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1/2018 - Educational Data Mining und Learning Analytics

Call: Globale virtuelle Kindermedienwelten

Einreichfrist: 31. März 2018

AutorIn: Katharina Kaiser-Müller

Die Digitalisierung und Virtualisierung der literarischen Kommunikationswege erfordert eine Weiterentwicklung der Auseinandersetzung mit Kinder- und Jugendliteratur hin zu einer Kinder- und Jugendmedienkulturwissenschaft. Nichts wie hin zur Cologne Summerschool ...

Die Digitalisierung und Virtualisierung der literarischen Kommunikationswege erfordert eine Weiterentwicklung der Auseinandersetzung mit Kinder- und Jugendliteratur hin zu einer Kinder- und Jugendmedienkulturwissenschaft. Bislang ist dies jedoch nur in Ansätzen geschehen, eine systematische Auseinandersetzung fehlt. Zudem ist festzuhalten, dass es sich bei den in Deutschland erscheinenden Kinder- und Jugendmedien oftmals um Übersetzungen handelt. Diese transnationalen Impulse auf die deutschsprachigen Kinder- und Jugendmedien wurden zwar bereits erkannt und benannt, wie jedoch der transnational flow verläuft, ist bisher kaum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Beide Aspekte, der transnational flow und die transmediale Erweiterung von Erzählkosmen, verändern die Erfahrungswelten von Kindern und Jugendlichen in grundlegender Art und Weise, bis hin zu gänzlich neuen Praktiken der Aneignung (z. B. über sogenannte booktubes, Online- Lösungssammlungen zu Computerspielen oder die Verzahnung narrativer Computerspiele mit sozialen Medien).

Als erste Ansätze eines solchen Perspektivenwechsels hin zu einer Kinder- und Jugendmedienkulturwissenschaft können Arbeiten verstanden werden, die vergleichende medienübergreifende und/oder transnationale Forschungsansätze verfolgt haben. Dazu gehören etwa die Studien von Petra Josting zur Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund (Josting 2007, 2011, 2014), die Arbeiten von Michael Staiger zu Bilderbuch und Kinderfilm im Medienverbund und zur Serialität (Staiger 2010, 2014, 2016) sowie der von Ute Dettmar et al. herausgegebene Band zur "Kinder- und Jugendliteratur im Prozess der Medienkonvergenz" (2014). Transnationale Entwicklungen haben Kristin Eckstein in ihrer Untersuchung unterschiedlicher Bild-Text-Verhältnisse im deutschen und japanischen Manga (Eckstein 2016) oder Felix Giesa in seiner vergleichenden Studie zur Darstellung von Adoleszenz in Comics der westlichen Kulturen im 20. Jahrhundert (Giesa 2015) beschrieben.

Die Summer School gründet sich auf diesen ersten Ansätzen und Ergebnissen: In einem Forschungsdesign, welches versucht, die transdimensionale Qualität dieses medialen Wandlungsprozesses abzubilden, müssen Forschungsperspektiven der traditionellen Philologien, der Kinder- und Jugendliteraturwissenschaft, der transmedialen Narratologie, der Transnationalitätsforschung sowie der visual culture studies integriert werden. Das Ziel der Summer School ist es daher, das Verständnis und Wissen solcher 'globaler virtueller Kinder- und Jugendmedienwelten' zu vertiefen und so gleichzeitig das theoretische Profil der Kinder- und Jugendliteraturforschung im Zeitalter der transnationalen Medienkonvergenz zu schärfen. Dies soll erreicht werden, indem ausgewiesene ExpertInnen und exzellente NachwuchswissenschaftlerInnen sowie StudentInnen zusammengebracht werden, um auf diese Weise einen Dialog zu initiieren.

Die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit sollen in einem Book Sprint am Ende der Summer School in Form eines Grundlagen-Handbuchs erarbeitet werden. Dieses soll aus – in Analogie zu den Keynotes – sechs elementaren problemumreißenden Essays sowie in etwa zwanzig lemma-artigen Artikeln bestehen. Geplant sind eine digitale open-access- sowie eine print-on-demand-Veröffentlichung. Ihre Teilnahme mit Keynote-Vorträgen haben bisher Prof. Dr. Benjamin Beil (Games Studies, UzK) und Prof. Dr. Michael Staiger (Visuelle Kinder- und Jugendmedien, UzK) zugesagt. Darüber hinaus ist ein ganztägiger Workshop mit einem Transmedia-Künstler geplant.

Die Veranstalter/innen fordern Masterstudierende und Doktorand/innen sowie exzellente Bachelorstudierende auf, die im Bereich der transmedialen, transnationalen Kinder- und Jugendmedien forschen bzw. dies planen, sich mit einem Projekt bei der Summer School zu bewerben. Aufgrund des geisteswissenschaftlichen Profils der Antragsteller/innen und der Expert/innen sollten auch die Bewerber/innen ein solches vorweisen. (Ausnahmen sind möglich.) Die Summer School hat dabei den Anspruch, einen möglichst breiten Bereich ihres Themenspektrums über die Teilnehmenden abzudecken und so insbesondere bislang wenig berücksichtigte Aspekte transmedialer und transnationaler Kinder- und Jugendmedien zu fokussieren. Von einer Auflistung möglicher Themen wird daher abgesehen.

Alle Teilnehmenden müssen sehr gute Noten in ihren Modul-, Bachelor- und/oder Masterprüfungen erzielt haben. Ihre Eignung für die Summer School müssen sie in einem einseitigen Motivationsschreiben begründen. Weiterhin werden ein Lebenslauf sowie ein Exposé (3 Seiten) über ein laufendes oder geplantes Projekt im thematischen Kontext der Summer School gefordert.

Gemäß dem Profil der Cologne Summer Schools sollen sich die Teilnehmenden zu gleichen Teilen aus nationalen und internationalen Studierenden zusammensetzen. Die Teilnahme ist auf zwanzig Plätze begrenzt. Die Tagungssprachen sind Englisch und Deutsch.

Vorbehaltlich der Zusage der beantragten Förderung können für auswärtige Teilnehmende Reisekostenzuschüsse gezahlt werden. Die Unterbringung wird durch die Teilnehmenden selbst organisiert, es ist jedoch angestrebt, couch-surfing bei Kölner Studierenden zu unterstützen.

Die Bewerbungsunterlagen (Transcript of Records, Motivationsschreiben, Lebenslauf und Exposé) werden bis 31. März 2018 erbeten an: Imke Pitro-Riedel (imke.pitro-riedel@uni-koeln.de)

Eine Rückmeldung erfolgt bis Ende April 2018.

Es wird eine Tagungsgebühr erhoben. Diese beträgt € 150,00, für Kölner Studierende € 100,00.

Nähere Informationen zur Cologne Sommer School finden Sie unter: http://aleki.uni-koeln.de/summer_school.html

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kölln, sommer school, kinder, medienwelten, call