Editorial

2/2009 - Computerspiele

Editorial 2/09

AutorIn: Susanne Krucsay

Mit der 2. Nummer der Medienimpulse rücken wir ein Medium in den Mittel/Schwerpunkt, das für den Gabentisch zu Weihnachten von vielen ersehnt wird: das Computerspiel.

Koordiniert wird der Schwerpunkt von unserem Redaktionsgmitglied, Herbert Rosenstingl, einem seit Jahren ausgewiesenen Kenner, Aufklärer und Kämpfer für die gesellschaftliche Bedeutung und Anerkennung des Computerspiels. Der Arbeitstitel für diese Thematik war: Computerspiele als Texte. Tim Longerich bestätigt in seiner Untersuchung „Lies es zwischen den Pixeln“ diese Ausgangsthese – Computerspiele werden, wie all die anderen in einem gesamthaften Textverständnis eingeschlossenen Medien, gelesen. Michael Wagner und Konstantin Mitgutsch gehen von dem traditionellen Widerspruch zwischen der Schule als Ernst des Lebens und dem Spiel an sich aus. Ob und wie dieser Widerspruch besonders mit dem Computerspiel pädagogisch aufgelöst werden kann, lesen Sie in „Gaming the Schools“. Alternative Handlungsmöglichkeiten zeigt Steffen Malo in „Alphabit“ auf.

Ähnlich wie beim Themenschwerpunkt gehen Axel Maireder und Manuel Nagl im Ressort Forschung, bei „Internet in der Schule, Schule im Internet“ auf den Widerspruch zwischen der Kultur des Internet und der traditionellen Kultur der Schule ein. Während Maireder/Nagl bei der Begegnung Schulkultur – Internetkultur die Zielgruppe der 13-18Jährigen im Visier hatten, schaute sich Ursula Mutsch in der Volksschule um. Und wir bleiben in der Volksschule, wo Ursula Mulley sich auf den Computer konzentriert: Welchen Beitrag leistet dieser zum Schriftspracherwerb?

Aus der Medienpraxis berichtet Anu Pöyskö über die nunmehr zur Tradition gewordene Veranstaltung Wiener Filmtage. Die fruchtbaren Diskussionen bei der Publikumsbewertung zeigen, welchen wichtigen Stellenwert Medienproduktionen in den Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen einnehmen.

Überraschende Erkenntnisse bieten die Vorführungen und damit verbundenen Workshops und Diskussionen der normale.at. Barbara Waschmann, die Initiatorin der Reihe, betreibt mit diesem Projekt mit der Devise „Wir lassen uns nicht für dumm verkaufen“ Aufklärung im besten Sinn des Wortes.

Um Medienbildung im komplexen Zusammenspiel von politischen und wirtschaftlichen Interessen geht es im Ressort Medien/Bildung/Politik. Spannend zeichnet David Buckingham das Feld von Media Literacy nach, in dem um die Deutungshoheit des schillernden Begriffes gerungen wird. Schlüsselfragen für die Weiterentwicklung von Medienbildung stellt Cary Bazalgette.

Jennifer Berger hat für Sie in Neue Medien eine Reihe von interessanten Neuerscheinungen zusammengestellt, die das breite Spektrum medienpädagogischer Arbeit aufzeigen.

 

Angenehme Feiertage und - im Sinn des Schwerpunktes – spannende und erkenntnisreiche Unterhaltung mit den neuen Computerspielen wünscht im Namen des

Redaktionsteams

Susanne Krucsay

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editorial, redaktion