörer (mit kleinem Klinkenanschluß) zu empfehlen. Die Lautstärke für das Abhören ist über ein seitlich links angebrachtes Drehrad stufenlos möglich. Auf der rechten Seite befindet sich ein gleiches Drehrad für die stufenlose Einstellung der manuellen Aussteuerung.

Das mitgelieferte USB Kabel verbindet den Recorder mit anderen Devices (PC Desktop/Notebook/Tablet). Als externer Speicher wird der Recorder nach dem Verbinden automatisch erkannt. Erfreulich ist, dass hier kein spezieller Treiber erforderlich ist.  Die mitgelieferte proprietäre Software von Olympus ist daher nicht unbedingt erforderlich und ohnehin nur für Windows Betriebssysteme tauglich. Es ist allerdings schade, dass das Gerät nicht direkt als DA Wandler verwendet werden kann. Daher können die guten Mikrofone für Aufnahmen nicht in einem Audiobearbeitungsprogramm unmittelbar angesprochen werden. Es ist nur möglich, Aufnahmefiles zwischen Recorder und PC auszutauschen. Die Speicherung im Gerät erfolgt auf einem fix eingebauten NAND Flashspeicher mit 2 GB Datenvolumen; dies reicht in höchster Qualität (PCM 96kHz 24 bit) für eine Aufnahmedauer von 55 Minuten. Mit einer für Sprache durchaus ausreichenden Qualität in mp3/128 kbit stereo werden immerhin 33 Stunden Aufnahmezeit erreicht. Wer dieses Gerät dennoch erweitern will oder lieber bei unterschiedlichen Gruppen bzw. im schulischen Verleihsystem mit Wechseldatenträgern arbeitet, dem steht zusätzlich noch ein Slot für SD-Flashcards (512MB bis 32 GB) zur Verfügung.Betrieben wird das Gerät durch 2 Stück 1.5V AA Batterien, die in etwa 20 Stunden Betriebsdauer versprechen.

Fazit: Der Olympus LS-5 ist ein robuster, handlicher, gut zu bedienender Linear PCM Recorder in der gehobenen unteren Preisklasse, der für den Unterrichtseinsatz sicherlich brauchbar ist. Es gibt Billigeres am Markt, das bei Audioaufnahmen gleiche Leistung und zusätzliche brauchbare Features bietet - möglicherweise mechanisch jedoch nicht so lange haltbar ist. Das allerdings ist nur eine Vermutung, da ich das Gerät erst seit drei Wochen im Einsatz habe.

Tags

technik, audio, audiorecorder