Neue Medien

3/2011 - Von der IKT zur Medienbildung

Cargo - The Quest for Gravity

AutorIn: Herbert Rosenstingl

Auf der Suche nach der Schwerkraft ist Spaß gefragt!

Abstract

Ein abenteuerliches Rollenspiel mit viel Phantasie und Physik.

Genre: Rollenspiel

Plattform: PC

Altersempfehlung: Kids (10-13 Jahre) / Jugendliche (14+ Jahre)



Beschreibung:

"Cargo - The Quest for Gravity" gibt die Antwort auf die Frage, wie man Spaß erzeugt! In der Welt von Cargo wurde durch skurrile Maschinengötter die Schwerkraft außer Kraft gesetzt und somit fliegt in Cargo der Big-Ben-Glockenturm frei in der Luft. Ziel des Adventures ist es, wieder Schwung in die Erde und damit die Gravitation zurück zu bringen, um der Menschheit wieder einen Platz zum gemeinschaftlichen Leben zu geben. Dabei schlüpft man in die Rolle der frechen Ingenieurin, Entdeckerin und Abenteurerin Flawkes, welche mit den Lebewesen Cargos, genannt "Kumpels", Spaß haben "muss". Denn diese Kumpels produzieren das Mittel, welches benötigt wird, um der Erde wieder den richtigen Dreh zu verpassen und dieses Mittel ist Spaß! Je mehr Spaß produziert wird, desto mehr Gebäude der ehemaligen Erde können aus der Stratosphäre wieder zurückgeholt werden. Dazu muss man die Kumpels herumschubsen, mit ihnen durch die Gegend fliegen oder sie zum Tanzen bringen, denn das bringt die Kumpels zum Lachen und erzeugt Spaß! Außerdem steht den Spielenden ein ausgeklügelter Baueditor zur Verfügung, mit welchem es einem prinzipiell frei steht, jedes mögliche Vehikel herzustellen, um damit die Tiefen des Ozeans, die Lüfte oder die Inseln Cargos zu erforschen, um dort noch mehr Möglichkeiten zu finden, Spaß zu haben! Cargo bietet eine verrückte, unbekannte und ungewohnte Welt, voller Farbe und skurrilen Gegebenheiten, was dann auch schon mal für Gelächter vorm Bildschirm sorgen kann.

Begründung:

Bei Cargo steht der Spaß im Vordergrund, welcher hauptsächlich durch das Entwickeln eigener Fahrzeuge, das schräge Spielprinzip, die Aufmachung und durch witzige Zwischensequenzen zustande kommt.

Cargo überzeugt durch die wunderbar verrückte Story, welche die rund 10-12 Stunden Spielzeit  kurz erscheinen lässt. Da bringt aber der freie Modus Abhilfe, welcher theoretisch unendliches Spielen ermöglicht. Die Motivation wird dabei vor allem über den Baueditor aufrecht erhalten, über welchen man alles zusammenstellen kann, was irgendwie tauchen, fahren oder fliegen kann. Leider wird die Geschichte, welche eigentlich ganz lustig ist, zu schwach erzählt bzw. kaum voran getrieben. Die Orientierung bzw. das Hauptziel ist einem dadurch manchmal nicht ganz klar.

Der Hauptcharakter, Flawkes, kann nicht sterben, es gibt keine Game-Over-Elemente, keine Sackgassen. Das Spiel "bestraft" nie, belohnt nur. Trotzdem wird es nie langweilig. Im Gegenteil, es präsentiert sich originell, kreativ und außergewöhnlich. Gefördert wird kreatives Denken, da das Spiel keine "gewöhnlichen" Rätsel bietet, sondern Aufgaben, bei denen man "ums Eck" denken muss. Innovativ und kreativ ist ganz besonders auch das "Erzeugen von Spaß" als Alternative zum bekannten "Münzensammeln" und "Draufhauen" in vielen anderen Spielen. Die "Kumpels", die man dafür unterhalten muss, finden Musik, Tritte, Herumfahren/-fliegen, etc. lustig. Tritte sind dabei zwar auch ein Weg, aber bei Weitem nicht der lohnendste. Diese Art, durch Tritte Spaß zu erzeugen, könnte maximal bei sehr jungen Kindern zu unreflektiertem Nachahmen führen. Ansonsten ist das Spiel gänzlich gewaltfrei, nicht kompetitiv (selten Zeitdruck), sondern legt Wert auf "Spaß haben". Hervorzuheben ist neben der Originalität auch die starke, nicht überzeichnete, weibliche Heldin. Erwähnt sei, dass man einen Patch benötigt, um Abstürze zu vermeiden und dass das Spiel über STEAM läuft, was eine etwas aufwändigere Installation bzw. einen ständigen Internetzugang während des Spielens erfordert.

Insgesamt bietet das Spiel ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Die Bewertungskommission empfiehlt "Cargo - The Quest for Gravity" für Personen ab 12 Jahren.

Weitere empfehlenswerte Computerspiele und viele Informationen zum Thema Positivprädikatisierung sind unter www.bupp.at zu finden!

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