Schwerpunkt

2/2012 - Biomacht, Biopolitik, Biomedien

Aktivistische Brieftauben

Medienaktivismus und Wissen im Zeitalter der Biomacht

AutorIn: Wolfgang Sützl

Im biopolitischen Medienaktivismus sind eine Vielzahl von Interventionen gegen die Dispositive der Biomacht entstanden. Wolfgang Sützl untersucht Widerstandsformen, die biopolitische Strategien gleichzeitig unterwandern und einsetzen.

Abstract

Im biopolitischen Medienaktivismus sind eine Vielzahl von Interventionen gegen die Dispositive der Foucaultschen Biomacht entstanden. Wolfgang Sützl untersucht Widerstandsformen, die biopolitische Strategien gleichzeitig unterwandern und einsetzen. Im Rekurs auf Walter Benjamins Theorie des Autors als Produzent hebt Sützl die Möglichkeit hervor, diese auf die digitale Kultur- und Technikproduktion zu beziehen. Auch ist damit eine postfordistische Theorie des biopolitischen Kognitariats verbunden, auf dessen lebendige Ressourcen die Biomacht zugreift, um Wissen („Human Capital“) als Mehrwert abzusaugen. Im Widerstand dazu können aber aktivistische Tauben und Tulpen eingesetzt werden um subversive Kräfte in Gang zu setzen.

Bio-political media activism has given rise to a number of interventions against the dispositifs of Foucauldian bio-power. Wolfgang Sützl examines forms of resistance that both use and subvert biopolitical strategies. In recourse to Walter Benjamin’s theory of the author as a producer, Sützl emphasizes the possibility to relate these to digital cultural and technological production. This is linked to a post-Fordist theory of the biopolitical cognitariat, the living resources of which biopower takes hold of in order to syphon off knowledge (“human capital”) as surplus value. Resisting to this, activist pigeons and tulips may be used to set subversive forces in motion.


Biomacht und Biopolitik

Biomacht ist bei Michel Foucault jene politische Macht, die das „Leben im Allgemeinen“ vereinnahmt, „mit den Polen des Körpers auf der einen und der Bevölkerung auf der anderen Seite“ (Foucault 2010: 78): Sie zielt auf eine normalisierte Gesellschaft, in welcher die frühmoderne Disziplinierung des Körpers durch Institutionen von der modernen Regulierung der Bevölkerung überlagert wird – jener Bevölkerung, die mit dem Entstehen des modernen Staats in Europa als solche in Erscheinung tritt und sich im Zuge der Industrialisierung rasch vermehrt. Die Biopolitik ist für Foucault jene Form der Gouvernementalität, welche sich der Lebensprozesse der Bevölkerung annimmt, diese Prozesse erfasst und reguliert, sich für das Gedeihen der Bevölkerung von Geburt bis Tod für zuständig erklärt – für Ernährung und Hygiene, für Gesundheitsvorsorge und Zuwanderung, für Medizin und psychotrope Substanzen. Die „Serie der Zufallsereignisse, die in einer lebendigen Masse auftauchen können“ (Foucault 2010: 73) soll kontrolliert und durch die Überwindung des Überraschenden und Eigenmächtigen, das dem „Leben im Allgemeinen“ anhaftet, gesichert werden.

Die Biomacht, so Foucault, ist bestrebt „leben zu machen und sterben zu lassen“, wohingegen es der früheren Form der Souveränität entspricht, sterben zu machen und leben zu lassen (Foucault 2010: 71). Im Sinne der Ausübung von Biomacht geht es also darum, das Leben als solches zu regulieren, zu steigern, zu optimieren, wobei der Tod aus dem Blickfeld verschwindet: „Streng genommen“, sagt Foucault in seiner Vorlesung vom 17. März 1976, „lässt die Macht den Tod fallen“ (Foucault 2010: 72). Weder die Drohung mit dem Tod kennzeichnet die Biomacht noch die äußere Einwirkung auf Untergebene durch einen Souverän, sondern die Bildung von Subjekten als Doppelfigur von Unterwerfung und Selbstbehauptung, wie sie Judith Butler im Anschluss an Foucault darstellt ... Subjektivierung als „Rückstoß der Macht“ (Butler 2001: 12).

Die Optimierung des Lebens im Allgemeinen durch die Biomacht tritt heute in vielerlei Form in Erscheinung: als Gesundheitsreform und als Impfpflicht, als biometrische Erfassung und als Organhandel, als Life Sciences und als Biotechnologie, als Immigrationspolitik und in der Form rassistischer Diskurse, die mit dem Aufkommen der Biomacht ein „grundlegender Mechanismus der Macht“ werden (Foucault 2010: 79). Als Form der Selbstregierung reicht die Biomacht vom Nahrungsergänzungsmittel bis zur „Schönheitsoperation“ und zum neuen Trend des Self-Tracking (Bethge 2012, www.quantifiedself.com), dem freiwilligen kontunierlichen Messen und digitalen Auswerten sämtlicher Körperfunktionen mit dem Ziel, das Leben nicht seinen eigenen, sub-optimalen Vorgängen zu überlassen.

Die Biomacht bleibt nicht ohne Widerspruch: In der Tat kann es laut Foucault, für den Macht ein plurales bzw. heterogenes Kräfteverhältnis ist, keine Macht ohne Gegenmacht geben. In den folgenden Abschnitten sollen einige Formen des Widerspruchs, die sich gegen Dispositive der Biomacht stellen, exemplarisch herausgegriffen werden, um so den Widerstand in seiner diskursiven Qualität und als Störung biopolitischer Technologien besser fassbar zu machen. Denn was ab den 1990er-Jahren als Medienaktivismus bezeichnet wurde, lässt sich im biopolitischen Kontext auf spezifische Formen und Techniken beziehen, welche die Biomacht in ihrer technologischen Dimension und in ihrer Wissensproduktion zu stören vermag, und die ich als biopolitischen Medienaktivismus bezeichne (Sützl/Hug 2012: 7 f.; vgl. dazu auch die Schwerpunktausgabe der MEDIENIMPULSE mit dem Titel Medienaktivismus).

Biohacking: Radikalisiertes Laientum

MedienaktivistInnen stellen in der Praxis und in ihrer Theoriebildung die Legitimität von ExpertInnenwissen in Frage. Sie erzeugen bewusst eine „unreine Theorie“ (Sützl 2007), also eine von der politischen Praxis und von den Medientechnologien „verunreinigte“ Theorie, welche sich von der geschützten und institutionell abgesicherten Theoriebildung unterscheidet, in dem ExpertInnenwissen produziert wird. Diese gezielte Verunreinigung des Wissens durch seine Medien erhebt einen Anspruch auf Eigenmacht, der sich auf Walter Benjamins These vom „Autor als Produzent“ (Benjamin 2002) zurückführen lässt. Benjamin fordert in dieser Ansprache revolutionär eingestellte Schriftsteller dazu auf, die bürgerliche Produktionsmaschinerie nicht einfach zu beliefern und die eigene Autorschaft nicht getrennt von der Rolle als Produzent zu sehen. Nur wenn in die Produktionstechnik eingegriffen und diese nach radikal-sozialistischen Maßgaben verändert wird, so Benjamin, kann revolutionäres Dichten auch seinem Anspruch gerecht werden, die Massen gegen Kapital und Bürgertum zu mobilisieren (ebd.). Geoff Cox und Joasia Krysa (2005) wenden Benjamins Ansatz auf die digitale Kulturproduktion an, die ihrer Einschätzung zufolge nicht von der Technikproduktion getrennt werden kann. Denn durch die materielle Aufhebung der Trennung von Technik und Kultur entsteht nicht nur die Möglichkeit eines Gegendiskurses zum hegemonialen Diskurs, in weiterer Folge wird auch das ExpertInnenwissen als ein Wissen – für das entweder Kultur oder Technik zuständig ist – infrage gestellt. Im Bereich der Robotik hat zum Beispiel das Institute of Applied Autonomy unter dem Titel Contestional Robotics (http://vimeo.com/6070459) Projekte entwickelt, welche das ExpertInnenwissen diskursiv und technologisch angreifen und genau dadurch politisch autonome Räume erschließen, etwa den legendären GraffitiWriter. Der slowenische Aktivist und Künstler Marko Peljahn erkannte diese Chancen bereits in den 1990er-Jahren und schuf mit seinem Projekt Makrolab (http://makrolab.ljudmila.org/) eine wegweisende Installation, welche eine Störung der sozialen Abschottung der Satelliten- und Raumtechnologie beabsichtigte. Ein ähnliches Anliegen wurde von den Autonomous Astronauts (http://www.uncarved.org/AAA/further.html) vertreten, die außerdem den Einsatz von Tieren in der experimentellen Raumfahrt kritisierten.

Die Vereinnahmung des Lebens durch die Ausübung von Biomacht bedient sich ebenfalls des ExpertInnenwissens, und zwar, indem sie hermetische Wissensumgebungen schafft, deren Codes für „Laien“ nicht entzifferbar sind. Im Sinne der Selbstbezeichnungen DIY-Biologie, Garage Biology, Biohacking oder Citizens Biology hat sich eine Bewegung formiert, welche den ExpertInnen-Laien-Dualismus im Bereich der Biotechnologie hinterfragt und begonnen hat, in den technischen Apparat der Biotechnologie einzudringen, um diese zu entzaubern. In Räumen des Alltagslebens wie Garagen, Küchen und Kellern sind Labors entstanden, wobei Ungenauigkeiten und Zufälligkeiten nicht länger als auszumerzende Fehler verurteilt, sondern als Ausdruck besseren, nämlich offenen Wissens propagiert wurden. Wie Beatriz da Costa bemerkt, distanzierten sich die DIY-BiologInnen auch vom „Top-Down“-Zugang der Wissenschaftskommunikation, die versucht, ExpertInnenwissen „für die Allgemeinheit verständlich“ zu vermitteln, und es so wiederum als ExpertInnenwissen affirmiert (da Costa 2008: 376). Online-Ressourcen wie www.diybio.org beabsichtigen dagegen einen Grassroots-Zugang und fördern die Arbeit von „Laien“-Gruppen, die biotechnologisches Wissen als Allgemeingut betrachten:

"Their aim is to provide non-expert citizen biologists with a collective environment and inexpensive open-source tools and protocols for biological research, which can be conducted in weird places such as garages or kitchens." (Delfanti 2012: 163)

Das Wissen über das Leben, welches im Sinne der Biomacht hervorgebracht und kontrolliert wird, kann, solange es sich als Wissen über einen Gegenstand begreift, nicht allein aus diesem natürlichen Leben selbst kommen. Vielmehr spaltet der Diskurs der Biomacht eine außernatürliche Sphäre vom Leben ab, die sich als fruchtbarer Boden für Science Fiction erwiesen hat. Diese unvermeidliche Nähe zum Außernatürlichen bezieht ihr Vokabular und ihre Ästhetik gerne aus Schöpfungsnarrativen und aus alten Kulten.

Kult der zweiten Genesis

Die kultischen Untertöne der Biotechnologie ziehen sowohl den Zorn einer verunsicherten religiösen Rechten auf sich (etwa in Form des Wiederauflebens des Kreationismus, oder auch der Dämonisierung von Stammzellenforschung etc.), als auch das Interesse von MedienaktivistInnen, welche die aktuelle Ausübung von Macht als Biomacht zu begreifen versuchen und ihre Interventionen dementsprechend ausrichten. Ein hervorragendes Beispiel dafür ist Cult of the New Eve des Critical Art Ensemble (Critical Art Ensemble 2000, http://critical-art.net/Original/cone/coneWeb/welcome/bg1.html). Hier werden die vielversprechende Rhetorik und die utopischen Erwartungen, die mit der Biotechnologie verbunden werden, mit einer zweiten Genesis verglichen, welche es ermöglichen soll, die Unzulänglichkeiten der ersten Schöpfung zu überwinden: Eine neue Eva ist im Entstehen, Mutter einer neuen Menschheit, neue Wunder ereignen sich:

The Second Genesis is a time of glory during which we shall be freed from the trials and tribulations suffered by humans in the First Biological Age. As we enter the Second Biological Age, we enter an age of tremendous liberation. It is a time when the impossible becomes possible, and the supernatural becomes natural. With the knowledge given to us by the New Eve, our bodies, our behavior, our psychology, and our lives are rapidly changing in miraculous and wonderful ways. (Critical Art Ensemble 2000a)


Abbildung 1: Cult of the New Eve, 2000
Quelle: http://www.critical-art.net

Mit Flesh Machine hatte sich das Critical Art Ensemble schon 1997 für Biotechnologie als legitimen Gegenstand medienaktivistischer Interventionen interessiert (CAE 1997). Flesh Machine hatte die Vereinnahmung der menschlichen Reproduktion durch die Biomacht zum Gegenstand. Auch in diesem Fall ging es um die zweite Auflage einer alten Technologie, nämlich der Eugenik. Flesh Machine bildete den Ausgangspunkt einer Serie von biotechnologischen Projekten (siehe http://critical-art.net/Original/), die neben dem menschlichen Körper auch gentechnisch verändertes Saatgut und biologische Waffen zum Gegenstand haben. Der Sammelbegriff, den das CAE für all diese Projekte verwendet, ist Contestational Biology, womit, im Unterschied zur DIY-Biologie, eine stärkere politische Akzentuierung erkennbar wird, nämlich eine direkte Subversion der Biomacht durch Störung und Umdeutung ihrer Technologien.

Die Durchdringung des menschlichen Reproduktionsorganismus durch die Biomacht, insbesondere des weiblichen Körpers, steht im Mittelpunkt von Arbeiten von subRosa, einer Cyber Feminist Cell of Cultural Producers Working with Wetware (subRosa 2008). subRosa nimmt den Faden einer feministischen Technikkritik auf, die sich Mitte der 1990er-Jahre als Cyborg-Diskurs zu entfalten begann und vor allem auf Arbeiten Donna Haraways (1991) und ihres Schülers Chris Hables Grays (1995) zurückgeht. Deren Kritik richtete sich gegen die männliche und militärische Ausrichtung von Cyborg-Technologien, mittels derer der Körper, die Sinne und die Psyche an vornehmlich militärische Erfordernisse angepasst und entsprechend aufgerüstet und umgebaut werden sollten. subRosa wiederum heben hervor, dass sich dieses biotechnologische Bestreben mit dem weiblichen Körper deshalb schwer tut, weil dieser – aus männlich-militärischer Sicht – ein Produkt jener „Zufallsereignisse“ ((Foucault 2010: 73), sei, auf welche die Biomacht zielt:

"Historically, women’s bodies have been notoriously resistant to machinic adaptation or medical regulation. The unpredictable ebb and flow of menstrual cycles, hormones, moods, libido, weight loss or gain, metabolism, ovulation, pregnancy, gestation period, fertility, and natural birth rhythms, have severely tested scientific control and management methods." (subRosa 1998)


Abbildung 2: SmartMom
Quelle: http://smartmom.cyberfeminism.net/index.html

In SmartMom (1998) stellte subRosa eine Serie neuer Technologien vor, welche die technische Erfassung von Schwangerschaft und Geburt, ihre Überwachung und Regulierung ironisch überaffirmiert: Das SmartMom Sensate Pregnancy Dress etwa ist ein den militärischen smart textiles nachempfundenes Kleidungsstück, das die körperlichen Funktionen der Schwangeren ständig zu überwachen – und „unverantwortliches Verhalten“ sofort zu bestrafen – verspricht:

"In extreme cases, the system can even function in a disciplinary way through a system of built in shocks, or other physical punishments or restraints which are activated by the mother’s irresponsible or criminal behaviour such as drinking alcohol, eating junk foods, smoking, or taking recreational drugs." (subRosa 1998)

Biopolitische Arbeitskämpfe

Die Aktionen von subRosa gehören, wie auch jene des Critical Art Ensemble, zu jener Gruppe, die den ökonomischen Aspekt der Biomacht als radikale Kritik am „Pankapitalismus“ (CAE) formulieren. Hatte Foucault die Geburt der Biopolitik schon im Kontext der „liberalen Regierungskunst“ (Foucault 2010: 27 ff.) verortet, so werden medienaktivistische Widersprüche und Interventionen gegen die Ausübung von Biomacht häufig mit einer Ablehnung eines neuen biopolitischen Kapitalismus verbunden, in dem das „Leben-Machen“ als Schaffung von biologischem Mehrwert praktiziert wird. Es ist nämlich im Sinne der Biomacht, auf die Steigerungsfähigkeit des Lebens zu zielen, anstatt dieses bloß zu „verschleißen oder zu verbrauchen“ (Gehring 2006: 10). Als Quelle ökonomischer Wertschöpfung wird das Leben also zum Gegenstand der politischen Ökonomie wie auch eines neuen Arbeitskampfes. Dies zeigt sich zum einen im zunehmenden Warencharakter des Lebendigen, etwa in Form von geistigen Eigentumstitel über Pflanzen und Tiere (Hardt und Negri 2004: 202ff.), zum anderen in Prozessen der Subjektivierung und der Kommunikation, welche das Leben als ökonomisch verwertbar konstituieren (Lazzarato 1998a). Für Maurizio Lazzarato ist biopolitische Arbeit daher gleichbedeutend mit immaterieller und postfordistischer Arbeit, einem dezentralisierten Arbeitsmodell, das eine fabbrica diffusa, eine verteilte Fabrik entstehen lässt, die sich nahtlos in den Pankapitalismus einfügt:

"Der Prozeß der gesellschaftlichen Kommunikation ist mitsamt seinem Hauptinhalt, der Produktion von Subjektivität, unmittelbar produktiv geworden: Hier wird gewissermaßen die Produktion 'produziert' … Der Produktionsprozeß der Kommunikation hat die Tendenz, unmittelbar zum Verwertungsprozess zu werden." (Lazzarato 1998b: 58f.)

Franco „Bifo“ Berardi wiederum, der in den 1970er-Jahren Aktivist des legendären Radio Alice in Bologna (Capelli 1977) war, formuliert seine Kritik am biopolitischen Kapitalismus anhand der „Seele“, welche für ihn keine spirituelle Bedeutung hat, sondern im Anschluss an Spinoza ein Sammelbegriff all dessen ist, „was der Körper tun kann“ (Berardi 2009: 21). Berardis Zugang zu Lazzaratos „immaterieller Arbeit“ ist dezidiert materialistisch – das In-Dienst-Nehmen von Sprache, Affekten, Kreativität steht für ihn für die gegenwärtige Form der Entfremdung und für die Versklavung der Seele. So entsteht das Kognitariat als Nachfolger des industriellen Proletariats, eine Subjektivität der biopolitischen Arbeit. Das Kapital, so Berardi, kann Bruchstücke menschlicher Lebenszeit kaufen und nach Belieben durch digitale Netzwerke miteinander kombinieren (Berardi 2009: 191ff.). Die arbeitenden Seelen sind daher als Arbeitskräfte prekär, das Kognitariat ist ein Prekariat.

Abbildung 3: „Monopoly“ der prekär Arbeitenden
Quelle: http://mayday-wien.org/

Da das Prekariat in keinerlei gesellschaftlicher Form repräsentiert ist (etwa durch Gewerkschaften oder Kammern), gingen aus dem Umfeld widerständiger biopolitischer Arbeit aktivistische Formen hervor, die auf die Sichtbarmachung der Arbeitenden abzielen. Ein Beispiel dafür ist Euromayday (http://www.euromayday.org/), eine Bewegung, die Anfang der 2000er-Jahre in Mailand und Barcelona ihren Ausgang nahm und neben Online-Ressourcen, Devotionalien des San Precario und einem an prekäre Arbeitsbedingungen angepassten Monopoly-Spiel eine Vielfalt aktivistischer Medien hervorbrachte.

Der biopolitische Kapitalismus birgt in letzter Konsequenz auch die Chance seiner Negation. Denn die Schwächung des Werks als Original durch die zunehmende Kopierbarkeit von Gütern stellt auch für Hardt und Negri einen den Eckpfeiler der kapitalistischen Wirtschaft, nämlich das Privateigentum, in Frage. „Die Reproduzierbarkeit (der immateriellen Eigentumsformen), die ihnen ihren Wert verleiht, ist genau das, was gleichzeitig ihren privaten Charakter bedroht.“ (Hardt und Negri 2004: 203) Nicht zufällig sind im Internet, dem Rückgrat der fabbrica diffusa, im aktivistischen Kontext Formen der Kollaboration und des Teilens entstanden, die sich außerhalb der kapitalistischen Verwertungslogik sehr erfolgreich entwickelt haben, oft genannte Beispiele dafür sind Freie Software und Wikipedia. Es sind darüber hinaus Kulturen des Teilens im Entstehen, die jenseits von Privateigentum und öffentlicher Wirtschaft rasch wachsen und sich ausdifferenzieren (Stalder und Sützl 2001; Sützl et al. 2012). Dabei wird im Kontext der Debatte über das geistige Eigentum um jene Grenze gestritten, die verteidigt werden müsste, um in der biopolitischen Produktion das Privateigentum überhaupt aufrecht zu erhalten. Der Begriff der Piraterie nimmt in diesem Zusammenhang eine Bedeutung an, von der gesagt werden kann, dass die herkömmliche rechtliche Bedeutung des Piraten als radikalem Außenseiter sowie als „Staatsfeind und Feind der ganzen Welt“ (Hofmann 2003: 335) vom Einzug von Piratenparteien in die politischen Institutionen überlagert wird. In einer entstehenden globalen Remix-Kultur (Stalder 2009) spielen Piraten die Doppelrolle von AußenseiterInnen und ProduzentInnen, welche durch die in der industriellen Gesellschaft existierenden Machttechnologien nicht erreicht werden können. Anti-Piraterie-Gesetze sind schwer von einer Drosselung der Produktivität insgesamt zu trennen.

Insofern die Biomacht sich durch Subjektivierungsprozesse entfaltet, stellt sich im biopolitischen Medienaktivismus die Frage, wie vorherrschende Subjektivierungsprozesse gestört werden können. In der Verweigerung von Subjektivierung besteht daher eine weitere Form des medienaktivistischen Einspruchs gegen die Biomacht und der Störung ihrer Technologien. Die vielleicht radikalste Form dieses Einspruches manifestiert sich im „virtuellen Suizid“ – dem gezielten und unerlaubten Löschen von User-Accounts auf Social-Media-Plattformen. Denn für gewöhnlich ist das Löschen dieser Accounts durch deren InhaberInnen nicht vorgesehen; wir erinnern uns an Foucaults Charakterisierung der Biomacht als „leben machen und sterben lassen“ sowie an seine Feststellung, dass die Biomacht den „Tod fallen lässt“ (Foucault 2010: 71; 72). Umgekehrt erfordert die „kritische Desubjektivation […] die Bereitschaft, nicht zu sein“ (Butler 2001: 122). Die Affirmation der eigenen Sterblichkeit als kompromisslose Weigerung, das eigene Leben als Ort der kapitalistischen Akkumulation zur Verfügung zu stellen, gehört damit zu den wirksamsten und vielleicht verstörendsten Formen des biopolitischen Medienaktivismus. Geoff Cox (2012: 106ff.) analysiert aus dieser Sicht eine Reihe suizidaler Online-Spiele, wie etwa 5 Minutes to Kill Yourself (http://games.adultswim.com/five-minutes-to-kill-yourself-adventure-online-game.html) oder Suicide Letter Wizard for Microsoft Word (http://www.neural.it/nnews/suicideletterwizardforworde.htm). Am direktesten greifen aber wohl jene Tools die aktuelle sich globalisierende Biomacht an, die es ermöglichen, User-Accounts auf Social-Media-Plattformen mit nur wenigen Mausklicks zu löschen, wie etwa web 2.0 suicide machine und Seppukoo. Denn Social-Media-Plattformen haben sich als perfekte Instrumente der Subjektivierung im Sinne der vorherrschenden biopolitischen Produktion etabliert: Sprache, Kommunikation, Affekte gehören zu den Rohstoffen dieser Industrie, die von den NutzerInnen kostenlos bereitgestellt werden, und aus denen Mehrwert generiert wird.

Migration und Schönheit

Infolge der Regulierung der Bevölkerung durch den Einsatz von Biomacht entsteht das Problem der Abgrenzung von Menschen nach innen und nach außen, ein Problem, das sich in der öffentlichen Diskussion im Umfeld von Migrations-, Asyl- bzw. rassistischen Diskursen manifestiert. Es werden Grenzziehungen vorgenommen bzw. bestehende Grenzen technisch aufgerüstet, die einerseits das Territorium vor den von außen kommenden „Fremden“ bewahren und andererseits im Inneren eine Homogenität sichern sollen, nach der die Verwendung des Begriffs „Bevölkerung“ verlangt und die die Regierbarkeit eben dieser sichern soll (im Unterschied etwa zum spinozianischen Begriff der Multitude, vgl. Virno 2004: 21ff.). Biopolitischer Medienaktivismus interveniert an genau diesen Grenzen, um gegen die Dispositive der Biomacht Stellung zu beziehen: Als erstes sind hier aktivistische lokative Medien zu nennen (Guertin 2012; Oberprantacher 2012), die es ermöglichen sollen, biopolitisch definierte Grenzen leichter zu überwinden. Das Transborder Immigrant Tool des Electronic Disturbance Theater zum Beispiel bietet neu angekommenen MigrantInnen ortsbasierte Informationen, die das Durchqueren der Wüste nördlich der US-mexikanischen Grenze erleichtern. Das Tool nutzt ein billiges Mobiltelefon als Plattform für GPS-Daten und bietet Informationen über Verkehrswege, Infrastruktur und die Position von staatlichen und privaten Grenzwächtern.

Das schweizerisch-österreichische Duo uebermorgen.com (Hans Bernhard und Lizvlx) hat ein Asylabwehramt gegründet, das der einfältigen Ästhetik und Rhetorik einer fiktiven Ministerialbürokratie nachempfunden ist. Es gibt vor, „den Menschen zum Schutze“ zu sein, indem es „wichtige Einrichtungen und die Rechte der Bevölkerung schützt“, und zwar vor Asylsuchenden (http://www.asylabwehramt.at/Seiten/Links.html). Zu den zahlreichen Publikationen der aktivistischen Pseudobehörde, die mit medienaktivistischen Techniken der Maskierung und Spiegelung agiert (Sützl 2011), gehören u. a. Tips and tricks on how to enhance bureaucratic burdens in the asylum process in Austria and in the Schengen Area (2010) oder ein Plakat mit verschiedenen Nasenformen, welches die Präsenz von „rassentheoretischen“ Elementen in der Asylpolitik auf den Punkt bringt (vgl. Abbildung 4). Die Vermessung des Schädels zur „Altersfeststellung“ wurde noch bis Ende der 1990er-Jahre in österreichischen Asylverfahren praktiziert (http://no-racism.net/article/362/).

Asylpolitik als Politik der flexiblen Innen- und Außengrenzen ist von rassistischen Diskursen insofern nicht zu trennen, als die Bevölkerung als Gegenstand der Ausübung von Biomacht nur dann konsequent definiert werden kann, wenn es ein entsprechendes Außen gibt, d. h. zum einen Territorien, die nicht dem eigenen Territorium angehören, aber auch Körper, die sich möglicherweise im Territorium befinden, aber nicht der Bevölkerung angehören. Das Außen tritt hier in Form von Normierungen der Äußerlichkeit des Körpers, also der körperlichen Erscheinung auf. Die Definition solcher Normen war bekanntlich Gegenstand der „Rassentheorie“ des 19. und 20. Jahrhunderts. Der Übergang von rassistischer Politik und von Körpervermessungen zur sogenannten Schönheitschirurgie, die ebenfalls ein nicht dazu gehöriges, zu entfernendes Äußeres definiert und zu entsorgen verspricht, verläuft entsprechend reibungslos. So ist im „Schönheitslexikon“ des deutschen Arztes Darius Alamouti unter dem Eintrag „Nase“ zu lesen:

"Ganz speziell die Nase ist ein Blickfang im Gesicht und ist dementsprechend Charakter-, Rassenmerkmal und Schönheitsideal in einem. Sie kann einer Person den Eindruck von edel (spitz), dumm („Kartoffelnase“) oder böse („Boxernase“) geben." (http://www.lexikon-der-schoenheit.de/lexikon/N/nase/, Hervorhebung W.S.)

 

Abbildung 4: Nasenplakat des Asylabwehramts
Quelle: uebermorgen.com

Aktivistische Tauben und Tulpen

Wenn es zutrifft, dass sich die Biomacht für Foucault auf das „Leben im Allgemeinen“ bezieht, dann bedeutet das auch das Aufweichen der Grenzziehungen zwischen den biologischen Arten durch die Technologien dieser Lebens-Macht. Im biopolitischen Medienaktivismus sind in diesem Sinne Formen entstanden, bei denen auch Tiere und Pflanzen in die vorherrschende Biomacht intervenieren, wobei die ihnen eigene „Zufälligkeit“ des Lebendigen besondere taktische Vorteile bietet. PigeonBlog (http://www.pigeonblog.mapyourcity.net/index.php), ein Projekt von Beatriz da Costa, Cina Hazegh und Kevin Ponto, war eine „zwischenartliche Koproduktion“ zwischen Menschen und Brieftauben,

"[…] a collaborative endeavor between homing pigeons, artists, engineers, and pigeon fanciers engaged in a grass-roots scientific data-gathering initiative designed to collect and distribute information about air quality conditions to the general public." (da Costa 2008: 377)

Das Sammeln und Publizieren von Luftqualitätsdaten durch Brieftauben mag zunächst politisch harmlos wirken; das Durchbrechen von Artengrenzen, die Einbeziehung von nicht-menschlichen Arten als politische Subjektivitäten hat jedoch unter der Biomacht eine besondere politische Brisanz. Diese zeigte sich etwa im österreichischen „Tierschützerprozess“ der deutlich machte, wie empfindlich die Biomacht auf aktivistische Infragestellungen ihres Anspruchs, das Leben als solches zu regieren, reagiert (Mackinger/Pack 2011).

Diese Empfindlichkeit wurde auch im Zuge der Verhaftung von Steve Kurtz deutlich, einem Mitglied des Critical Art Ensembles, der 2004 die US-Bundespolizei und Anti-Terror-Einsatzkräfte auf den Plan rief, als in seiner Wohnung Laborinstrumente und Bakterienkulturen gefunden wurden (http://www.caedefensefund.org/). Das Critical Art Ensemble hatte die Biomacht als Ort kritischer Medieninterventionen schon früh erkannt und die Zusammenarbeit mit Mikroben und Insekten in Biotech-Projekten wie Cult of the New Eve (siehe oben) gesucht, aber auch das Potenzial von Kleinlebewesen für Aktionen des biologischen zivilen Ungehorsams zu nutzen gewusst. In Molecular Invasion (CAE 2002) wird etwa die Zusammenarbeit mit mutierten Fliegen in der Sabotage von Biotech-Forschungseinrichtungen angeregt. Solche Fliegen, so das Argument des CAE, kosten wenig und sind leicht erhältlich, und sie machen (wie die Roboter des IAA) physisches Eindringen in die angegriffene Einrichtung durch menschliche Akteure unnötig. Sie sind in der Lage, Störaktionen auf psychischer Ebene (psychological disturbance) ohne Aufsicht und Anleitung durchzuführen.

"Choose a set of mutated flies and begin a steady release of them into biotech facilities (it also works well in nuclear facilities): They can be set free in lobbies, parking garages, almost anywhere. One does not have to challenge a fortified site – the flies themselves will do the infiltration." (CAE 2002: 102)

Die Störung der angegriffenen Einrichtung durch die Fliegen setzt dabei auf typisches Sozialverhalten am Arbeitsplatz, etwa auf Trägheit, Ängstlichkeit und auf die Suche nach Ablenkung, um die Arbeitenden am Arbeiten zu hindern: "A paranoid work force is an inefficient work force." (CAE 2002: 104)

Auch das guerilla gardening, das mittlerweile mit dem Nimbus der Öko-Unschuld zu kämpfen hat, begann als eine Art biopolitischer Medienaktivismus, der die Artengrenzen überschritt und die Zufälligkeit des Lebendigen als nicht berechenbaren Unsicherheitsfaktor, als gewaltfreie „botanische Waffe“ in jener Form des „Krieges“ einsetzte, dem das Überraschende wesentlich ist – im Guerilla-Krieg. Richard Reynolds (2008) definiert guerilla gardening als "illicit cultivation of someone else’s land", als Kampf gegen Landknappheit um Freiheit des Ausdrucks und gemeinschaftlichen Zusammenhalt (5). In diesem Kampf werden bewusst Eigentumsrechte ebenso wie gesetzliche Bestimmungen verletzt, sodass man von einer Art biologischem zivilen Ungehorsam durch zwischenartliche Kooperationen von Menschen und Pflanzen sprechen könnte.

Schluss

Für die Medienpädagogik lassen sich m. E. aus dieser unvollständigen Analyse von biopolitischem Medienaktivismus eine Reihe von praktischen Schlüssen ziehen. So müssen sich WissensproduzentInnen die Frage stellen, in wie weit sie „ExpertInnenwissen“ generieren oder aber die Trennung von ExpertInnen- und Laienwissen überwinden wollen. Insofern diese Wissensproduktion von Medientechnologien abhängt, stellt sich die Frage nach der Gestaltung dieser Technologien. Aus dem medienaktivistischen Umfeld kommen dazu Anstöße zur theoretischen und technischen Überwindung der Trennung zwischen AutorInnen- und ProduzentInnenfunktion, aber auch zur Überwindung der institutionalisierten Trennung von Kultur und Technik überhaupt. Medienaktivistische Interventionen gegen die Biomacht können deren kultartigen diskursiven Formationen ebenso sichtbar machen wie ihre sexistischen und rassistischen Ausformungen. Die Auseinandersetzung mit Medienaktivismus im medienpädagogischen Kontext könnte so dazu beitragen, Medienpädagogik auch als Beitrag zur politischen Bildung zu begreifen. Dass die Frage der Medien immer auch eine Frage von Arbeit ist, und zwar ganz besonders unter biopolitischen Bedingungen, dürfte ebenfalls für die Medienpädagogik relevant sein und einen kritischeren Zugang zu Social Media und ihren Alternativen fördern. Die Frage der Legitimität von Grenzziehungen, am Äußeren des Territoriums sowie am Körper, ist ebenfalls eine Frage, die sich durch die Auseinandersetzung mit aktivistischen Medien erschließen lässt, ebenso wie die Grenzziehung zwischen den Arten. Eine Medienpädagogik, die diese Auseinandersetzung ernst nimmt, nähme freilich selbst aktivistische Züge an und stieße damit rasch an institutionelle, disziplinäre und gesellschaftliche Grenzen. Dies könnte auch als Anregung dazu gelesen werden, Medienpädagogik als medienkritische Pädagogik der Befreiung in der Nachfolge von Paolo Freire (2002) oder bel hooks (1994) zu denken.


Literatur:

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